“Heilt die Wunden des leidenden Jesus!”
Vor zwei Jahren starb der französische Kardinal Jean-Marie Lustiger
Am 5. August 2007 verstarb der langjährige Erzbischof von Paris, Kardinal Jean-Marie Lustiger, im Alter von achtzig Jahren.
Pater Joaquín Alliende, internationaler Präsident unseres Hilfswerks, hob nach dem Tod des Franzosen hervor, dass Kardinal Lustiger KIRCHE IN NOT stets tatkräftig unterstützt habe. “Er hat die großen Anliegen unseres Gründers Pater Werenfried van Straaten mit uns geteilt”, so Alliende.
Vom 11. bis 14. September 2003 fand in Castel Gandolfo in der Nähe von Rom eine Internationale Konferenz von KIRCHE IN NOT statt, die unter dem Thema “Pater Werenfried – sein Erbe und seine Mission” stand.
Neben dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner hat Kardinal Lustiger hierzu Stellung genommen, wie die Zukunft von KIRCHE IN NOT nach dem Tod von Pater Werenfried am 31. Januar 2003 gestaltet werden müsse.
“Sein Vortrag hat ein realistisches Bild der Kirche entworfen und dem Hilfswerk auf seinem Weg in die Zukunft geholfen”, so Alliende, der Jean-Marie Lustiger bereits in jungen Jahren persönlich kennen gelernt hat. Lustiger sei ein Realist gewesen, der von einer tiefen christlichen Hoffnung erfüllt gewesen sei. In kongenialer Weise habe er die wichtigen Anliegen Papst Johannes Pauls II. umgesetzt und sei ein Priester ganz im Sinne dieses großen Papstes gewesen.
Ein Kind polnischer Juden
Kardinal Lustiger hatte bei der Tagung der Leitungsgremien in Castel Gandolfo KIRCHE IN NOT dazu aufgerufen, erfindungsreich zu sein, “um die Wunden des leidenden Christus in der Welt” zu heilen. Dazu gehöre vor allem, Wege zu gehen, die von anderen Hilfsorganisationen nicht beschritten würden.
Aaron Lustiger wurde am 17. September 1926 in Paris als Kind polnischer Juden geboren. Seine Mutter wurde 1943 im Konzentrationslager Auschwitz umgebracht. Aaron überlebte die Nazi-Besatzung, da er bei einer Familie in Orléans Unterschlupf gefunden hat. Hier fand er zum katholischen Glauben. Am 25. August 1940 wurde Lustiger auf den Namen Jean-Marie getauft. 1954 erfolgte die Priesterweihe.
Fünfzehn Jahre lang war er als Seelsorger an der Pariser Universität Sorbonne und an weiteren französischen Eliteschulen tätig. Am 10. November 1979 ernannte Papst Johannes Paul II. Lustiger zum Bischof von Orléans. Zwischen 1981 und 2005 hatte Lustiger, der 1983 zum Kardinal ernannt worden ist, die Leitung des Erzbistums Paris inne.
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