Die Blüten des Martyriums in Uganda

Trotz Armut und Bedrohung durch Rebellen halten die Menschen am Glauben fest

Ordensschwestern am Grab von Schwester Paula.

Ordensschwestern am Grab von Schwester Paula.

Uganda – Land der Märtyrer, Blüte der Christenheit. Land des Krieges, Völker voll Hoffnung. In kaum einem anderen Land Afrikas leben die ­Menschen in solchen Gegensätzen. Fast die Hälfte der 28 Millionen Ugander ist katholisch, täglich werden mehr als tausend Kinder getauft.

Der Boden Ugandas ist fast getränkt vom Blut christlicher Märtyrer. Die ersten starben vor 125 Jahren. Es waren 22 junge Männer am Hof des Königs Mwanga. Sie waren Katholiken, die sich weigerten, dem König als Lustknaben zu dienen. Sie wurden grausam zu Tode gefoltert.

Auch heute sterben junge Männer für ihren Glauben: zum Beispiel Seminaristen, die sich weigern, in der Rebellenarmee zu dienen, zu töten und zu vergewaltigen. Oder Schwester Paula von der Schmerzhaften Jungfrau, die 1980 mit 31 Jahren von einem Soldaten erschossen wurde. Der Tod dieser Märtyrer ist buchstäblich ein Zeugnis, denn das griechische Wort für Zeugnis ist “martyrion”.

Eine Blüte des Martyriums ist die Treue. Stephen Raphael Kilama war sechzehn Jahre alt, als er als Seminarist im Kleinseminar mit vierzig anderen Schülern von Rebellen entführt wurde. Man hatte ihn schon fast aufgegeben, eine Totenmesse sollte gefeiert werden.

“Beten war die einzige Hoffnung”, sagte Stephen nach seiner Flucht. “Es blieb nichts Anderes. Ich hatte keinen Rosenkranz und zählte die Gebete an den Fingern ab. Das Gebet war alles. Ich musste Dinge sehen, von denen ich nie gedacht hätte, sie ertragen zu können. Gott tut Wunder. Mit menschlichen Kräften allein wäre es unmöglich gewesen, dieser Hölle zu entrinnen.”

Er kehrte in das Seminar zurück. Viele Verwandte rieten ihm davon ab, aber Stephen wollte dem Ruf Gottes folgen. Heute fehlen noch zwölf der entführten Seminaristen.

Bescheidene Ausstattung, aber umso mehr Hoffnung und Freude: Ein Seminarist in Uganda.

Bescheidene Ausstattung, aber umso mehr Hoffnung und Freude: Ein Seminarist in Uganda.

Am dritten Jahrestag der Entführung sendete das Radio eine Botschaft des Seminars an die Entführten: “Wir lieben Euch. Wir ergeben uns dem Schutz und der Führung des Guten Hirten Jesus Christus, der auch Euch berufen hat, als Priester Gottes Liebe und Barmherzigkeit in dieser Welt zu verkünden. Möge Gott Euch sicher wieder heimführen. Unsere Gebete sind immer auf Euren Wegen.”

Ein Kind fährt in einem Flüchtlingslager mit einem selbstgebauten Fahrrad.

Ein Kind fährt in einem Flüchtlingslager mit einem selbstgebauten Fahrrad.

Uganda ist ein Land mit Zukunft. Zum Nationalheiligtum der Märtyrer in Namugongo pilgern jährlich Hunderttausende, allein am Festtag Anfang Juni waren es mehr als eine halbe Million. Sie fürchten Krieg, Tod und Blutvergießen. Aber sie wissen auch: Der Glaube überwindet die Furcht, er macht froh, inmitten des Kriegs und trotz der Armut.

Ein Zeichen der Zuversicht in die Zukunft sind die vielen Kinder. Sie prägen das Bild in der Sonntagsmesse und auf den Straßen.

Auch in den Flüchtlingslagern trotzen sie dem Elend Hoffnung ab. Die meisten Kleinen wissen nicht, dass Wohltäter weltweit sie dabei begleiten, angefangen bei der Flüchtlingshilfe bis hin zur Existenzhilfe für Seminare. Bleiben Sie weiterhin den Christen in Uganda treu!

4.Okt 2010 16:58 · aktualisiert: 4.Okt 2010 17:02
KIN / S. Stein