GUATEMALA

Fahrzeug für eine „Fazenda”

Frau auf einer „Fazenda da Esperanca” in Guatemala.

Frau auf einer „Fazenda da Esperanca” in Guatemala.

Es ist eine Geschichte, die weit in die Vergangenheit reicht: Hans Stapel aus Paderborn war noch ein kleiner Junge, als er zum ersten Mal Pater Werenfried van Straaten begegnete.

Ende der 50er-Jahre legte er nach kurzem Zögern den ganzen Inhalt seines Sparschweins in den berühmten Millionenhut von Pater Werenfried, mit dem er für die Armen der Welt bettelte.

Später wurde Hans Stapel Franziskaner und ging als Missionar nach Brasilien. Dort begegnete er Christus in Gestalt der Drogenabhängigen und gründete 1983 als Antwort auf diesen Anruf die „Bauernhöfe der Hoffnung” (Fazenda da Esperanca), auf denen drogensüchtige Jugendliche zu einem Leben in Würde zurückfinden.

Die Erfolgsquote von über 84 Prozent wird ohne Ersatzdrogen, medikamentöse Behandlung oder die Hilfe von Psychologen erzielt. Stattdessen müssen die Jugendlichen gemeinschaftlich für ihren Lebensunterhalt sorgen.

Dadurch erfahren sie, dass jeder einzelne wichtig ist, denn anders kann das Leben in der Gemeinschaft nicht gelingen. Jede Wohngruppe hat eine spezifische Aufgabe, die je nach Lage der „Fazenda” und je nach Absatzmöglichkeiten ganz unterschiedlich aussehen kann.

Hauskapelle der „Fazenda da Esperanca” in Guatemala.

Hauskapelle der „Fazenda da Esperanca”.

Jeden Morgen versammeln sich die einzelnen Wohngruppen, um einen Abschnitt aus der Bibel zu lesen. Dabei wird ein Schriftwort ausgewählt, das die Bewohner durch den Tag begleiten soll. Dabei nimmt sich jeder etwas vor. Oft sind es kleine Schritte: nicht ausfallend werden oder nicht zuschlagen.

Man sagt: „Steter Tropfen höhlt den Stein“, und so verändert sich dadurch viel. Am Abend kommt die Wohngruppe wieder zusammen und tauscht sich darüber aus, wie der Tag verlaufen ist, welche Probleme, aber auch Fortschritte es gegeben hat. Pater Hans Stapel sagt dazu: „Man muss den Menschen etwas geben, das noch ganzheitlicher ist als die Drogen – den Glauben an Jesus Christus!“

Inzwischen gibt es die Fazendas bereits in zehn Ländern. Vor einigen Jahren wurde in Guatemala die erste Fazenda für junge Männer gegründet. Aber es bestand auch Bedarf an einer Einrichtung für Frauen und Mädchen, und so entstand in der Nähe der ersten Fazenda auch eine Einrichtung für Mädchen.

Schon bald nachdem das Gebäude renoviert war, zogen die ersten 14 vormals drogenabhängigen Mädchen und Frauen ein. Es entstanden Werkstätten, eine Kapelle und ein liebevoll gestalteter und gepflegter Außenbereich mit Wegen und Anlagen, in dem es sogar einen kleinen Teich mit Fischen gibt, obwohl die Gegend ansonsten rau und trocken ist.

Außenbereich der „Fazenda” in Guatemala.

Außenbereich der „Fazenda” in Guatemala.

Inzwischen ist die Einrichtung auch für Bewohner aus der Umgebung zu einer „Oase“ geworden. Viele Menschen aus der Gemeinde kommen gerne, um am Leben der jungen Frauen teilzunehmen. Es ist ein richtiges geistliches Zentrum entstanden.

Nun fehlt der Einrichtung aber ein Fahrzeug. Am Anfang, als noch nicht so viele Menschen auf der Fazenda lebten und arbeiteten, war es noch möglich, sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu behelfen oder Freunde um Hilfe zu bitten.

Aber inzwischen ist es nicht mehr möglich, um die nahezu täglich anfallenden Fahrten zu bewältigen. Einkäufe, Arztbesuche, Termine bei Banken oder verschiedene Treffen – ohne ein Auto ist das nicht so leicht. Deshalb hilft KIRCHE IN NOT mit 20.000 Euro.

KIN / S. Stein