Der gute Priester von Netia

Über die Arbeit des jungen Pfarrers Antonio Gasolina in Mosambik

Antonio Gasolina, Pfarrer in Mosambik.

Pater Antonio Gasolina, Pfarrer in Netia / Mosambik.

Die Worte seines Vaters waren für ihn ein Vermächtnis. Das ganze Studium, die ganze Zeit im Priesterseminar bewegte er sie in seinem Herzen.

Antonio Gasolina stammt aus einer muslimischen Familie, ging auf eine katholische Schule, wurde getauft und spürte die Berufung zum Priester. Aber erst bei der Primiz enthüllte er in der Predigt sein Geheimnis.

Als sein Vater todkrank war, teilte Antonio ihm mit, dass er katholischer Priester werden wollte, und der Vater sagte: “Ich sage ‘ja’ unter einer Bedingung: Du musst ein guter Priester sein!”

Als Antonio ins Seminar aufbrechen musste, aber seinen sterbenden Vater nicht allein lassen wollte, sagte dieser zu seinem Sohn: “Geh! Wenn du nicht gehst, verlieren wir beide. Ich sterbe sowieso und du verlierst deine Berufung und zerstörst dein Leben.”

Antonio ging nach Maputo, ins einzige Priesterseminar von Mosambik. Dort studieren heute 125 Priesteramtskandidaten. Zurzeit gibt es nur 203 Diözesanpriester, viel zu wenige für das große Land mit seinen 4,5 Millionen Katholiken, etwa ein Viertel der Bevölkerung.

Ein klassisches Missionsland

Die meisten von ihnen leben im Süden des Landes, der Norden ist muslimisch dominiert. Ungefähr ein weiteres Viertel der Mosambikaner sind Anhänger von Naturreligionen, andere Quellen sprechen sogar von 50 Prozent.

Die Kirche ist zwar schon seit über 500 Jahren präsent, aber Mosambik ist ein klassisches Missionsland. Antonio selbst arbeitet als Priester in der Pfarrei von Netia. Sie gehört zur Diözese Nacala im Norden von Mosambik. Dort lebt seine Mutter, sie ist inzwischen auch getauft.

Noch ist das Katechesezentrum eine Baustelle.

Noch ist das Katechesezentrum eine Baustelle.

Hier will er ein Zentrum für Katecheten aufbauen. Gerade sie werden gebraucht, um den Priestermangel bei der Evangelisierung auszugleichen. Solche Zentren haben Tradition in Mosambik und haben ihre Fürsprecher im Himmel. Denn während des Bürgerkriegs zwischen 1976 und 1992 starben in solchen Zentren viele Katecheten und ihre Familien als Märtyrer.

Wie die meisten Diözesanpriester ist Antonio mittellos und auf Mess-Stipendien angewiesen. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, müssen sie gleich mehreren Berufen nachgehen. Auch deshalb sind Katecheten von großer Bedeutung für die Seelsorge und Ausbildung im Glauben.

Pater Antonio will ein guter Priester sein. Er ist hoffnungsvoll. Dank der Hilfe der Wohltäter von KIRCHE IN NOT sieht er das Zentrum schon blühend vor Augen. Es ist der mosambikanische Weg der Frohen Botschaft, ganz so wie Papst Paul VI. es bei seinem Besuch in Afrika vor 40 Jahren gesagt hatte: “Ab jetzt sollt Ihr afrikanischen Völker Eure eigenen Missionare sein.”

Schlagworte:
Islam · Katechesezentrum · Maputo · Mosambik · Netia · Priester
KIN / S. Stein