Versöhnung durch Information

Christliches Fernsehen Sat7 sendet mit großem Erfolg im Nahen Osten

SAT7 strahlt sein Programm im Nahen Osten und in Nordafrika aus.

Im 19. Jahrhundert bekannten sich noch rund 20 Prozent der Menschen im Nahen Osten und in Nordafrika zum Christentum. Heute liegt die Zahl der Christen bei etwa vier Prozent – Tendenz eher abnehmend. Viele in der Region weichen einem gesellschaftlichen Klima, das gegenüber Andersgläubigen immer weniger duldsam ist.

Das kann unterschiedliche Gründe haben: Eine verbreitete soziale Ungerechtigkeit stärkt politische Extremisten, die Ängste schüren; der westlichen Politik wie ihren christlichen Landsleuten begegnen viele Muslime mit Misstrauen; das Wissen über Christen und ihren Glauben ist gering, Klischees sind dadurch weit verbreitet.

Deshalb wurde 1996 SAT7 gegründet, ein christlicher Fernsehsender für Nordafrika und den Nahen Osten. Er berichtet vor allem über Christen und ihren Glauben. Die Zentrale ist in Nikosia auf Zypern.

SAT7 will in den mehrheitlich muslimischen Ländern der Region mit rund 200 Millionen Einwohnern und rund 300 Fernsehsendern insbesondere auch die Nicht-Christen erreichen, sie über den christlichen Glauben informieren und dessen Werte verständlich machen. Dieser Ansatz kommt gerade bei Muslimen gut an.

Eine Familie schaut das Programm von Sat7.

Eine Familie schaut das Programm von SAT7.

Träger von SAT7 sind die christlichen Kirchen im Nahen Osten und Nordafrika. 2008 verbuchte der Sender knapp 12 Millionen Dollar an Einnahmen, die Ausgaben lagen etwas darüber. Das Geld wird vor allem durch Spenden aufgebracht. Drei Viertel der Aufwendungen tragen Christen in den Vereinigten Staaten und Europa; auch unser Hilfswerk unterstützt SAT7.

Weil in der Region der Fernsehempfang via Satellit weit verbreitet ist, setzt jeder Anbieter, der ein Millionenpublikum erreichen will, auf diese Technik. Das Internet ist keine Alternative.

Es wird in Arabisch, Farsi und Türkisch gesendet

“In der arabischen Welt haben nur elf Prozent Zugang zum Internet, das in der Regel langsam und für das Herunterladen von Videos ungeeignet ist. Unliebsame Seiten werden ohnehin geblockt”, erklärt SAT7-Gründer und Sendeleiter Terence Ascott. Der gebürtige US-Amerikaner lebt und arbeitet seit mehr als 30 Jahren im Nahen Osten.

SAT7 nutzt Hotbird-Satelliten und kann dadurch auch in Europa empfangen werden. 24 Stunden am Tag wird auf vier Kanälen in drei Sprachen gesendet: auf Arabisch, Farsi (Persisch) und Türkisch. Übertragen werden Talkshows zu Lebensfragen und Glaubensthemen, Experten-Interviews und Beiträge, die den Glauben erläutern, Gottesdienste und Magazin- oder Spiel-Shows.

Satellitenfernsehen ist im Nahen Osten und Nordafrika populär.

Satellitenfernsehen ist im Nahen Osten und Nordafrika populär.

Besonders beliebt sind nach SAT7-Angaben Dokumentationen oder “Dramen”, die die biblische Geschichte nachstellen und damit einer im Nahen Osten verbreiteten Tradition entsprechen, dem Geschichtenerzählen. Aktuelle Ereignisse sind ebenfalls Teil der Berichterstattung, so etwa der Besuch Papst Benedikt XVI. in Jordanien und Israel im Mai 2009.

Für Kinder und Jugendliche, die Altersgruppe, die den Sender besonders häufig einschaltet, gibt es mit “SAT7 Kids” seit Dezember 2007 einen eigenen Kanal. Die Inhalte: Kindershows, Wissens- und Unterhaltungssendungen, Reportagen aus der arabischen Welt.

Moderatorin von Sat7.

Moderatorin von SAT7.

Politische Themen greift SAT7 nicht auf. Kritik an den bestehenden innerarabischen Verhältnissen wird vermieden, Kommentare über die Glaubensüberzeugungen anderer Religionen sind tabu.

Bei möglichen kontroversen Themen, etwa zur Rolle der Frau, der Bedeutung der Menschenrechte, zu Fragen der Sexualität, zu Drogenmissbrauch oder HIV sind die Moderatoren und Redakteure verpflichtet, sensibel und zurückhaltend zu berichten.

Dadurch genießt Sender ein hohes Ansehen sowie Wohlwollen der Behörden. Dazu beigetragen haben dürfte aber auch, dass SAT7 fast 80 Prozent des Programms im Nahen Osten produziert sowie Studios in Ägypten und dem Libanon unterhält. Zwei Drittel der 170 Mitarbeiter stammen aus Ländern der Region.

Absoluten Schutz garantiert all das jedoch nicht, denn manchen ist der christliche Sender ein Dorn im Auge – zumal SAT7 inzwischen ein Millionenpublikum hat. Verlässliche Untersuchungen zur Reichweite des Fernsehprogramms im Verbreitungsgebiet gibt es zwar nur für wenige Länder, doch die Zahl derjenigen wächst, die sich beim Sender melden – ein wichtiges Indiz.

Zahlreiche positive Rückmeldungen von Zuschauern

Die Anrufe, Briefe, SMS oder E-Mails der Zuschauer sind für die Macher ein wichtiges Zeichen für die Akzeptanz des Programms. Terence Ascott: “2008 haben wir auf allen Kanälen einen massiven Zuwachs an Antworten erhalten.” Rund 25 000 meldeten sich bei SAT7, stellten Fragen, übten Kritik oder gaben Anregungen. Für den Sender ist der “Zuschauer-Service” unverzichtbar.

Weiteres Personal ist ebenso geplant wie “neue Strategien für diesen wichtigen Teil der Missionsarbeit, um sicherzustellen, dass diejenigen, die um Rat oder Hilfe bitten, viel schneller eine persönliche Antwort erhalten.”

Häufig werden die Redaktionen mit Anliegen und Sorgen konfrontiert. Viele möchten SAT7 aber auch nur danken und versprechen, für die Arbeit der Redakteure zu beten. Ein Wunsch, den der Sender jedes Jahr an alle seine Zuschauer richtet: an einem Tag sollen sie gemeinsam mit und für Christen im Nahen Osten beten.

Alle in der Medienbox vorgestellten Beiträge sind bei uns als DVD oder Hör-CD unentgeltlich erhältlich.

In der Rubrik “Programm-Tipps” auf der Startseite finden Sie eine Übersicht über die aktuellen Sendungen von KIRCHE IN NOT.

2.Nov 2009 14:51 · aktualisiert: 15.Nov 2013 11:57
KIN / S. Stein