Bethanien: Wo Jesus um Lazarus weinte | 26.07.2012 · 3:22 min

Beschreibung

Eine Auferstehung, die eine größere Auferstehung ankündigt. Eine solche geschah in Bethanien. Dies ist der Ort, an dem der Herrn um den Tod seines Freundes Lazarus weinte und ihn von den Toten auferweckte. Der Ort, an dem die ganze Menschheit Christi aufstrahlte und an dem er sein letztes Wunder vor seiner Passion und seinem Tod vollbrachte.
P. Sabino Chiala, Gemeinschaft von Bose: „Die Kirche der Antike sah es immer als eine Vorankündigung der Auferstehung Jesu, und auch die Liturgien der orientalischen Kirchen erinnern an dieses Evangelium, kurz bevor die Heilige Woche beginnt. Diese Auferstehung entfesselte die negative Reaktion von Seiten der Oberhäupter des Volkes, welche dann den Tod Jesu zur Folge haben sollte.“
In Bethanien, einer heute eine fast völlig muslimischen Stadt, erhebt sich die franziskanische Basilika über den Ruinen der vorher existierenden Kirchen; die älteste geht auf das 4. Jahrhundert zurück. Neben der Kirche steigen die Pilger zum Besuch der Reste eines Grabes herab, das traditionell als Grab des Lazarus verehrt wird.
Obwohl ein wenig isoliert und heute unerbittlich umgeben von der israelischen Sicherheitsmauer, wird in Bethanien oder Al Azarieh (Arabisch für das Haus des Lazarus) immer noch in den Herzen der ankommenden christlichen Pilger die Gastfreundschaft und die Freundschaft dieser drei Geschwister spürbar …
P. Sabino Chiala, Gemeinschaft von Bose: „Bethanien war für Jesus auch ein Ort, an dem er das Gefühl der Freundschaft erlebte und ich glaube, dass auch das 11. Kapitel von Johannes uns sagen will, dass dies ein außergewöhnliches Geschehen ist: Jesus, der Menschensohn, der Sohn Gottes, beginnt zu weinen, als er sieht, dass Lazarus tot ist. Bethanien ist auch der Ort der Menschheit Jesu und der Ort, an dem Jesus seine Menschheit zeigt. Er ist der Sohn Gottes, aber er braucht auch die Zuneigung der Menschen.“
Jesus holt Lazarus wenige Tage vor seinem Einzug in Jerusalem ins Leben zurück, wo sich seine Bestimmung vollenden sollte, zu der gesandt worden war. Und immer noch liegt auf der Ostseite des Olivenberges, auf der alten Straße, die nach Bethanien führt, heute das franziskanische Heiligtum Betfage in seiner 1954 restaurierten Form. Hier erinnert man sich an das Treffen Jesu mit Martha und Maria vor der Auferweckung des Lazarus und an den Beginn des Weges Jesu vor seinem triumphalen Eintritt in Jerusalem. Es ist genau von hieraus, von wo jedes Jahr am Palmsonntag nach jahrhundertealter Tradition die große Prozession der örtlichen Christen und der Pilger in Richtung Jerusalem zieht…
P. Sabino Chiala, Gemeinschaft von Bose: „Alles, was in diesem Eingang laut der Erzählung der Synoptiker und nach dem Bericht des vierten Evangeliums geschah, will uns etwas von dem Messianischen der Gestalt Jesu sagen. Jesus ist der Messias, der Sohn Davids, aber er zieht in Jerusalem nicht auf Kriegspferden ein, nicht wie die alten Könige Israels. Er wählt ein anderes Symbol, er wählt das Symbol des Esels, das heißt eines sanftmütigen Reiters, und damit erinnert er an die Prophezeiung des Zacharias. Also zeigt er uns mit dieser Geste auch, welcher Typus von Messias gekommen ist und welchen Messias Gott sich erdacht hat.“


Erstausstrahlung (bzw. hochgeladen am): 26.07.2012 
Produktionsjahr: 2011

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