Zwei Priester für 26 Dörfer

Bischof sorgt sich um die Betreuung der katholischen Gemeinden

Bischof Ignace Bessi Dogbo.

Ignace Bessi Dogbo, Bischof von Katiola.

Der Bischof von Katiola im Nordosten von Cote d’Ivoire (Elfenbeinküste), Ignace Bessi Dogbo, bedauert den Priestermangel in seinem Bistum. Die Priester könnten aufgrund der Entfernungen nur schwer die weit verstreuten Seelsorgestationen ihrer Pfarreien erreichen, sagte der Bischof.

Das Bistum Katiola ist 32 835 Quadratkilometer groß und somit etwas kleiner als Nordrhein-Westfalen. Der Bischof erklärte anhand eines Beispiels die Ausdehnung seiner Pfarrgemeinden: “Die Pfarrei Ferkessédougou hat 26 Dörfer. Ihre Größe käme in Frankreich einem kleinen Bistum gleich. In der Pfarrei stehen den Gläubigen jedoch nur zwei Priester zur Verfügung.”

Um die einzelnen Dörfer besuchen zu können, sind die Geistlichen in seinem Bistum auf Motorräder angewiesen. Selten sei Geld für Autos vorhanden. Überhaupt sei die finanzielle Lage der Priester schlecht.

“Die Menschen sind es nicht gewohnt, Geld für die Pfarrei zu geben.” Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass Mess-Intentionen auch mit einem entsprechenden Geldbetrag gegeben werden. “Unsere Priester arbeiten mit sehr einfachen Mitteln, weswegen unser Bistum darauf angewiesen ist, Stipendien aus anderen Ländern zu erhalten.”

Unser Kleiner Katholischer Katechismus wird auch in der Elfenbeinküste angewandt.

Unser “Kleiner Katholischer Katechismus” wird auch in der Elfenbeinküste (Cote d’Ivoire) angewandt.

Aus den katholischen Familien kommen nach Auskunft des Bischofs zu wenig Priester-Kandidaten. Auf den Priesterberuf bereiten sich derzeit achtzehn Männer vor. Von den Seminaristen können im Jahr aber nur ein oder zwei Bewerber zum Priester geweiht werden. Das seien zu wenig, sagt Bischof Bessi Dogbo. Das Philosophie- und Theologiestudium wird nicht im eigenen Bistum angeboten, sondern auf mehrere Standorte im Land verteilt.

Neben der finanziellen Sorge für seine Priester beschäftigt den 2004 ernannten Bischof vor allem die Glaubensunterweisung. In den Pfarreien werde mit einfachen Mitteln versucht, den Glauben weiter zu geben. Muslime hätten teilweise ein leichtes Spiel, da sie unter anderem als Händler von Dorf und Dorf ziehen und dabei auch für den Islam werben.

Bischof Bessi Dogbo bei einem Besuch im deutschen Büro von KIRCHE IN NOT.

Bischof Bessi Dogbo bei seinem Besuch bei KIRCHE IN NOT.

Als Vorteil sieht es der Bischof an, dass viele Ivorer, so nennt man die Einwohner des Landes, traditionell Schweinefleisch essen. Das stehe jedoch im Widerspruch zum Islam, weswegen Missionare sich schon dieser Vorliebe bedient hätten, um überhaupt eine Gesprächsbasis über den christlichen Glauben zu finden.

Hilfreich seien für die Glaubensunterweisung auch die Kinderbibel und der Katechismus von KIRCHE IN NOT.

Stark beeinträchtigt ist die Bevölkerung weiterhin von den Auswirkungen des Bürgerkrieges, der das Land gespalten hat. Massive Einschränkungen gebe es im Gesundheitswesen, die Krankenpflege sei äußerst schlecht. Es fehle am Personal.

Im Bistum Katiola leben 450 000 Einwohner, davon bekennen sich weniger als zehn Prozent zum katholischen Glauben. Von den 18,7 Millionen Bewohnern der Republik Côte d’Ivoire, so der offizielle Name der Elfenbeinküste, sind dreißig Prozent Christen, weitere dreißig Muslime. Vierzig Prozent werden traditionellen afrikanischen Religionen zugerechnet.

11.Aug 2009 06:42 · aktualisiert: 27.Okt 2014 16:28
KIN / S. Stein