Länderbericht FJR Mazedonien

Mutter Teresa ist in Skopje, der Hauptstadt der Früheren Jugoslawischen Republik Mazedonien, geboren.

Mutter Teresa ist in Skopje, der heutigen Hauptstadt der Früheren Jugoslawischen Republik Mazedonien, geboren.

Einwohner: 2,04 Millionen

Fläche: 25 713 qkm (etwas größer als Mecklenburg-Vorpommern)

Religion:
Christen: 64,6 Prozent (davon 30 000 Katholiken)
Muslime: 29,0 Prozent
Religionslose: 6,4 Prozent

Gesetzgebung

Im Allgemeinen respektiert der Staat die Religionsfreiheit. Allerdings wurde jener Teil des Gesetzes zum Status der Religionsgruppen von 2007, der die Registrierung betrifft, nie verabschiedet. Daher können religiöse Gruppen, die sich registrieren lassen wollen, die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllen.

Das Erziehungsministerium führte ein Programm zur religiösen Unterweisung in der sechsten Klasse der Grundschule für das Schuljahr 2008–2009 ein. Die Eltern sollten zwischen Religionsunterricht einer bestimmten Religionsgemeinschaft und einem Kurs über die Geschichte der Religionen wählen.

Aber am 15. April 2009 entschied das Verfassungsgericht, dass der Unterricht einer bestimmten Religionsgemeinschaft nicht mit der verfassungsgemäßen Trennung von Kirche und Staat zu vereinbaren sei. Das Erziehungsministerium schaffte in der Folge diesen Unterricht ab. Dagegen betrifft die Entscheidung des Verfassungsgerichts nicht die Kurse zur Religionsgeschichte; diese wurden bis zum Ende des Schuljahres abgehalten.

Ende Oktober 2009 kündigte das Ministerium an, für das Jahr 2009–2010 ein Fach „Ethik der Religion“ als Alternative zur Religionsgeschichte zu entwickeln.

Der Staat unterstützt den Bau von Gebetsstätten und anderen religiösen Gebäuden, die von der dominanten orthodoxen Gemeinschaft genutzt werden. In der Tat werden Kirchen und Moscheen oft ohne Genehmigung gebaut, aber normalerweise geht die Regierung nicht gegen religiöse Gruppen vor, die vorhandene Gebäude für religiöse Aktivitäten umbauen.

Das Problem der Rückerstattung von Besitztümern religiöser Gruppen, die unter dem kommunistischen Regime enteignet worden waren, ist noch nicht gelöst.

Im Januar 2009 stellte das Kulturministerium ein Denkmal für Mutter Teresa in ihrer Geburtsstadt Skopje fertig. Mitglieder unterschiedlicher Religionsgemeinschaften, zusammen mit Vertretern der Regierung und der internationalen Gemeinschaft nahmen an der Einweihungszeremonie am 30. Januar teil.

Im Laufe des Jahres 2009 erhielten zwei neue Gruppen die Registrierung: die Christian Church Word of Hope und die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Anträge von anderen Religionsgemeinschaften wurden entweder abgelehnt oder nicht bearbeitet, darunter die von der Evangelical Baptist Church.

Weil sie nicht registriert ist, werden der religiösen Gruppe Orthodoxes Erzbistum von Ohrid, die die selbst ernannte autokephale Mazedonisch-Orthodoxe Kirche nicht anerkennt, Beschränkungen auferlegt. Der Leiter dieser Gruppe, Jovan Vranisbovski, der im April 2007 verhaftet und später freigelassen worden war, bleibt in Freiheit, auch wenn die Regierung sich weigert, ihm seinen Pass zurück zu geben und somit seine Bewegungsfreiheit einschränkt.

(Quelle: Religionsfreiheit weltweit – Bericht 2010. Stand: 2010)

1.Dez 2009 13:38 · aktualisiert: 12.Jun 2012 11:55
KIN / S. Stein