Ein Blick über den Tellerrand hinaus

Mission bedeutet auch Solidarität mit den bedrängten Glaubensgeschwistern

Er blickte über den Tellerrand hinaus: Unser Gründer Pater Werenfried van Straaten.

Er blickte über den Tellerrand hinaus: Unser Gründer Pater Werenfried.

Zu Beginn des Weltmissionsmonats Oktober erinnern wir an die Verantwortung jedes Christen, für die Weltkirche einzustehen.

“Mission bedeutet nicht nur die Weitergabe des Evangeliums, sondern gerade auch die Solidarität mit den oft bedrängten Christen weltweit”, betont Karin Maria Fenbert, Geschäftsführerin des deutschen Zweiges von KIRCHE IN NOT.

Als Paradebeispiel für diese gelebte Solidarität kann das Leben des Gründers unseres Hilfswerks, Pater Werenfried van Straaten, gelten. “In seiner Jugend wäre er gerne von seinem Orden als Missionar in die Ferne geschickt worden”, erzählt Fenbert, “doch seine schwache Gesundheit ließ das nicht zu.”

Doch er ließ sich nicht entmutigen. Pater Werenfried hatte unter dem Eindruck der großen Flüchtlingsströme aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg seine wahre Bestimmung entdeckt und begonnen, die leiblichen und seelischen Nöte der Flüchtlingsfamilien zu lindern.

“Fahrzeuge für Gott” und die Kinderbibel

Er hielt zum Beispiel die Seelsorge unter den Flüchtlingen aufrecht, indem er Geld für Fahrzeuge sammelte, mit denen die damaligen Priester die oft großen Distanzen zwischen den Flüchtlingslagern überwinden konnten.

Karin Maria Fenbert, Geschäftsführerin von KIRCHE IN NOT Deutschland.

Karin Maria Fenbert, Geschäftsführerin von KIRCHE IN NOT Deutschland.

Aus Werenfrieds Solidarität mit anderen Christen entstand schließlich auch sein missionarisches Wirken, wie beispielsweise die Kinderbibel, die unser Hilfswerk weltweit inzwischen mit einer Auflage von über 46 Millionen in 157 Sprachen verteilt hat.

Im Monat der Weltmission ist es daher entscheidend, über den eigenen Tellerrand zu blicken und die Not der Anderen wahrzunehmen. “Wahre Mission entsteht nur aus Anteilnahme”, betont Fenbert.

So ist aus Pater Werenfried van Straatens Fürsorge für seine Mitchristen in Not im Jahr 1947 das heutige Hilfswerk KIRCHE IN NOT entstanden, das später auch die Kirche hinter dem Eisernen Vorhang mit dem Nötigsten versorgte und in manchen Gebieten überhaupt am Leben hielt.

Heute hilft KIRCHE IN NOT in über 135 Ländern, zum Beispiel beim Bau von Kirchen und bei der Motorisierung der Seelsorge. Weltweit finanziert unser Hilfswerk durch seine Stipendien derzeit jede sechste Priesterausbildung.

Unsere verfolgten Brüder sind die Elite der Kirche; mit ihnen solidarisch zu sein ist eine Ehrensache. (Pater Werenfried van Straaten)

Gebetsmeinung des Papstes für den Monat Oktober

Dass das ganze Volk Gottes, dem von Christus aufgetragen wurde, hinauszugehen und das Evangelium allen Geschöpfen zu verkünden, die eigene missionarische
Verantwortung übernimmt und diese als höchsten Dienst an der Menschheit versteht.

KIN / S. Stein