Ein deutscher Pater im Irak | 08.09.2013 · 35:59 min

Beschreibung

Viele Christen aus Bagdad und dem Süden des Irak sind aus Angst vor Terroranschlägen in die kurdischen Autonomiegebiete geflohen. Hier ist die Sicherheitslage stabil, daher kommen immer wieder Christen im Norden an. „Sie kommen nicht nur wegen der Sicherheit. Vielfach können sie sich die durch Spekulation explodierenden Mieten in Bagdad einfach nicht mehr leisten”, erklärt der Pater.

Seit einiger Zeit kommt auch eine größere Zahl ausländischer Christen aus Eritrea, Bangladesch, Großbritannien oder von den Philippinen als Gastarbeiter nach Sulaimaniyya. Um die 400 arbeiten dort als Hausangestellte, in den Ölfirmen oder auf den großen Baustellen. „Ich kümmere mich im Auftrag der Kirchengemeinde um sie”, sagt Petzold. In der aufstrebenden Millionenstadt ist die christliche Gemeinschaft trotz des Zulaufs mit kaum 1500 Seelen verschwindend klein.

Die Hoffnung, irakische Berufungen für die Gemeinschaft gewinnen zu können, hat sich bislang zwar noch nicht erfüllt. Aber der Pater bleibt zuversichtlich. „Unabhängig davon, ob junge Menschen bei uns eintreten oder nicht: Es ist uns wichtig, ihnen geistlich beizustehen und ihre christliche Identität zu stärken”, sagt er.

Es gebe bei jungen irakischen Christen eine große spirituelle Sehnsucht. Für den kommenden Sommer plant er deshalb ein geistliches Lager mit etwa 30 jungen Leuten zwischen 16 und 28 Jahren. Manche von ihnen sind Seminaristen, andere arbeiten in ihren Gemeinden als Katecheten. „Wir wollen eine Woche zusammen leben, in der Bibel lesen und die schöne Natur um Sulaimaniyya erkunden”, sagt der Pater.

Dabei hilft das neue Auto, das die Gemeinschaft mit Hilfe von KIRCHE IN NOT vor zwei Monaten anschaffen konnte. „Ich danke allen Spendern ganz herzlich. Das Auto ist etwas Praktisches, aber Unentbehrliches. Im Irak geht es nicht ohne Auto”, betont Petzold. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln verliere man sehr viel Zeit. „Und die verwende ich lieber für den Aufbau des Klosters und meine pastorale Arbeit”, sagt der Pater.


Erstausstrahlung (bzw. hochgeladen am): 08.09.2013 
Produktionsjahr: 2013

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