Kraftwerk des Glaubens

KIRCHE IN NOT: von einer Hilfsaktion zu einem weltweiten Hilfswerk

Der Originaltext aus der Abteizeitschrift.

Der Originaltext aus der Abteizeitschrift.

Mit einem Brief in einer unscheinbaren Abteizeitschrift hat alles angefangen. Darin bat der niederländische Prämonstratenser Werenfried van Straaten kurz nach dem Zweiten Weltkrieg seine flämischen Landsleute um Hilfe für die notleidende deutsche Bevölkerung mit etwa 14 Millionen Heimatvertriebenen. Aus dieser Hilfsaktion entwickelte sich im Laufe der Zeit eines der großen Hilfswerke der Weltkirche.

KIRCHE IN NOT ist durch die geistliche Inspiration eines Einzelnen und den aktiven Beitrag vieler entstanden, die sich bewegen ließen. Das Werk trägt den Charakter einer geistlichen Bewegung, die sich immer weiter entwickelt hat, weil sie sich als Antwort auf die Nöte der Zeit versteht.

Viele Leser kennen KIRCHE IN NOT, seit 2011 eine Stiftung Päpstlichen Rechts, als weltweit tätiges Hilfswerk, das in über 140 Ländern der Welt notleidenden und verfolgten Christen hilft. Oft wird dabei jedoch übersehen, dass das als „Ostpriesterhilfe“ 1947 gegründete Hilfswerk von Anbeginn seelsorglich ausgerichtet war.

Werenfried in Zaire (heute Demokratische Republik Kongo), 1965.

Werenfried in Zaire (heute Demokratische Republik Kongo), 1965.

Die Not und das Elend, das van Straaten auf seinen Reisen ins zerbombte Deutschland und später in alle Weltteile mit ansehen musste, verstand er als persönlichen Anruf und Auftrag Gottes. Wegen der vielfältigen weltweiten Nöte kamen immer neue Aufgaben und Herausforderungen für das Werk hinzu. Aber nicht nur die Nöte der verfolgten, bedrängten und armen Kirche lagen ihm am Herzen.

In seinen unzähligen Predigten und Veröffentlichungen ging er immer wieder auch auf die Gesamtsituation der Kirche und deren geistliche Nöte ein. Mit Schmerz nahm er den Glaubensschwund in Europa seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil wahr und benannte glasklar die Gründe für diese Entwicklungen.

Kantig und unbequem

Pater Werenfried war kantig und unbequem. Immer wieder bezog er aus seelsorglicher Verantwortung auch Stellung zu aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten. Eine geistliche Bewegung – der Name sagt es schon – ist dynamisch, bleibt nicht stehen. Immer wieder hat sich das Hilfswerk KIRCHE IN NOT/Ostpriesterhilfe in seiner Geschichte weiterentwickelt, immer wieder wurde Pater Werenfried deshalb auch angegriffen, innerhalb und außerhalb seines Werkes.

Dies war bereits bei der Gründung der „Ostpriesterhilfe“ der Fall. Denn dass er als Niederländer so kurz nach dem Krieg seine Landsleute um Hilfe für die deutschen Feinde von gestern bat, war natürlich ein Politikum und vielen – auch in der Kirche – ein Ärgernis.

Pater Werenfried bei einer Predigt.

Mit seinen Predigten berührte Pater Werenfried die Herzen viele Zuhörer.

Aber das Wagnis gelang. Der flammende Appell an die Nächsten- und Feindesliebe fiel auf fruchtbaren Boden. Übergroß war die Hilfsbereitschaft der flämischen Bevölkerung für die notleidenden Deutschen.

So groß, dass es Werenfried sogar wagte, in Vinkt, einem belgischen Ort, in dem die Deutschen 1940 ein Massaker an der Zivilbevölkerung mit 86 Toten verübt hatten, zu predigen und um Versöhnung zu betteln. Es war das größte Wehrmachtsverbrechen des Krieges im Westen gewesen. Aber auch dieses Wagnis gelang: Die Menschen von Vinkt spendeten für die Deutschen, die ihre Verwandten ermordet hatten. Pater Werenfried erkannte: „Der Mensch ist viel besser, als wir denken.“

„Der Mensch ist viel besser, als wir denken.“

Aber er sah auch, dass es nicht genug war, die materielle Not der deutschen Heimatvertriebenen mit Lebensmitteln und Kleidung zu lindern. Die seelische Not war genauso groß. Viele vertriebene Katholiken lebten jetzt in einem neuen protestantischen Umfeld und entbehrten der Sakramente und eigener Seelsorger. Auch waren die Herzen wegen des Verlustes der Heimat und der erlittenen Demütigungen erfüllt von Hass und Verzweiflung.

