Länderbericht Birma (Myanmar)

Einwohner: 52,7 Millionen

Größe: 676 578 qkm (fast doppelt so groß wie Deutschland)

Religion:
Buddhisten: 72.7 Prozent
Animisten: 12.6 Prozent
Christen: 8,3 Prozent
Muslime 2,4 Prozent
Sonstige: 4 Prozent

In Birma (heute Myanmar genannt) verschlechtert sich die Lage der Menschenrechte und der Religionsfreiheit zunehmend. Im August und September 2007 führten buddhistische Mönche die sogenannte “Safran-Revolution” an, eine Protestwelle gegen die Missstände im Land und gegen die Unterdrückung durch das Militärregime, welches das Land seit 1962 regiert. Tausende von Menschen folgten dem Beispiel der Mönche und gingen auf die Straßen, doch schon sehr bald rückte die Militärjunta mit ihren Truppen aus, um die Demonstrationen mit Gewalt niederzuschlagen.

Dabei ging sie insbesondere gegen die buddhistischen Mönche und ihre Klöster sehr hart vor. Nach offiziellen Angaben kamen bei den Auseinandersetzungen zehn Menschen zu Tode, doch die tatsächliche Zahl wird sich wohl nie ermitteln lassen. Menschenrechtsorganisationen jedenfalls berichteten von Hunderten von Toten überall im Land und von Tausenden, die verhaftet wurden.

Strenge Auflagen für Missionsarbeit

Die katholische Kirche rief ihre Priester dazu auf, sich an den Demonstrationen nicht zu beteiligen. Der Erzbischof von Yangon (Rangun, die frühere Hauptstadt des Landes), Monsignore Charles Maung Bo, appellierte an die Gläubigen, statt zu demonstrieren lieber zu beten, “denn wir sind eine Minderheit, und damit wir auch weiterhin arbeiten können, müssen wir vorsichtig sein”. Der frühere Papst Benedikt XVI. versicherte dem Land sein “solidarisches und inständiges Gebet”. Er rief die ganze Kirche dazu auf, es ihm gleich zu tun und zu beten, damit “eine friedliche Lösung gefunden wird zum Wohl des Landes”.

Viele Christen in Birma / Myanmar werden deshalb unterdrückt und verfolgt, weil sie zu bestimmten ethnischen Minderheiten gehören, wie etwa den Karen, die schon lange mit der Zentralregierung um Anerkennung und um das Recht auf Selbstbestimmung kämpfen. Das Militärregime macht strenge Auflagen für die Missions- und Evangelisierungsarbeit. Dies betrifft auch den Import und die Verbreitung religiöser Schriften. Alle Publikationen werden von den zuständigen Behörden kontrolliert und unterliegen der Zensur.

Grundsätzlich ist es verboten, Bibeln in den lokalen Stammessprachen zu importieren. Nur ausnahmsweise wird es gelegentlich einmal erlaubt, religiöse Schriften in den Sprachen der ethnischen Minderheiten in begrenzter Stückzahl einzuführen. Neue Pfarreien einzurichten ist mit großen Schwierigkeiten verbunden. Deswegen sind die Priester noch immer für sehr große Pfarreien verantwortlich, was zur Folge hat, dass die Priester in manchen Gegenden nicht öfter als drei Mal im Jahr ihre Gläubigen besuchen und mit ihnen die Heilige Messe feiern können.

Angst vor Misshandlungen und Verhaftungen

“Wir dürfen zwar miteinander die Heilige Messe feiern oder den Rosenkranz beten, aber wirkliche Religionsfreiheit gibt es nicht”, teilte ein Gruppe junger Katholiken aus Yangon (Rangun) mit. Sie berichteten, dass es Priestern verboten sei, über den Frieden, Gerechtigkeit oder Menschenrechte zu sprechen, oder auch nur dafür zu beten. Die Gläubigen würden in ständiger Angst vor Misshandlungen oder Verhaftung leben. “Wir sind alle den staatlichen Gesetzen unterworfen, doch die Militärjunta steht über den Gesetzen und nutzt alle nur möglichen Methoden, um die Bevölkerung zum Schweigen zu bringen.”

Protestantische Christen im Bundesland Chin haben berichtet, dass die Regierungsbehörden seit 1997 keine einzige Genehmigung für den Bau neuer Kirchen erteilt haben. So kann man im jährlichen Bericht des US-Außenministerium über die weltweite Religionsfreiheit nachlesen. Andere Berichte deuten darauf hin, dass es der katholischen Kirche besser ergeht. Zumindest in einigen größeren Städten wie Yangon (Rangun) und Mandalay haben die Behörden einigen Gemeinden erlaubt, neue Pfarrzentren zu errichten, allerdings unter der Auflage, an den Gebäuden keine sichtbaren christlichen Symbole anzubringen.

Trotz solcher Einschränkungen aber wächst die Kirche in Birma! Es gibt viele geistliche Berufungen und unter den Minderheiten, die noch animistische Religionen praktizieren, gibt es viele Bekehrungen zum Christentum. Ja, es gibt sogar Priester und Ordensschwestern aus Birma, die ins Ausland gehen, um dort in der Mission zu arbeiten.

(Quelle: Christen in großer Bedrängnis. Diskriminierung und Unterdrückung – Dokumentation 2008, Stand: 2008)

22.Jun 2009 16:37 · aktualisiert: 13.Jan 2014 13:57
KIN / S. Stein