NIGER

Wiederaufbau in überfallenen Pfarreien

Die gebrandschatzte Kirche St. Paul in Harobanda.

Die gebrandschatzte Kirche St. Paul in Harobanda.

Der Terroranschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ am 7. Januar 2015 in Paris hat die Welt erschüttert. Elf Mitarbeiter der Redaktion des Magazins, zwei Polizisten sowie später vier Geiseln, die einer der Täter in einem jüdischen Supermarkt genommen hatte, wurden getötet.

Weniger Aufmerksamkeit fand es jedoch, als es in mehreren islamischen Ländern zu Ausschreitungen und gewaltsamen Übergriffen auf Christen und christliche Kirchen sowie auf westlichen Einrichtungen kam, als das Satiremagazin eine Woche nach dem Anschlag erneut Mohammed-Karikaturen veröffentlichte.

Eine besonders heftige Welle der Gewalt erlebten die Christen im westafrikanischen Niger. So wurden zwölf der vierzehn Kirchen der Erzdiözese Niamey geplündert und in Schutt und Asche gelegt. Auch zwei Frauenklöster wurden überfallen.

Besonders schwer wurde die Pfarrei in der Stadt Zinder getroffen. Die Kirche war bereits im Jahr 2012 geschändet und in Brand gesteckt worden. Bei den erneuten Übergriffen wurde nichts verschont: das Pfarrhaus, die katholische Grundschule, das Haus der Ordensschwestern, die Räume, in denen verschiedene Bildungsprogramme stattfinden und Gäste empfangen werden, die Fahrzeuge der Pfarrei.

Kinder vor einer abgebrannten Kirche in Niger.

Kinder vor einer abgebrannten Kirche in Niger.

Was nicht niet- und nagelfest war, wurde geplündert und der Rest in Schutt und Asche gelegt. Auch das Eigentum christlicher Familien fiel Plünderungen und Brandstiftungen zum Opfer. Dass niemand bei diesen Übergriffen ums Leben kam, sei nur göttlichem Schutz zu verdanken, sagt der Apostolische Administrator der Erzdiözese.

Zweihundert Menschen haben zusammen mit den Priestern und den Ordensschwestern die Stadt verlassen und sind nach Niamey geflohen, wo in einem katholischen Zentrum Aufnahme fanden.

Die Gläubigen sagen: „Unsere Gotteshäuser sind beschädigt worden, aber nicht unser Glaube. Wir werden wieder aufstehen.“ Aber dazu wird Hilfe gebraucht.

KIRCHE IN NOT wurde um Nothilfe für die fünf am schwersten betroffenen Pfarreien gebeten, damit das kirchliche Leben dort provisorisch weitergehen kann und die geflüchteten Menschen versorgt werden können, bevor der Wiederaufbau in Angriff genommen werden kann. Wir helfen mit 29.800 Euro.

KIN / S. Stein