Jetzt zeigte sich die ganze Genialität van Straatens: Um die seelsorgliche Not der Vertriebenen zu lindern, motorisierte er die Priester, zunächst mit Motorrädern, später mit erbettelten Volkswagen. Er schickte „Kapellenwagen“, fahrende Kirchen, in die Diaspora. Er ließ – wiederum gegen erheblichen innerkirchlichen Widerstand – Klöster an der innerdeutschen Grenze errichten, die gegen die Gefahr des Kommunismus anbeten sollten.

Werenfried predigt aus deinem Kapellenwagen.

Werenfried predigt aus deinem Kapellenwagen.

Werenfried van Straaten begegnete der Wohnungsnot in der Nachkriegszeit durch die Gründung eines Bauordens, in dem sich junge Männer und Frauen verpflichteten, ohne finanzielle Gegenleistung Wohnungen und Häuser für mittellose Familien zu bauen. All diese „Großtaten des deutschen Katholizismus“ (Kirchenhistoriker Rudolf Grulich) zeugen davon, wie sehr Werenfried van Straaten auf der Höhe der Zeit war.

Papst Pius XII. schrieb dem „Speckpater“, dass er seine Aktivitäten „mit großer Aufmerksamkeit und froher Genugtuung“ wahrnehme und erteilte dem Werk seinen Apostolischen Segen.Dieser Papst war mit seiner Sorge um einen Bürgerkrieg inmitten Europas der Initiator dieser Aktivitäten gewesen.

Pater Werenfried van Straaten mit Ferkel auf dem Arm

Pater Werenfried van Straaten mit Ferkel.

Schon früh war Pater Werenfried klar, dass Europa eine Schicksalsgemeinschaft ist, die nur durch die Rückbesinnung auf ihr christliches Fundament eine Überlebenschance hat. Er hatte verstanden, dass es in Europa nie Frieden und Versöhnung geben würde, wenn der Hass in den Herzen der Menschen nicht beseitigt würde.

„Wir alle fahren auf einem Schiff, und dieses Schiff heißt Europa! Wir Ausländer fahren noch in der Luxuskabine, die Deutschen im Zwischendeck oder gar unten im Schiffsraum. Aber das alles ist gleichgültig, wenn das Schiff leck ist. Und das Schiff Europa ist leck. Da heißt es, die Ärmel hochkrempeln und pumpen, sonst gehen wir alle unter, ganz gleich, wo wir stehen.“

1965 wurde ihm der Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft für seine Verdienste um die Verständigung und Zusammenarbeit der Völker und Länder Mitteleuropas verliehen.

Bereits Anfang der Fünfzigerjahre begann eine neue Ära in der Geschichte des Werkes: die Hilfe für die verfolgte Kirche hinter dem Eisernen Vorhang. Ab 1952 fanden in Königstein im Taunus die Kongresse „Kirche in Not“ statt. Sie waren ein einzigartiges europaweites Diskussionsforum über die brennenden Fragen der katholischen Kirche und schärften durch die Teilnahme von Vertretern aus Ländern des Ostblocks den Blick für die Not der verfolgten Kirche hinter dem Eisernen Vorhang.

Pater Werenfried besaß ein „hörendes Herz“, und einmal mehr begriff er die erschütternden Berichte der Kongressteilnehmer über übelste Menschenrechtsverletzungen durch das Sowjetregime und seine Satellitenstaaten als persönlichen Auftrag. Schon 1952 begann die Hilfsaktion für die verfolgte Kirche in Ostmittel- und Osteuropa, die fortan einen Schwerpunkt der Hilfe des Werkes bildete.

Kardinal Slipyj (Ukraine) und Pater Werenfried.

Kardinal Slipyj (Ukraine) und Pater Werenfried.

Aber auch diese Hilfe fand nicht ungeteilte Zustimmung in der Kirche. Mit seiner streng anti-kommunistischen Einstellung („der Kommunismus ist per Definition unchristlich“), war van Straaten allen Politikern und Diplomaten, die an eine „friedliche Koexistenz“ mit den Kommunisten glaubten, ein Dorn im Auge und geriet in die Mühlen der vatikanischen Ostpolitik.

