Einsatz für die Muttersprache

Vor 150 Jahren starb der slowenische Bischof Anton Martin Slomšek

Anton-Martin-Slomšek-Denkmal in Maribor.

Anton-Martin-Slomšek-Denkmal in Maribor.

Die Slowenen sind besonders stolz auf den seligen Bischof Anton Martin Slomšek. Zeitlebens setzte er sich für den Erhalt und die Pflege der slowenischen Sprache ein. Denkmäler in einigen Städten erinnern bis heute an ihn. Vor 150 Jahren starb er; seine Gebeine werden in der Krypta des Doms in Maribor aufbewahrt.

Anton Martin Slomšek wurde am 26. November 1800 in Slom in der heute zu Slowenien gehörenden Untersteiermark als erstes von acht Kindern eines Müllers geboren und konnte dank der Hilfe seines Heimatseelsorgers das Gymnasium in Celje (Cilli) besuchen. Philosophie studierte er in Laibach und Zengg (Senj), ehe er 1821 ins Priesterseminar in Klagenfurt eintrat. In St. Andrä im Lavanttal wurde er 1824 zum Priester geweiht.

Sein Bischof wollte ihn zum Weiterstudium nach Wien schicken, doch es zog ihn in die Seelsorge. Schon als Student pflegte Slomšek seine slowenische Muttersprache. 1829 berief ihn Fürstbischof Ignaz Franz Zimmermann (1824-1843) als Spiritual an das Klagenfurter Priesterseminar, wo deutsche und slowenische Theologen der Bistümer Gurk und Lavant studierten.

Slomšek predigte regelmäßig deutsch und slowenisch und leistete wertvolle Kulturarbeit für die lange vernachlässigte slowenische Sprache. 1838 übernahm er die Pfarrei Saldenhofen und schrieb hier nach dem Vorbild Bischof Johann Michael von Sailers und Christoph von Schmids sein berühmt gewordenes pädagogisches Werk “Blasius und Agnes in der Sonntagsschule”.

Der Dom in Maribor.

Der Dom in Maribor. Hier werden die Gebeine des Bischofs aufbewahrt.

1844 wurde er Domherr in St. Andrä und Inspektor aller Schulen im Bistum Lavant. Er regte die slowenische Neuübersetzung der Bibel an und gab drei Gebetbücher heraus. 1846 nominierte ihn der Salzburger Metropolit Friedrich Kardinal Fürst zu Schwarzenberg zum Fürstbischof von Lavant und konsekrierte ihn nach der kaiserlichen Bestätigung.

Auch als Bischof kümmerte sich der Slomšek um seine Gläubigen in beiden Sprachen und regte bei Kultusminister Leo Graf von Thun in Wien zweisprachige Lehrbücher an. Sein schwieriges Gebirgsbistum bereiste er mehrfach, wobei er regelmäßig Pastoralkonferenzen und Priesterexerzitien durchführte.

Im Revolutionsjahr 1848 wandte er sich gegen die Einberufung der Seminaristen zur Nationalgarde und gegen nationalistische Tendenzen auf beiden Seiten.

Kirchenfenster mit Papst Johannes Paul II und Bischof Anton Martin Slomsek.

Kirchenfenster mit Papst Johannes Paul II und Bischof Anton Martin Slomsek.

Auf ihn geht die Gründung der Bruderschaft der heiligen Cyrill und Method zurück, wodurch die Slowenen zum Vorreiter der Vereinigung der getrennten Christen wurden. 1852 wurde diese Bruderschaft päpstlich bestätigt und verbreitete sich bei allen slawischen Völkern.

Es gelang Slomšek, die noch heute bestehende Hermagoras-Gesellschaft zur Verbreitung des slowenischen Schrifttums zu gründen und den Bischofssitz von St. Andrä im Lavanttal nach Marburg (Maribor) zu verlegen.

Damit verbunden war eine Neugliederung der Diözesen Seckau, Gurk und Lavant. 1859 eröffnete Slomšek ein Priesterseminar in Marburg und gründete einen Frauenverein, aus dem die Kongregation der Schulschwestern von Marburg hervorging.

Sein Einsatz für die Pflege der Sprache wurden nicht überall gerne gesehen. Die Nationalitätenkonflikte waren teilweise so stark gewachsen, dass sein Grab auf dem städtischen Friedhof in Marburg noch am Tage der Beisetzung geschändet wurde. Seit 1978 ruhen seine Gebeine im Dom zu Maribor.

Der Stolz der Slowenen auf ihren ersten kanonisierten Seligen ist groß. Neben Denkmälern erinnern auch Tafeln in mehreren Städten an seine segensreiche Tätigkeit. Ein eigener “Slomšek-Weg” führt von seinem Geburtsort über die Orte seiner Wirkens durch Slowenien. In der Kathedrale von Maribor zeigen Glasfenster sein Leben und den polnischen Papst bei der Seligsprechung in Maribor.

21.Sep 2012 16:57 · aktualisiert: 23.Mai 2013 07:19
KIN / S. Stein