Der Kontemplation verpflichtet

Existenzhilfe für Karmelitinnen in Yurimaguas im Nordosten Perus

Die Karmelitinnen freuen sich über die neue Eismaschine.

Die Karmelitinnen freuen sich über die neue Eismaschine.

Vielfalt kennzeichnet Perus Provinz Alto Amazonas. Neun verschiedene einheimische Völker leben hier, weit verstreut in kleinen Dorfgemeinschaften. Ihr Siedlungsgebiet reicht bis weit in den artenreichen Regenwald im Nordosten Perus hinein und grenzt an die Anden.

Hauptstadt von Alto Amazonas ist Yurimaguas an den Ufern des Rio Huallaga, einem Zufluss des Amazonas. Die Stadt ist ein wichtiger Handelsplatz mit 50 000 Einwohnern, die ein “Schmelztiegel” verschiedener Stämme und Sprachen ist.

In Yurimaguas leben die Karmelitinnen vom Kloster des heiligen Josef, ein kontemplativer, dem Gebet, der inneren Ausrichtung auf Gott verpflichteter Orden. Das Ziel: Zeugnis geben für die Gegenwart Gottes in der Welt. Zurzeit gehören der Kongregation 22 Schwestern an. Dazu haben sich der Gemeinschaft mehr als ein Dutzend junge Frauen als Novizinnen angeschlossen.

Die meisten von ihnen stammen aus der unmittelbaren Umgebung der Stadt. Neben den Karmelitinnen gibt es dort noch sechs weitere Schwesterngemeinschaften, die sich überwiegend karitativen Aufgaben widmen.

In Yurimaguas herrscht tropisches, heiß-feuchtes Klima mit Temperaturen, die im Jahresdurchschnitt bei rund 26 Grad Celsius liegen. In der Regenzeit, die von Dezember bis März dauert, können wichtige Verbindungsstraßen immer wieder nicht benutzt werden. Die extreme Witterung setzt den Menschen, aber auch den Gebäuden stark zu.

Die Ordensschwestern beim Auspacken der neuen Geräte.

Die Ordensschwestern beim Auspacken der neuen Geräte.

Das gilt auch für die Karmelitinnen und deren Kloster. Die Gebäude, die in Flussnähe liegen, bedürfen dringend einer Reparatur. Für umfassende Baumaßnahmen fehlt allerdings das Geld; allenfalls unumgängliche Arbeiten können vorgenommen werden.

Die Schwestern, die bewusst zurückgezogen leben, ihren Lebensunterhalt aber selbst erwirtschaften, erzielen Einnahmen vor allem durch die Produktion und den Verkauf von Hostien sowie die Erstellung liturgischer Gewänder. Sie unterhalten eine Armenküche und verkaufen darüber hinaus Lebensmittel aus eigener Herstellung, vor allem Speiseeis.

Die Erträge sind allerdings so gering, dass den Karmelitinnen über Jahre verwehrt blieb, was für ordentliches Wirtschaften unumgänglich ist: Rücklagen für den Kauf neuer Geräte und Maschinen zu bilden.

Mit diesen neuen Geräten ist die wichtigste Einnahmequelle der Karmelitinnen für viele Jahre gesichert.

Mit diesen neuen Geräten ist die wichtigste Einnahmequelle der Karmelitinnen für viele Jahre gesichert.

Dass es irgendwann nicht mehr so weiter gehen könne, war den Schwestern bewusst. Daher wandten sie sich an unser Hilfswerk und baten um Investitionshilfe. Backeisen und Eismaschine hatten ihre Lebensdauer längst überschritten, ganz zu schweigen davon, dass die Geräte den täglichen Ansprüchen nicht mehr genügten. Nur mangels Alternativen mussten sie weiter genutzt werden.

Zumindest bis vor kurzem, denn da wurden die neuen Maschinen geliefert: ein Teigmixer, ein Backgerät für Hostien, ein Luftbefeuchter, um die fertigen Hostien vor dem Schneiden feucht zu halten, eine Schneide- und eine Eismaschine.

Der Zuschuss war lange gewährt worden, doch Auswahl und Transport der Geräte hatten Wochen in Anspruch genommen. Die kostbare Sendung wurde von den Karmelitinnen begeistert aufgenommen. Die wichtigsten Einnahmequellen für das Kloster sind damit auf Jahre gesichert.

KIN / S. Stein