Besonders mit dem damaligen Kardinalstaatssekretär Agostino Casaroli, der im Vatikan federführend für die Ostpolitik zuständig war, legte sich der „Speckpater“ oft an. Werenfried griff Casarolis Ostpolitik öffentlich an und erhielt daraufhin prompt Briefe aus dem Vatikan, die ihm nahelegten, seine Predigten zu diesem Thema einzustellen.

„Pater, machen Sie weiter!”

Als dies einige Male geschehen war, sah Werenfried die Zukunft seines Werkes gefährdet: Wenn er nicht mehr über die Verfolgung durch die Kommunisten in Osteuropa schreiben oder predigen dürfe, könne er der dortigen Kirche auch nicht helfen. Deswegen beantragte er eine Audienz bei Papst Paul VI. und sprach bei ihm vor. „Heiliger Vater, ich weiß nicht, ob ich so weiterarbeiten kann“, sagte er und zeigte ihm den Brief Casarolis.

Der Papst antwortete ihm: „Pater, Sie müssen verstehen, dass ich alles Mögliche tun muss, um den Katholiken in Osteuropa zur Hilfe zu kommen. Dafür muss ich sowohl den diplomatischen Weg des Staatssekretärs akzeptieren als auch Ihre Arbeit. Also machen Sie weiter!“ Werenfried dankte ihm erleichtert, äußerte aber gleichzeitig eine Bitte: „Könnte Ihr Staatssekretär bitte damit aufhören, mir solche Briefe zu schicken?“

Pater Werenfried mit seinem "Millionenhut".

Pater Werenfried mit seinem “Millionenhut”.

So geschah es – und der „Speckpater“ sammelte weiter als Mahner gegen den gottlosen Kommunismus Geld für die verfolgte Kirche im Osten, auch wenn ihn seine Gegner deswegen als „letzten General des Kalten Krieges“ beschimpften.

Aber auch innerhalb seiner Organisation gab es Widerstände. Das war so, als er 1961 auf Bitte von Papst Johannes XXIII. die Hilfe für Lateinamerika ins Leben rief. Viele Wohltäter, die die „Ostpriesterhilfe“ als Hilfsaktion für die vertriebenen Deutschen aus den Ostgebieten und als geistliches Bollwerk gegen den Kommunismus verstanden, wandten sich enttäuscht ab, weil sie die neue Dimension des Werkes nicht begriffen und nicht mittragen wollten. Doch Stillstand war Werenfrieds Sache nicht. Wo er eine Not sah, da konnte er nicht stillsitzen – und nicht schweigen.

In stürmische Gewässer geriet sein Werk auch durch das „Lefebvre-Schisma“ von 1988. Zwar stimmte Pater Werenfried der Kritik Erzbischofs Lefebvres an zahlreichen negativen Entwicklungen in der Kirche zu, stellte in seinem Rundbrief „Echo der Liebe“, an seine Wohltäter gerichtet, aber auch unmissverständlich klar: „Ich weigere mich, Lefebvre, der Petrus den Gehorsam kündigt, zu folgen.“ Wiederum verlor er viele Wohltäter.

Ähnliches wiederholte sich 1992, als KIRCHE IN NOT begann, auf Bitten von Papst Johannes Paul II., der russisch-orthodoxen Kirche zu helfen. Wiederum fehlte es nicht an Kritik. Aber die Geschichte gab ihm recht. Im Geist der Anfänge des Werkes und doch mit frischen Ideen, versorgte KIRCHE IN NOT die orthodoxen Gläubigen mit Kapellenschiffen, die in der Tradition der Kapellenwagen stehen.

Kapellenschiff von KIRCHE IN NOT auf der Wolga.

Kapellenschiff von KIRCHE IN NOT auf der Wolga.

Sie stellen einen wichtigen Beitrag zur Neuevangelisierung Russlands dar. Für Pater Werenfried, ganz durchdrungen von den Fatima-Botschaften, ein ganz entscheidender Punkt. Auch bei der Ausbildung der orthodoxen Geistlichkeit wurde geholfen, was bis heute eine wichtige Grundvoraussetzung für den ökumenischen Dialog ist.

Heute haben sich die Beziehungen der katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche spürbar verbessert, auch wegen des Engagements von KIRCHE IN NOT. Darauf haben Papst Benedikt XVI., der vatikanische „Ökumene-Minister“ Kurt Kardinal Koch, aber auch Metropolit Hilarion Alfejew, Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, häufiger hingewiesen. 2011 kam es auf dem KIRCHE-IN-NOT-Kongress „Treffpunkt Weltkirche“ in Würzburg zu einer historischen Begegnung der beiden Letztgenannten.

