Das Gefühl der Einheit vermitteln

Kinderbibel mit Ikonen-Darstellungen und Katechismus auf Ukrainisch

Schwester Luzia.

Schwester Luiza Ciupa.

Ohne sie läuft gar nichts. Solche Sätze hört Schwester Luiza gar nicht gern. Niemand ist unersetzlich, sagt sie dann.

Das ist im Prinzip richtig, könnte man erwidern. Aber ohne Schwester Luiza gäbe es keinen neuen Katechismus in ukrainischer Sprache und für den byzantinisch-ukrainischen Ritus. Jedenfalls nicht jetzt.

Ohne Schwester Luiza gäbe es auch keine Kinderbibel in ukrainischer Sprache und mit den herrlichen Ikonen, die die tiefe Frömmigkeit der ukrainischen Kirchen spiegeln. Jedenfalls kämen sie nicht 2010 heraus.

Ohne Schwester Luiza würden auch nicht über 750 000 Kinder im ganzen Land ihren Glauben besser und tiefer kennen lernen. Jedenfalls nicht im Jahr 20 nach der großen Wende in Europa.

Schwester Luiza Ciupa ist eine Schlüsselfigur in der geistlichen und katechetischen Erneuerungsbewegung der Ukraine. Auch bei solchen Sätzen schaut sie eher verlegen weg – und redet dann über diese Renaissance der Kirche in einem Land, in dem die Verfolgung so brutal war, dass nach siebzig Jahren Kommunismus und Katakomben die Kirche vielfach vor dem Nichts stand.

Kardinal Lubomyr Husar empfängt die Bibel auf Ukrainisch.

Kardinal Lubomyr Husar empfängt die Bibel auf Ukrainisch.

Viele Kinder wurden getauft, aber nicht unterrichtet. Viele Erwachsene haben nur eine blasse Erinnerung an Sakramente und Leben Jesu. “Der Katechismus führt die Menschen zu den Sakramenten und zur Kirche zurück.”

Und wenn das in der eigenen Sprache und mit Anlehnung an die Traditionen geschieht, dann, so Schwester Luiza, “können wir unseren Glauben tiefer leben und besser zum Ausdruck bringen, dann erleben wir unsere eigene Identität und können besser Zeugen des Glaubens sein”.

Neuer Katechismus für ukrainische Katholiken weltweit

Der neue Katechismus, den das Katechetische Institut in Lemberg (L’viv) unter ihrer Führung erarbeitet hat, wird ab dem kommenden Jahr in sechs Sprachen erscheinen und soll auch den ukrainischen Katholiken in Brasilien, Australien, Großbritannien oder Kanada – “wo immer sie heute leben” – das Gefühl der Einheit vermitteln.

Er erfüllt auch einen Wunsch von Johannes Paul II., der 1992 die Einzelkirchen bat, ihre Riten und Traditionen in einem eigenen Katechismus zu präsentieren. Das geschieht natürlich in Abstimmung und Einheit mit Rom.

Eine Ikonen-Abbildung der neuen Kinderbibel: Josef, Maria und Jesus fliehen aus Bethlehem.

Eine Ikonen-Abbildung der neuen Kinderbibel: Josef, Maria und Jesus fliehen aus Bethlehem.

Dasselbe gilt für ein anderes Großunternehmen: unsere Kinderbibel in Ukrainisch. Auch sie kommt in hoher Auflage (200 000) und mit ukrainischen Charakter heraus. Der Text ist gleich, die Illustrationen neu. Sie wird den Religionsunterricht erleichtern und auch in der Familienpastoral eingesetzt werden – vielleicht das nächste große Arbeitsfeld von Schwester Luiza.

Aber das ist noch Zukunftsmusik. Erst muss die Kinderbibel finanziert werden: 100.000 Euro. Das ist selbst für Schwester Luiza ein zu großer Brocken. “Ohne die Wohltäter von KIRCHE IN NOT wäre vieles schlicht nicht möglich”, sagt sie. Und es klingt wie ein diskreter, aber doch deutlicher Hilferuf.

So können Sie die Verbreitung unserer Kinderbibel unterstützen:

KIN / S. Stein