TSCHECHISCHE REPUBLIK

Ausbildungshilfe für 23 Seminaristen

Erzbischof Dominik Duka weiht einen jungen Mann zum Priester (Foto: člověk a víra/Lucie Hornikova).

Erzbischof Dominik Duka weiht einen jungen Mann zum Priester (Foto: člověk a víra/Lucie Hornikova).

„Wir werden uns keinem Regime beugen, das sich nicht Gott beugt.“ Wenige Stunden, nachdem der Prager Erzbischof Josef Beran 1951 diese Worte im Prager Veitsdom an die Gläubigen gerichtet hatte, wurde er von der Geheimpolizei abgeholt.

Insgesamt war er 16 Jahre lang interniert. Tausende Priester und Ordensleute teilten sein Schicksal und litten in Gefängnissen und Arbeitslagern.

Viele Jahre lang konnten Männer, die sich zum Priestertum berufen fühlten, ihrer Berufung nicht folgen und durften nicht studieren. Später konnten sie es nur im Untergrund. Manche ließen sich heimlich weihen – oft im benachbarten Ausland.

Die offizielle Priesterausbildung wurde vom Geheimdienst kontrolliert. Priester, die dem Staat nicht genehm waren, erhielten keine Erlaubnis, ihren priesterlichen Dienst auszuüben und mussten beispielsweise in Fabriken oder als Fensterputzer arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Priesterweihe in Prag  (Foto: člověk a víra/Lucie Hornikova).

Priesterweihe in Prag (Foto: člověk a víra/Lucie Hornikova).

Gleich nach der Wende im Jahr 1990 wurde das Erzbischöfliche Seminar von Prag wieder in Betrieb genommen. Zuvor war das Gebäude der Sitz einer kommunistischen Propagandazeitschrift. Heute werden dort wieder die zukünftigen Priester des noch immer stark atheistisch geprägten Landes ausgebildet. Es ist eines von zwei Priesterseminaren im Land.

Zurzeit bereiten sich dort 23 junge Männer aus fünf Diözesen auf die Priesterweihe vor. Sie erwartet eine schwere Aufgabe, denn mit 34 Prozent Konfessionslosen sowie weiteren 44 Prozent, die keine Angaben zu ihrer Religionszugehörigkeit machen, ist die Tschechische Republik das am stärksten atheistisch geprägte Land Europas.

Studenten am Priesterseminar in Prag.

Studenten am Priesterseminar in Prag.

Nur 10,4 Prozent der Bevölkerung sind katholisch, weitere elf Prozent gehören einer anderen christlichen Konfession an (Quelle: Volkszählung 2011). Allerdings entstehen dort, wo die Menschen zum Glauben finden, lebendige Gemeinden mit jungen Familien. Daher werden Priester dringend gebraucht.

KIRCHE IN NOT unterstützt die Ausbildung der angehenden Priester in Prag in diesem Jahr mit 11.500 Euro.

Das dargestellte Projekt ist ein Beispiel unserer Arbeit. Ihre Spende wird diesem oder ähnlichen Projekten zugutekommen und die pastorale Arbeit von KIRCHE IN NOT/Ostpriesterhilfe ermöglichen.

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4.Sep 2017 12:07 · aktualisiert: 4.Sep 2017 12:09
KIN / S. Stein