BRASILIEN

Ausbildungshilfe für Seminaristen

Studenten am Seminar des Bistum Rio Branco/Brasilien.

Studenten am Seminar des Bistum Rio Branco/Brasilien.

Die Diözese Rio Branco erstreckt sich über ein riesiges Gebiet von mehr als 104 000 Quadratkilometern im Westen Brasiliens. Das ist so groß wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Weite Teile der Diözese liegen im Urwald.

Es ist ein unwegsames Terrain mit großen Entfernungen, und viele Orte sind nur per Boot erreichbar. Von den rund 600 000 Einwohnern sind 450 000 katholisch.

Der Priestermangel ist gravierend: Die Gläubigen werden von nur 26 Diözesanpriestern und 28 Ordensmännern betreut. Derweil breiten sich Sekten rasch bis in den Urwald aus, weil sie viel schnell ausgebildetes Personal und viele Mittel haben und den Menschen Wunder versprechen.

Das wohl bekannteste Gesicht der Kirche in dieser Region war der italienische Missionar Pater Paolino Baldassarri, der fast 70 Jahre lang in Brasilien tätig war, die meiste Zeit davon im Amazonasgebiet. Er starb am 8. April 2016 im Alter von 90 Jahren.

Pater Paolino Baldassarri (links) war fast 70 Jahre als Missionar im brasilianischen Urwald tätig. Da er nicht schwimmen konnte, trug er bei Bootsfahrten immer eine Schwimmweste und einen Helm. Rechts:  Joaquín Pertíñez Fernández, Bischof von Rio Branco.

Pater Paolino Baldassarri (links) war fast 70 Jahre als Missionar in Brasilien tätig, einen Gr0ßteil davon im Urwald. Da er nicht schwimmen konnte, trug er bei Bootsfahrten immer eine Schwimmweste und einen Helm. Rechts: Joaquín Pertíñez Fernández, Bischof von Rio Branco.

Noch mit fast 90 Jahren unternahm er auf seinem einfachen Boot lange Fahrten in die Wildnis, um die Gläubigen zu besuchen. Dabei war er immer mit Schwimmweste und Motorradhelm bekleidet, denn er konnte nicht schwimmen. Auch im hohen Alter praktizierte er zudem als Arzt und behandelte unzählige Patienten.

Joaquín Pertíñez Fernández besucht Pater Paolino, der auch als Arzt tätig war.

Bischof Joaquín Pertíñez Fernández (links) besucht Pater Paolino, der auch als Arzt tätig war.

Als er vor fast einem halben Jahrhundert in dem Gebiet ankam, wäre er gleich in der ersten Woche fast der Malaria zum Opfer gefallen. Aber wie durch ein Wunder überlebte er, und begann bald darauf damit, die Siedlungen im Urwald mit einem einfachen Kanu zu besuchen.

Viele Familien hatten sich aufgrund des Priestermangels vom katholischen Glauben entfernt. Der Missionar führte sie zurück zum Glauben. Am Ende waren 100 Prozent der Menschen in seiner Pfarrei katholisch.

In einem seiner Briefe schrieb er, dass in diesen isolierten Urwaldgemeinden „der Same des Reiches Gottes real ist, der in der Stadt verborgen ist von unserem abgeklärten Fortschritt und von unserem dominanten und allmächtigen Fernsehen“.

Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig die Anwesenheit von Priestern ist und welche guten Früchte ihr Wirken hervorbringt. Allerdings ist es immer schwieriger, Missionare aus dem Ausland zu gewinnen.

Priesterweihe im Bistum Rio Branco/Brasilien.

Priesterweihe im Bistum Rio Branco/Brasilien.

Zum einen haben die Ordensgemeinschaften in den Ländern des Westens immer weniger Berufungen, zum anderen ist sich Joaquín Pertíñez Fernández, der Bischof von Rio Branco, aber auch dessen bewusst, dass einheimische Priester benötigt werden, die an die schweren Bedingungen in dem Urwaldgebiet gewöhnt sind.

Zurzeit bereiten sich 16 junge Männer aus der Diözese auf die Priesterweihe vor. Da die Ortskirche arm ist, hat Bischof Joaquín uns um Hilfe gebeten. Wir haben ihm 6.500 Euro versprochen.

Das dargestellte Projekt ist ein Beispiel unserer Arbeit. Ihre Spende wird diesem oder ähnlichen Projekten zugutekommen und die pastorale Arbeit von KIRCHE IN NOT/Ostpriesterhilfe ermöglichen.

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KIN / S. Stein