Eine Kleine ganz groß

Der Sterbeort der kleinen Therese vom Kinde Jesu ist Etappenort der Tour de France

Schwestern im Karmelitinnenkloster in Kigali / Ruanda.

Schwestern im Karmelitinnenkloster in Kigali / Ruanda. Wir helfen ihnen bei der Anschaffung eines Hostienbackgeräts.

Am 7. Juli machte die Tour de France Station in Lisieux in der Normandie. Für viele Profis im Fahrerfeld ist der Ort wahrscheinlich nur eine Etappe auf dem Weg Richtung Pyrenäen, Alpen und Paris gewesen. Katholiken verbinden mit dem Etappenort Lisieux jedoch vor allem eine besondere Persönlichkeit: die heilige Therese vom Kinde Jesu.

Im Jahr 1897 starb dort die erst 24-jährige Karmelitin an Tuberkulose. Trotz ihres kurzen Lebens hat sie viele Christen inspiriert und fasziniert. Ihre Biografie “Geschichte einer Seele” gilt neben der Bibel als meistgelesenes geistliches Buch in französischer Sprache. Einige Karmelorden berufen sich auf die kleine heilige Therese, wie sie auch genannt wird.

KIRCHE IN NOT unterstützt weltweit jedes Jahr zahlreiche Therese-Schwestern auf unterschiedliche Weise: Ausbildung von Novizinnen, Erweiterung von Klostergebäuden oder Kauf von Hostienbackgeräten.

Therese wurde 1873 in Alencon, ebenfalls in der Normandie, geboren. Schon früh wollte sie in ein Karmelkloster eintreten. Allerdings wurde es ihr wegen des Alters nicht gestattet. Erst mit der Dispens des Bischofs durfte sie zusammen mit zwei ihrer Schwestern – sie hatte acht Geschwister – in das Kloster eintreten. Als Ordensnamen wählte sie Therese vom Kinde Jesu und vom Heiligen Antlitz.

Sie lebte den so genannten kleinen Weg der Liebe: Klein bedeutete für sie, dass sie und die Menschen sich von Gott alles schenken lassen müssen, auch die scheinbar menschlichen Tugenden seien von ihm geschenkt. In der Liebe zu den Menschen wollte sie Gott erfahren und in Jesus Gott lieben.

Inspiration für viele Gläubige

Ihre spirituellen Erfahrungen und Gedanken beschrieb sie in zahlreichen Briefen, Gebeten und Gedichten. Viele fromme Menschen, nicht nur Ordensfrauen, haben sich davon inspirieren lassen. Papst Pius X. bezeichnete sie sogar als größte Heilige der Neuzeit.

Heiliggesprochen wurde Therese von Lisieux am 17. Mai 1925. Außerdem wurde sie später zur Patronin der Weltmission erklärt. Papst Johannes Paul II. erhob sie neben Katharina von Siena und Theresa von Avila zur Kirchenlehrerin.

Heute ist Lisieux der zweitgrößte Wallfahrtsort in Frankreich – nach Lourdes, das in diesem Jahr ebenfalls Etappenort der Tour de France ist.

Hostienbackgeräte für Karmelitinnen in Kigali

So sieht ein Hostienbackgerät aus.

So sieht ein Hostienbackgerät aus.

Die Schwestern in Kigali / Ruanda benötigen neue Hostienbackgeräte. Weil ihre produzierten Hostien von guter Qualität sind, bekommen sie immer mehr Aufträge,  auch aus anderen Diözesen. Doch die Maschinen, die sie zur Hostienproduktion verwenden, sind durch den häufigen Gebrauch oft kaputt.

“Wenn wir keinen Weg finden, um die Hostienproduktion für die Diözesen zu verbessern, riskieren wir, dass wir unsere Aufträge verlieren, die so wichtig für uns sind”, sagt Schwester Paul-Marie. Immerhin unterhalten sich die Schwestern zu einem großen Teil aus der Produktion und dem Verkauf von Hostien. Zwei neue Backmaschinen braucht das Kloster. KIRCHE IN NOT möchte die Finanzierung eines Geräts übernehmen. Helfen Sie uns dabei mit Ihrer Spende.

7.Jul 2011 08:14 · aktualisiert: 11.Jul 2011 13:28
KIN / S. Stein