“Die Kirche ist sehr beliebt und wächst”

Bischof Dominic Nyarko Yeboah aus Ghana zu Besuch bei KIRCHE IN NOT

Dominic Nyarko Yeboah, Bischof von Techiman / Ghana.

Dominic Nyarko Yeboah, Bischof von Techiman / Ghana.

Pastorale Erziehung, Schulbildung, medizinische Versorgung, sauberes Trinkwasser – um alle diese lebenswerten und wichtigen Voraussetzungen kümmert sich die katholische Kirche im westafrikanischen Ghana.

Daher sei die Kirche bei den Menschen sehr beliebt, sagte Bischof Dominic Nyarko Yeboah aus dem zentralghanaischen Bistum Techiman bei einem Besuch im deutschen Büro von KIRCHE IN NOT in München.

Zukünftig wolle man die pastorale Erziehung in den verschiedenen Pastoralzentren im Land intensivieren, denn das Interesse an der katholischen Kirche wachse. Es gebe auch mehr Berufungen, wie der Bischof lächelnd feststellt. Im Land gibt es nur drei Priesterseminare, sein Bistum hat allerdings keine eigene Ausbildungsstätte für Priester.

Das Bistum Techiman ist etwas größer als Hessen und wurde erst vor zwei Jahren eingerichtet. Es entstand, nachdem ein größeres Bistum in zwei kleinere aufgeteilt wurde. Der Vorteil ist, dass der Bischof dadurch näher an den Gläubigen ist und nicht mehr so weite Wege zu seinen Gläubigen hat. Insgesamt gibt es 71 000 Katholiken in seiner Diözese. Ghana hat ungefähr die Fläche der alten Bundesrepublik Deutschland.

Friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen

Während der Süden Ghanas mehrheitlich christlich geprägt ist, leben im Norden viele Muslime. Doch zwischen den beiden Religionen gebe es gute Beziehungen, betont der Bischof. Das Land gilt als Vorzeigebeispiel, dass Muslime und Christen friedlich zusammenleben können. In den Schulen wird sowohl auf kirchliche Feiertage als auch auf den muslimischen Fastenmonat Ramadan Rücksicht genommen.

Viele Kriegsflüchtlinge aus den angrenzenden Staaten Liberia und Cote d’Ivoire (vormals Elfenbeinküste) suchen Schutz in Ghana, wo seit Jahren keinen Krieg gegeben hat. Es gebe sogar eigene Dörfer von liberianischen Flüchtlingen, sagte der Bischof.

Ein Gottesdienst unter freiem Himmel in Ghana.

Ein Gottesdienst unter freiem Himmel in Ghana.

Auch wenn die katholische Kirche wächst, so ist Hexerei in Ghana immer noch weit verbreitet, vor allem bei älteren Menschen. Doch die Priester sagen ihnen, dass die Christen etwas Höheres als die Gottheiten hätten, erklärt der Bischof lächelnd. Es gab in der Vergangenheit Berichte, dass der Hexerei bezichtigte Frauen in eigenen Hexenlagern leben mussten. Der Einfluss des Hexenkultes werde jedoch geringer, beruhigt der Bischof von Techiman.

Auch die Regierung Ghanas ist für das umfangreiche Engagement und die Unterstützung der katholischen Kirche dankbar. “Wenn man eine gute Schulbildung haben möchte, muss man eine kirchliche Schule besuchen”, so der Bischof. Viele junge Menschen wollen jedoch das Land verlassen. Daher fordert die Kirche in Ghana, dass mehr in Arbeitsplätze im Land investiert werden solle.

KIN / S. Stein