SLOWAKEI

Pastoralzentrum für Roma-Kinder

Ein Priester besucht Roma-Familien.

Ein Priester besucht Roma-Familien.

Eine besondere Herausforderung, vor der die katholische Kirche ein der Slowakei steht, ist die seelsorgliche Betreuung der Menschen, die zur Volksgruppe der Roma gehören.

Zwei Priester, die sich besonders um Roma kümmern, sind Pater Jozafat Jozef Brigan und Pater Lorenz Reinhard Brecher, die in der Diözese Roznava 22 Dörfer betreuen, in denen mehrheitlich Romafamilien leben.

Die meisten von ihnen sind arbeitslos und leben in Armut. Viele haben mehrere Kinder, mit denen sie in nur einem Raum zusammenleben. Dort gibt es nicht einmal elektrischen Strom und fließendes Wasser. Wenn das Geld nicht reicht, leiden sie auch Hunger.

Pater Jozafat berichtet: „Die Eltern sind oft von dieser Lebenssituation so frustriert und hilflos, dass sie ihre Kinder vernachlässigen. Viele verfallen leider auch dem Alkohol. Dadurch leiden die Kinder noch mehr und verbringen mehr Zeit auf der Straße als zu Hause.“

Einmal ist ein 11-jähriger Junge sogar von zu Hause weggelaufen und bat im Kinderheim um Aufnahme, weil er es daheim nicht mehr aushielt. Pater Jozafat: „Natürlich betreuen wir diesen Jungen, der im Kinderheim geblieben ist. Er besucht regelmäßig seine Familie, aber zurück will er nicht. Dieser Fall zeigt, in was für schwierigen Familienverhältnissen die Kinder aufwachsen.“

Roma-Kinder und -Jugendliche beim gemeinsamen Spielen.

Roma-Kinder und -Jugendliche beim gemeinsamen Spielen.

2005 wurde mit dem Bau eines Pastoralzentrums für Kinder und Jugendliche begonnen. Seit 2009 ist das Don-Bosco-Pastoralzentrum für viele Kinder zu einem zweiten Zuhause geworden. Inzwischen kommen etwa 200 Kinder aus mehreren Dörfern nach der Schule dorthin. Sie sind in Gruppen aufgeteilt. Jeden Tag kommt eine andere Gruppe.

Die Kinder aus Dörfern, die weiter entfernt gelegen sind, werden mit dem Pfarrbus von der Schule abgeholt, spielen, machen ihre Hausaufgaben, beten gemeinsam, treiben Sport, basteln, besuchen die heilige Messe und werden auf den Empfang der Sakramente vorbereitet.

Pater Jozafat berichtet: „Sie lernen die christlichen Tugenden, um später selbst Verantwortung übernehmen und eine gute Familie gründen zu können. Sie haben einen Ort, wo sie ihre Freizeit und ihr Wochenende verbringen können, etwas Neues lernen, ihre Fähigkeiten entfalten und im Glauben wachsen können.

Auf diese Weise möchten wir sie vor den schlechten Einflüssen schützen, denen sie auf der Straße und durch Langeweile ausgesetzt sind. Wir sehen, dass viele Kinder und Jugendliche schon sehr früh zu rauchen und Lösungsmittel zu schnüffeln beginnen und schon mit 14, 15 oder 16 Jahren mit einem Freund beziehungsweise einer Freundin zusammenleben.

Viele Roma-Familien sind arm, in ihren Häusern gibt es oft auch keinen Strom und kein fließendes Wasser.

Viele Roma-Familien sind arm, in ihren Häusern gibt es oft auch keinen Strom und kein fließendes Wasser.

Durch die Lebensumstände zu Hause haben die Kinder nicht nur wenige Möglichkeiten sich zu entfalten, sondern auch, sich gesund zu entwickeln. Wir bemühen uns, diese Not in den Familien zu lindern. Die Kinder bekommen bei uns zu essen und auch Kleidung oder Schuhe.“

Nun ist das Pastoralzentrum jedoch zu klein geworden, weil immer mehr Kinder dorthin kommen. So ist es notwendig, das Zentrum zu erweitern. „Wir brauchen einen größeren Speisesaal und Zimmer, wo die Kinder schlafen können, wenn sie bei uns zu verschiedenen Anlässen (Wochenende, Sommerlager, Exerzitien, Silvesterfeier) übernachten.“

Wir möchten mit 50.000 Euro beim Ausbau helfen.

Schlagworte:
Armut · Bauhilfe · Pastoralzentrum · Roma · Roznava · Slowakei
KIN / S. Stein