Pater Werenfried verstand sich als Verteidiger des Papstes, was ihn immer wieder dazu veranlasste, bei großen kirchenpolitischen Debatten das Wort zu ergreifen. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil und in den Diskussionen um die Enzyklika „Humanae Vitae“ stand der „Speckpater“ felsenfest hinter dem Standpunkt des Papstes und verteidigte dessen Positionen auch gegen den Widerstand mancher Bischöfe.

Pater Werenfried mit Mutter Teresa und einer kranken Frau in Kalkutta.

Pater Werenfried mit Mutter Teresa und einer kranken Frau in Kalkutta.

Viele Kritiker warfen ihm vor, er mische sich in Angelegenheiten, die dem Auftrag seines Werkes fremd seien und ihn daher nichts angingen. Er hielt dagegen, dass die Missachtung der Gebote Gottes und die Abstumpfung der Gewissen zum „Zerfall der kulturellen, religiösen, politischen und schließlich auch der wirtschaftlichen Lebensformen der Völker“ führen würden.

Daher sein Kampf für christliche Familien und sein Einsatz für den Lebensschutz, 1986 zusammen mit der seligen Mutter Teresa auf einer Kundgebung in Bonn.

2003 ist Werenfried van Straaten im Alter von 90 Jahren gestorben. Seinen Erben ist seitdem aufgetragen, das Hilfswerk im Geist und in der Tradition seines Gründers, jedoch mit immer wieder frischen Ideen fortzuführen.

Auf einer Festveranstaltung zum 60. Jahrestag der Gründung von KIRCHE IN NOT rief der damalige Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, ein langjähriger Freund und Kenner des Hilfswerks, den Mitarbeitern und Wohltätern zu: „,Löscht den Geist nicht aus!‘ (1 Thess 5,15), und zwar löscht diesen Geist des Anfangs, dieses Abenteurers, des Wagnisses, der Verrücktheit Gottes nicht aus.“

„Löscht den Geist nicht aus!”

Diesen Weg versuchen seine Nachfolger im Werk weiterzugehen. Die von KIRCHE IN NOT produzierten Radio- und Fernsehsendungen, die zahlreichen kreativen Schriften und Materialien zur Glaubensweitergabe und -vertiefung, die Aussendung eines Beichtmobils zur Werbung für das Sakrament der Versöhnung, die vielbeachteten internationalen Kongresse „Treffpunkt Weltkirche“ und viele weitere Veranstaltungen verfolgen letztlich alle das eine Ziel, die Menschen wieder zu Gott zu führen und für eine lebenswerte Kultur in Europa und der ganzen Welt einzutreten.

Blick in den vollbesetzten Saal beim Abschlussgottesdienst unseres Kongresses in Würzburg.

Blick in den vollbesetzten Saal beim Abschlussgottesdienst unseres Kongresses in Würzburg.

Karin Maria Fenbert, seit 2009 Geschäftsführerin des deutschen Zweiges von KIRCHE IN NOT, erläutert: „Pater Werenfried hat früh erkannt, dass Sittenverfall und Glaubensschwund hier auf die Dauer den Fortbestand des Werkes und somit die Hilfe für die verfolgte und bedrängte Kirche stark gefährden.“ Neuevangelisierung, um die Menschen wieder zu Gott zu führen, sei daher auch eine wichtige Aufgabe für KIRCHE IN NOT im 21. Jahrhundert.

Kirchliche Würdenträger aus dem Nahen Osten äußerten sich im Gespräch gegenüber Fenbert: „Die Kirche im Westen hilft uns nicht nur durch Spenden und Gebet. Wichtig ist für uns auch, dass ihr Christen in Europa entschieden euren Glauben lebt, euch zu euren Werten bekennt und stolz seid, Christen zu sein.“

Auch die modernen Medien werden für die Verkündigung des Evangeliums immer wichtiger. So finanziert KIRCHE IN NOT seit Beginn der 60er-Jahre Rundfunksender, Fernsehstationen und Print-Medien, die Nachrichten mit religiösem Programm, Unterhaltung und Erwachsenenbildung verbinden.

Karin Maria Fenbert, Geschäftsführerin von KIRCHE IN NOT Deutschland.

Karin Maria Fenbert, Geschäftsführerin von KIRCHE IN NOT Deutschland.

Darüber hinaus produziert KIRCHE IN NOT für den deutschsprachigen Raum regelmäßig verschiedene Fernseh- und Rundfunksendungen. „Wir reden nicht nur über verfolgte Christen. Bei unseren TV-Sendungen und Veranstaltungen wie dem ,Treffpunkt Weltkirche‘ haben die Bischöfe, Missionare und Ordensfrauen die Möglichkeit, für sich selbst zu sprechen“, so Fenbert.

