Kompromisslos in der Liebe

Zur Heiligsprechung von Johannes XXIII. und Johannes Paul II.

Papst Johannes Paul II. betet im portugiesischen Wallfahrtsort Fatima am 13. Mai 2000.

Papst Johannes Paul II. betet im portugiesischen Wallfahrtsort Fatima am 13. Mai 2000.

Schwester Marie Simon-Pierre wurde von ihrer Parkinson-Krankheit im fortgeschrittenen Stadium geheilt, der kleine Kevin Jeremie von seiner Lähmung. Beide Wunder werden Johannes Paul II. zugeschrieben. Lahme gehen, Kranke werden geheilt. Das ist das Werk von Heiligen, von Menschen, die mit Gott leben.

Johannes Paul II. lebte mit Gott, wirkte mit Gott, umspann die Erde mit Christus. Er war 27 Jahre der Stellvertreter Christi auf Erden. 14 Enzykliken hat er geschrieben und knapp 100 Apostolische Schreiben sowie ungezählte Briefe und Ansprachen verfasst; auf mehr als 100 Reisen hat er über 130 Länder besucht; 400 Millionen Menschen haben ihn gesehen und gehört.

500 Persönlichkeiten hat er heilig- und fast dreimal so viele seliggesprochen; Millionen Jugendliche hat er auf Weltjugendtagen versammelt und begeistert; in Manila feierte er die heilige Messe mit vier Millionen Menschen, die größte Versammlung aller Zeiten. Am 27. April wird er heiliggesprochen, zusammen mit Johannes XXIII., und es werden wieder Millionen kommen. Beide Päpste waren Missionare der Liebe ohne Grenzen, deren Wirken über ihre Lebenszeit hinaus lebendig bleibt.

Pater Werenfried und Papst Johannes Paul II. in Rom im Juni 1985 (Foto: Lido Santoni).

Pater Werenfried und Papst Johannes Paul II. in Rom im Juni 1985 (Foto: Lido Santoni).

Beide haben die Kirche reformiert. „Il Papa buono”, wie man Johannes XXIII. nannte, tat dies mit der Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Friedensenzyklika „Pacem in terris” (Frieden auf Erden). Zum ersten Mal richtete sich ein päpstliches Lehrschreiben nicht nur an Katholiken, sondern an „alle Menschen guten Willens”.

Auch Johannes Paul II. hat zum „Frieden auf Erden” beigetragen. Er hat den Niedergang des Kommunismus eingeleitet, die Kirche mit dem Judentum versöhnt und den Zusammenhang von Glauben und Wissenschaft aufgezeigt.

Geschichte geschrieben und gestaltet

Er hat die Versöhnung mit der orthodoxen Kirche vorangetrieben, den Dialog der Religionen belebt, zahlreiche Friedensinitiativen gestartet, den Wert der Familie ins Bewusstsein gehoben und den Menschenrechten in vielen Teilen der Welt Gehör verschafft. „Krieg ist immer eine Niederlage der Menschheit”, lehrte er.

Johannes Paul II. hat Geschichte geschrieben und gestaltet. Bereits zu Lebzeiten war er ein Mann der Superlative, der immer auf Christus hinwies, den er vertrat. Ein Medienstar in den ersten Jahren, ein Märtyrer der kompromisslosen Hingabe in den letzten.

Gemälde von Papst Johannes XXIII. in der Heilig-Geist-Kathedrale in Istanbul.

Gemälde von Papst Johannes XXIII. in der Heilig-Geist-Kathedrale in Istanbul.

Groß war auch Johannes XXIII: im Glauben und in der Menschlichkeit.  „Der Mensch ist nie größer, als wenn er kniet”, sagte er. Vor dem Schöpfer knieten beide lange, gesammelt, ergeben, versunken in der Liebe.

Beide kannten Pater Werenfried, Johannes Paul II. war sein Freund. Beide schickten sie den Speckpater hinaus in die Welt: Johannes XXIII. legte ihm Lateinamerika ans Herz, Johannes Paul II. Russland und die orthodoxe Kirche. Pater Werenfried gehorchte – „der Wunsch des Papstes ist uns Befehl” – und stützte sich auf die Großzügigkeit der Wohltäter von KIRCHE IN NOT.

So wurde das Werk mit diesen Päpsten groß, durch Gebet, Opfer und schöpferische Treue. Sie beide, die so lange und so oft vor den Altären knieten, werden jetzt zur „Ehre der Altäre” erhoben. Sie werden uns vom Himmel her helfen, die Not der Kirche zu lindern, weltweit, kompromisslos, mit Liebe.

23.Apr 2014 14:16 · aktualisiert: 23.Apr 2014 15:53
KIN / S. Stein