Zum 1100. Todestag des heiligen Adalbero

Augsburg und seine Heiligen

Viele Vorbilder für den christlichen Glauben stammen aus der bayerischen Stadt

Blick in die Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg.

Blick in die Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg.

Über den heiligen Adalbero ist nur wenig bekannt. Er stammt aus Dillingen an der Donau, rund 50 Kilometer von Augsburg entfernt. Er war Benediktinermönch im Kloster Ellwangen, das er auch später als Abt geleitet haben soll.

Erst seit 887 gibt es geschichtliche Aufzeichnungen von ihm. In jenem Jahr wurde er nämlich zum Bischof von Augsburg ernannt. Adalbero war ein geschätzter Mann. König Arnulf, der spätere römisch-deutsche Kaiser, vertraute dem Bischof die Erziehung seines Sohnes Ludwig an.

Ludwig wurde im Alter von sechs Jahren zum König ernannt und bekam den Beinamen “das Kind”. Adalbero beriet den jungen Regenten. Ludwig respektierte Adalbero in Zeugnissen als seinen treuen Erzieher, geistlichen Vater und Lehrer.

Adalbero ist auch eng mit dem Kloster Lorsch an der Bergstraße verbunden, das heute UNESCO-Weltkulturebe ist. Dorthin wurde er von König Arnulf geschickt und zum Abt ernannt. Der Erhalt dieses Kloster war Arnulf wichtig, denn es war die Begräbnisstätte seiner Vorgänger.

Adalbero blieb jedoch nur wenige Jahre in Lorsch. Am 28. April 909 starb er in Augsburg. Ihm folgte Hiltin und im Jahr 923 Ulrich, der heutige Bistumspatron.

Gräber von Heiligen in Augsburg

Nur wenige deutsche Städte sind so sehr mit Heiligen verbunden wie Augsburg. Mehrere Heilige sind sogar in der Bischofsstadt begraben. An der Spitze der heiligen Männer und Frauen stehen die beiden Heiligen, denen die Päpstliche Basilika Sankt Ulrich und Afra geweiht ist.

Die heilige Afra erlitt um das Jahr 304 den Märtyrertod. Ihre Gebeine ruhen in der Unterkirche der nach ihr und dem heiligen Ulrich benannten Basilika. Im Altar der Allerheiligenkapelle in der Sakristei der Basilika werden die Reliquien des heiligen Tozzo verehrt, den der heilige Magnus bei König Pippin zum Bischof von Augsburg vorschlug. Im rechten Schiff des Langhauses wurde der heilige Sintpert bestattet, der 778 Bischof von Augsburg wurde.

Die Basilika St. Ulrich und Afra.

Die Basilika St. Ulrich und Afra.

Den Bistumspatron Ulrich, der zu den größten Bischofsgestalten des Mittelalters zählt, finden wir in Augsburg als Kleriker. Am Sieg von König Otto I. über die Ungarn bei der Schlacht auf dem Lechfeld im August 955 hatte er Anteil, denn er leitete die Verteidigung des Osttores der Stadt Augsburg, das besonders bekämpft wurde. Ulrich verstarb am 4. Juli 973. Den Begräbnisfeierlichkeiten stand der heilige Bischof Wolfgang von Regensburg vor.

Zu Ulrichs Lebzeiten war die heilige Adelheid von Burgund, die Gattin Kaiser Otto I., mehrfach in Augsburg, auf dem Reichstag 952 auch die heiligen Bischöfe Lantbert von Freising und Konrad von Konstanz.

Auch Kaiser Heinrich II. und seine Gemahlin Kunigunde sind mehrfach in Augsburg gewesen, wo sie Personen trafen, die später seliggesprochen wurden, wie zum Beispiel Erzbischof Tagino von Magdeburg und Bischof Meinwerk von Paderborn.

Die Anwesenheit des heiligen Papstes Leo IX. in Augsburg ist mehrfach bezeugt. Im Jahre 1049 weihte er eine Kirche in Donauwörth und war damals auch in Augsburg, wo er 1051 mit dem Kaiser Heinrich III. das Fest Mariä Lichtmess feierte. Auch im Januar 1053 ist seine Anwesenheit in Augsburg nachgewiesen.

Reliquien des heiligen Wolfhard

In der Augsburger Kirche St. Sebastian befinden sich die Gebeine des heiligen Wolfhard, der um das Jahr 1070 in Augsburg geboren wurde. Er zog als Sattlergeselle durch Oberitalien und tat viel für Kranke und Arme. Bei Verona lebte er als Einsiedler, bis er sich den Kamaldulensern anschloss. Für seine frühe Verehrung bezeugt die Tatsache, dass seine Reliquien aus Verona nach Augsburg überführt wurden.

Im Jahr 1240 kam der große Volksprediger Berthold von Regensburg in die Stadt, 1263 auch der heilige Albertus Magnus, der aus dem schwäbischen Lauingen stammt. In der Zeit der Bedrohung durch die Türken im 15. Jahrhundert, als Papst Pius II. das Angelus-Gebet als Sturmgebet der Christenheit anordnete, predigte der heilige Johannes von Capestrano zwischen 1452 und 1454 in Augsburg.

Im Jahre 1457 war auch der selige Markgraf Bernhard von Baden zweimal in Augsburg, der sich – wie Johannes von Capestrano – für den Kampf des Abendlandes gegen die Türken engagierte.

Stadt mehrerer Reichstage

In der Reformationszeit fanden bedeutende Reichstage in Augsburg statt. Hier wurden Entscheidungen getroffen, die bis heute den Namen Augsburgs tragen. Der zweite Apostel Deutschlands, der heilige Petrus Canisius, war mehrfach auf Reichstagen in Augsburg. 1556 hatte ihn Papst Pius V. als theologischen Berater des Kardinallegaten Giovanni Francesco Commendone entsandt. Von 1559 bis 1566 war Canisius Augsburger Domprediger.

Weiterhin kam er auch in den Jahren 1569, 1573 und 1584 nach Augsburg. Als der erst 17-jährige polnische Adlige Stanislaus Kostka als Bettler verkleidet am 10. August 1567 nach Augsburg kam, traf er Petrus Canisius nicht an und reiste deshalb nach Dillingen weiter.

Klemens Maria Hofbauer.

Klemens Maria Hofbauer, Patron von Warschau und Wien.

Seine Eltern hatten ihm den Eintritt in den Jesuitenorden verwehrt, weshalb er nach Deutschland floh. Er starb bereits während des Noviziates und genießt nicht nur in der Gesellschaft Jesu große Verehrung.

Der Apostel von Warschau und Wien, der aus Südmähren stammende heilige Klemens Maria Hofbauer, war auf seiner ersten Gründungsreise 1795 in Augsburg.

Im 20. Jahrhundert war der heilige Maximilian Kolbe in der Stadt und auch die heilige Edith Stein. Sie nahm im Juli 1932 an einer Mädchentagung teil und referierte über das Thema “Die Aufgabe der Frau als Führerin zur Kirche”.

 

9.Okt 2008 11:50 · aktualisiert: 25.Aug 2016 13:32
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