Katholiken vom Speisezettel genommen

Vor 479 Jahren stieß Maria von Guadalupe eine Bekehrungswelle unter Azteken an

Das Gnadenbild der Maria von Guadalupe von 1531. Wie das Bild in das Gewebe aus der Agavepflanze kam, kann bis heute naturwissenschaftlich nicht erklärt werden.

Das Gnadenbild der Maria von Guadalupe von 1531.

Die Kirche feierte am 12. Dezember die Erscheinungen von Maria von Guadalupe. Auf dem Gebiet der heutigen Hauptstadt Mexiko-City ist vom 9. bis 12. Dezember 1531 die Muttergottes einem indigenen Christen vier mal erschienen.

Sie stellte sich dem 55-jährigen Juan Diego Cuauhtlatoatzin vom Stamm der Chichimeken auf dem Hügel Tepeyac als “die Mutter des einzig wahren heiligen Gottes, des Leben spendenden Schöpfers aller Menschen” vor.

Im Zusammenhang mit diesen Erscheinungen werden gemäß der Überlieferung in einem Text von 1649 drei Wunder berichtet.

Zuerst sagt die Erscheinung Juan Diego die Gesundung seines schwerkranken Onkels zu, die zur selben Zeit eintrifft, wie sich später herausstellt. Dann blühen auf dem Erscheinungshügel duftende Blumen außerhalb der Saison, die Juan Diego auf Geheiß der Erscheinung pflückt, in sein Gewand einschlägt und dem Bischof bringt. Als der Seher schließlich die Blumen aus seinem Gewand nimmt und als Beweis dem Bischof überreicht, zeigt sich in dem Stoff das Bild der Erscheinung.

Das Bild auf dem Stoffstück ist etwa 1 Meter mal 1 Meter 70 groß und wird seither auf dem Hügel in einem sogenannten Heiligtum ausgestellt.

Das farbige Abbild auf dem Gewand

Wie das Bild in den Stoff gelangt ist, läßt sich bis heute nicht naturwissenschaftlich erklären. Der Autor und Guadalupe-Experte Paul Badde sagte uns in einem Interview folgendes:

“Das Bild ist ausgesprochen farbig, aber es gibt keinen einzigen Farbpartikel. Es hat keine Grundierung. Jeder Maler weiß, dass eine Leinwand erst grundiert werden muss, damit die Farben haften bleiben und nicht in die Fasern zerlaufen. Dieses Bild ist farbig, hat aber keine Farben. Es handelt sich lediglich um eine Verfärbung der Fasern, und zwar auf eine Weise, die bis heute absolut unerklärlich geblieben ist. Manche sagen, die Farben hätten den Charakter von Schmetterlingsflügeln oder von Blumen, die nicht angemalt, sondern in sich farbig sind. Außerdem changieren die Farben – wie Tarnfarben bei Tieren. Das Bild ist gegen alle Regeln der Malkunst entstanden.”

Die Muttergottes als Missionarin der Erst-Evangelisierung Lateinamerikas

Aufgrund dieses symbolträchtigen Bildes kamen in kürzester Zeit sehr viele indigene Azteken zum christlichen Glauben. Paul Badde schrieb in seinem Buch: “Unmittelbar nach dieser Begebenheit wurden plötzlich acht Millionen Indios katholisch, die sich nur zehn Jahre vorher kaum etwas Schöneres vorstellen konnten, als Spanier beziehungsweise Katholiken in Kakao zu kochen und aufzuessen.”

Der Autor Paul Badde im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Der Autor Paul Badde im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Im Interview sagte er: “Dieses Bild war im Grunde das Tor, durch das die ganze indianische, lateinamerikanische Welt in die Kirche hineingeströmt ist.”

Zuvor gab es bei den Azteken, so Badde, “einen zum Teil auch kannibalischen und jedenfalls grässlich verbreiteten Menschenopferkult. Die Azteken glaubten, sie müssten den Göttern Opfer darbringen, damit die Sonne jeden Morgen wieder aufgehen konnte. Aus diesem Gedanken war ein kollektiver Wahn geworden. Den Menschen wurde zu Tausenden auf den Gipfeln der Pyramiden das Herz bei lebendigem Leib herausgerissen, um die Götter zu beschwichtigen.”

Nach der Christianisierung änderte sich laut Badde die bis dahin nekrophil geprägte Literatur und Musik der Azteken: sie wurde “plötzlich auf eine ganz neue Weise hoffnungsvoll und heiter, als würde sie von einer Morgenröte erfüllt.”

So können Sie helfen und sich informieren

Das halbstündige Interview mit Paul Badde können Sie auf Video-DVD oder Audio-CD unentgeltlich in unserem Münchner Büro bestellen:

KIRCHE IN NOT
Lorenzonistraße 52
81545 München
TElefon: 089 – 64 24 888-0
Fax: 089 – 64 24 888-50
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10.Dez 2010 17:09 · aktualisiert: 6.Apr 2016 16:26
KIN / T. Waitzmann