Eine weitere wichtige Aufgabe sieht das Hilfswerk in der Hebung des Glaubenswissens und gibt daher seit 2011 die Faltblatt-Reihe „Glaubens-Kompass“ heraus, die Orientierung und Antworten gibt auf elementare religiöse Fragen. Mit Erfolg: Seit Herbst 2011 wurden bereits um die drei Millionen dieser Heftchen im DIN-A6-Format unter die Gläubigen gebracht. Aber auch bei seinen weltkirchlichen Aufgaben will sich das Hilfswerk treu bleiben und ein offenes Ohr für die Wünsche des Heiligen Vaters und die Nöte der Weltkirche behalten.

Karin Maria Fenbert: „Papst Benedikt XVI. hat bei einer Audienz zum 60-jährigen Jubiläum im Jahr 2007 durch seinen Kardinalstaatssekretär die Vertreter von KIRCHE IN NOT ausdrücklich um die Unterstützung der Glaubensgeschwister im Nahen Osten gebeten. Diesen Wunsch haben wir beherzigt und konnten nun dank unserer Vorbereitung und Kontakte den verfolgten Christen in Syrien und im Irak, aber auch in anderen Ländern der Region in der jetzt drastisch verschärften Situation, allein im Jahr 2014 mit über 16 Millionen Euro helfen.

Auch die verstärkte Medienarbeit in Deutschland deckt sich mit den Weisungen von Papst Benedikt XVI. im Jubiläumsjahr 2007. Denn er hat bei dieser Gelegenheit auch besonderen Nachdruck auf den verstärkten Einsatz der Medien zur Verkündigung der Heil bringenden Botschaft gelegt.“

Herausforderungen der Zukunft

Befragt nach den großen Aufgaben der Zukunft, antwortet Fenbert: „Ich bin mir sicher, dass Pater Werenfried, wenn er noch lebte, sehr deutliche Worte zu Gender-Mainstreaming, zur Erziehung zur sexuellen Vielfalt und einigen anderen Zeitgeist-Erscheinungen finden würde.

Ich denke, der Kampf gegen diese Gender-Ideologie, die nichts mit der Gleichwertigkeit von Mann und Frau zu tun hat, die ein Frontalangriff auf das christliche Menschenbild und die Familie ist, ist eine Aufgabe aller Christen und Menschen guten Willens und dürfte uns in den nächsten Jahren sehr beschäftigen.“

Podiumsgespräch über das Leben und Wirken von Pater Werenfried mit Antonia Willemsen, Bischof Gregor Maria Hanke und Moderator Volker Niggewöhner.

Podiumsgespräch über das Leben und Wirken von Pater Werenfried mit Antonia Willemsen, Bischof Gregor Maria Hanke und Moderator Volker Niggewöhner.

Der Vorstandsvorsitzende der deutschen Sektion von KIRCHE IN NOT, der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke OSB blickt zuversichtlich in die Zukunft des Werkes: „Liebe Schwestern und Brüder, kirchliche Hilfswerke sollen Kraftwerke des Glaubens sein, durch die der Wesenskern unseres Glaubens an Christus offenbar wird: die rettende Liebe Gottes und die liebende Antwort des Menschen. So hat sich KIRCHE IN NOT seit Beginn des Werkes verstanden; das ist das Erbe von Pater Werenfried, das wir nicht allein bewahren, sondern auch in Zukunft fruchtbar machen wollen.“

Geist des Wagnisses und Gottvertrauens

In seinen „Geistlichen Richtlinien“, die sein Vermächtnis sind, fordert der „Speckpater“ von den Leitern, Mitarbeitern und Wohltätern des Werkes auch für die Zukunft einen Geist des Wagnisses und Gottvertrauens, ohne sich von Widerspruch beirren zu lassen:

„Nur wenn wir in der geistlichen Verwirrung, deren Ende noch nicht abzusehen ist, den Gläubigen Klarheit, Sicherheit, Trost und Mut geben, werden jene, die Gott suchen, uns mit überraschender Opferbereitschaft helfen, das Werk, das uns von der Kirche anvertraut worden ist, fortzusetzen.“ Der weltweiten Kirche in Not wäre es zu wünschen.

Volker Niggewöhner, 2015

 

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18.Sep 2015 09:23 · aktualisiert: 27.Nov 2017 14:52
KIN / S. Stein