Chile: Wüstenkapellen

Beschreibung

Regen kennt man fast gar nicht in Atacama, der trockensten Wüste der Welt. Die unfruchtbare Natur verbarg aber Bodenschätze, und für eine kurze Zeit wurde diese Gegend zu einem Zentrum für Kupfer-, Gold- und Silberbergbau. 1830 sorgte der erste Export von Guanodünger für einen kurzen wirtschaftlichen Aufschwung und es kamen weitere Arbeiter in die Gegend.

Aber auch dieser Markt schwächte sich 1960 wegen des aufkommenden Kunstdüngers ab und der letzte Guanotagebau wurde geschlossen. Die Minenarbeiter wurden überflüssig. Wer konnte, wanderte aus. Verarmte Familien verließen und verlassen weiterhin die ländlichen Gegenden. Sie nehmen mit, was sie tragen können und versuchen ihr Glück in den wirtschaftlichen Zentren Chiles. Das Ergebnis sind überfüllte Slums am Rande der chilenischen Großstädte. Der Stadtrand von Iquique, der Hauptstadt der nördlichen Region, ist zu einem riesigen Slum angewachsen, in dem 60.000 Menschen in völliger Armut leben.
Unabhängig von Regierungsprogrammen ist die katholische Kirche eine der wenigen Institutionen, die den Armen tatkräftige Hilfe anbieten. Sie fördert Wasseraufbereitung, Essensküchen und Unterkünfte; außerdem kümmert sich die Kirche um die geistlichen Bedürfnisse der Bevölkerung. Vor kurzem wurde ein Projekt zum Bau von kleinen Kapellen.
Christiane Raczyński, die Direktorin des chilenischen Nationalbüros von Kirche in Not, sagt: „Ich frage mich: Wie können wir Priesterberufungen haben, wenn die Kinder keine Kapelle sehen – wenn sie keinen Ort vor Augen haben, wo sie Gott in der Eucharistie begegnen können?“
Diese 13 - minütige Dokumentation betrachtet den das Elend in diesen Slums, und wie die katholische Kirche diese Armut bekämpft. Sie reagiert nicht nur auf den Schrei nach Wasser, Nahrung und Obdach, sondern auch den geistigen Hunger der Bevölkerung.


 
Produktionsjahr: 2004

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