ARGENTINIEN

Unterstützung von Ordensschwestern

Die Ordensschwestern kümmern sich um alte und kranke Menschen.

Die Ordensschwestern kümmern sich um alte und kranke Menschen.

Seit Jahren helfen wir die Diözese Añatuya. Auf einer Fläche so groß wie Bayern leben rund 120 000 Einwohner, 85 Prozent sind katholisch.

Die Gegend ist unwirtlich, und die mangelnde Infrastruktur macht ein schnelles Fortkommen oft unmöglich. Unschätzbar wertvoll für die 33 Priester in der Diözese ist daher die Hilfe der über 100 Schwestern und Laien. Für 91 von ihnen bittet Bischof Adolfo von Añatuya um Unterstützung.

Añatuya ist eine der ärmsten Diözesen Argentiniens. Das Durchschnittsgehalt liegt bei 300 Pesos (etwa 50 Euro). Auch Ordensfrauen und Katecheten verdienen nicht viel mehr. „Sie bekommen weniger als 75 US-Dollar im Monat. Davon müssen sie Verpflegung, Unterkunft und Transportkosten bezahlen“, so Bischof Adolfo.

Dabei leben sie unter ähnlichen Bedingungen: „Wir haben keinen Strom. Wenn es regnet, sind die Straßen nicht passierbar, und wir können weder Medikamente noch Lebensmittel transportieren“, schreiben drei Dominikanerinnen, die 60 Kilometer von Añatuya entfernt eine Gemeinde betreuen. Nur einmal monatlich kann ein Priester vorbeikommen.

Menschen mit Behinderung freuen sich über die Pflege und Betreuung durch die Schwestern.

Menschen mit Behinderung freuen sich über die Pflege und Betreuung durch die Schwestern.

Die übrige Zeit sind die Schwestern für die Gläubigen da. Wer eine Arbeit hat, freut sich trotz des geringen Gehalts. Die Arbeitslosenquote in Añatuya liegt bei 65 Prozent. Viele der Einwohner leben in armseligen Lehmhütten mit Dächern aus Zweigen und Gras. Durch die mangelnde Hygiene breiten sich Krankheiten wie Tuberkulose, Syphilis und Magendarmerkrankungen schnell aus. Viele Kinder leiden an Unterernährung, es mangelt an Ärzten.

Umso willkommener ist Schwester Asunción, eine ausgebildete Krankenschwester. Die Dominikanerin arbeitet in einem Gesundheitszentrum und „macht alles“, bescheinigen ihre Mitschwestern. „Die Patienten kommen von weit her, da sie ihr mehr vertrauen als den Ärzten.”

Eine Ordensschwester bei einer Katechese mit Kindern.

Eine Ordensschwester bei einer Katechese mit Kindern.

Wasser ist in Añatuya, wo es lediglich vier Monate regnet und der Boden salpeterhaltig und arsenverseucht ist, ein wahrer Segen. Wasser liefert der sehr salzhaltige Fluss „Salado”. Er wird in der Regenzeit jedoch zur großen Gefahr für alle umliegenden Dörfer. Straßen und Dörfer werden überspült.

„In unserem Haus lebten fast drei Wochen lang 24 Evakuierte“, erzählt Schwester Loucia, die Oberin der sechs Missionarinnen „Jesús Verbo y Víctima“. Die Schwestern waren vollkommen abgeschnitten und gezwungen, ihre pastorale Arbeit zu unterbrechen. Aber sie besuchten alle, die sie erreichen konnten, und beteten mit ihnen, was „ein großer Trost“ für die Anwohner war.

KIRCHE IN NOT möchte die Arbeit von 91 Schwestern mit 36.400 Euro unterstützen.

KIN / S. Stein