“Fatima hat mein Leben verändert”

Dr. Sigrid Krines von KIRCHE IN NOT über den portugiesischen Wallfahrtsort

Dr. Sigrid Krines, Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT.

Dr. Sigrid Krines, Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT.

Am 13. Oktober jährt sich das so genannte “Sonnenwunder” von Fatima zum 93. Mal. An diesem Tag gedenken viele Katholiken der Erscheinungen der Muttergottes nahe der portugiesischen Kleinstadt.

Eine regelmäßige Fatima-Pilgerin ist KIRCHE-IN-NOT-Mitarbeiterin Dr. Sigrid Krines. Sie hat für das Hilfswerk unter anderem eine Broschüre mit dem Titel “Die Botschaften von Fatima” geschrieben. Das Interview mit ihr führte André Stiefenhofer.

ANDRÉ STIEFENHOFER: Frau Dr. Krines, was sagen uns Marienerscheinungen heute?
DR. SIGRID KRINES: Im Lauf der Kirchengeschichte haben immer wieder Menschen berichtet, dass ihnen die Gottesmutter erschienen ist und eine bestimmte Botschaft übermittelt hat. Bei diesen Botschaften handelt es sich meist um Ermahnungen zur Hinwendung zu Gott, zu Gebet und Frieden.

Die Kirche betrachtet solche Erscheinungen zunächst als Privat-Offenbarungen, das bedeutet, dass sie sehr genau überprüft, ob es sich tatsächlich um authentische Erscheinungen Mariens handelt. Eine solche Marienerscheinung muss grundsätzlich die kirchliche Lehre bestätigen. Marienerscheinungsorte werden oft zu beliebten Wallfahrtsorten. Die bedeutendsten unter ihnen sind Fatima in Portugal, Lourdes in Frankreich und Guadalupe in Mexiko.

Was fasziniert Sie persönlich an Fatima so sehr?
Fatima hat mein Leben verändert. Vor der Gnadenkapelle und dem Bild “Unserer Lieben Frau” habe ich eine besondere Gotteserfahrung machen dürfen, die mein berufliches und vor allem mein persönliches Leben vollständig verändert hat. Statt weiter als promovierte Germanistin tätig zu sein, habe ich mich nach diesem Erlebnis ausschließlich dem Einsatz für die Kirche gewidmet.

Mein Leben richtete sich ganz auf Gott aus, eine tiefe Liebe zum Allerheiligsten Altarsakrament und eine große Marienverehrung waren die Folge dieser Erfahrung. Dieses “Glaubenslicht”, das ich im Heiligtum von Fatima bekommen habe, brennt nun schon unvermindert seit 15 Jahren. Solche persönliche Erfahrungen machen übrigens viele Menschen in einem Marienheiligtum.

Platz vor der Kathedrale in Fatima.

Platz vor der Kathedrale in Fatima.

KIRCHE IN NOT ist ein weltweites katholisches Hilfswerk, das seine geistlichen Wurzeln in den Marienerscheinungen von Fatima sieht. Wieso gerade dort?
Das hängt mit unserem Gründer Pater Werenfried van Straaten zusammen, der 1942 als junger Priester des Prämonstratenserordens der Abtei Tongerlo in Belgien von den Fatima-Botschaften erfuhr. Er erkannte schon bald, dass man dem Aufruf der Gottesmutter während des Ersten Weltkriegs nur wenig Beachtung geschenkt hat.

Als sie in Fatima die Mittel zur Heilung der Welt anbot, nämlich die Verehrung des makellosen Herzens Mariens und das Rosenkranzgebet, wurden diese von nur wenigen angenommen. Nur deswegen war die weitere Katastrophe des Zweiten Weltkrieges möglich geworden, vor der Maria in ihren Botschaften ebenfalls warnte. Atheismus und Materialismus versklaven im Grunde bis heute weiterhin die Seelen.

Dieser Situation wollte Werenfried van Straaten entgegensteuern. Wie ein roter Faden zogen sich darum die Botschaften von Fatima durch sein Leben und durch seine Arbeit im Dienst der Kirche. Sein Leben war geprägt von Treue und grenzenlosem Vertrauen zu Maria. Das ist auch heute noch der Eckpfeiler seines Hilfswerks KIRCHE IN NOT.

Geburtshaus von Lucia, einem der Seherkinder von Fatima.

Geburtshaus von Lucia, einem der Seherkinder von Fatima.

Die Erscheinungen ereigneten sich in den Jahren 1916 und 1917. Viele sagen, dass die meisten Prophezeiungen von damals schon eingetroffen seien. Was ist an diesen Marienerscheinungen denn heute noch relevant?
Im Grunde ist die Antwort auf diese Frage schon im oben Gesagten enthalten. Der Zweite Weltkrieg hatte zwar viele Menschen wachgerüttelt und für die Botschaften von Fatima aufnahmebereit gemacht. Doch diese Bereitschaft erlosch nach und nach. Obwohl auch dieser Krieg viele Menschenleben kostete, brachte er keine entscheidende Wende im Denken der Menschen.

Da Atheismus und Materialismus bis heute große Probleme der Menschen sind, bedürfen sie nach wie vor der Heilung und der Erlösung. Der Aufruf zur Umkehr und Hinwendung zu Gott bleiben damit höchst aktuell.

Marienfigur in der Kathedrale von Fatima.

Marienfigur in der Kathedrale von Fatima.

Sie haben eine Broschüre zusammengestellt, in der die Geschichte der Marienerscheinungen von Fatima dargestellt wird und in der Anregungen für das persönliche Gebet enthalten sind. Was sollen die Leser aus diesem Heft mitnehmen?
Im Sinne von Pater Werenfried sollen die Erscheinungen der Gottesmutter in den Herzen der Menschen lebendig bleiben und beachtet werden.

Die Gebete, die in der Broschüre angeboten werden, der Rosenkranz und die Verehrung des makellosen Herzens Mariens, entsprechen dem Wunsch “Unserer Lieben Frau von Fatima”. Ich wollte mit dieser Broschüre außerdem die besondere Bedeutung hervorheben, die die Botschaften von Fatima für unser Werk KIRCHE IN NOT haben.

Die von Dr. Sigrid Krines verfasste Broschüre “Die Botschaften von Fatima” (52 Seiten) können Sie für einen Euro im Münchner Büro von KIRCHE IN NOT bestellen:

KIRCHE IN NOT
Lorenzonistr. 62
81545 München
Telefon: 0 89 / 64 24 888 0
Fax: 0 89 / 64 24 888 50

E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

oder ganz einfach in unserem Bestelldienst.

13.Okt 2010 08:23 · aktualisiert: 13.Okt 2010 17:54
KIN / S. Stein