Gedanken für den Jahreskreis von Pater Werenfried van Straaten:

Zum Monat September

Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde … 

Pater Werenfried

Pater Werenfried.

„Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast” (Mt 11,25).

Die „Unmündigen” sind dieselben wie die „Armen im Geiste”, die der Herr selig gepriesen hat. Ihre Armut ist nicht wirtschaftlich gemeint, sondern sie sind „arm” an Geist dieser Welt. Sie haben sich in die Nähe Gottes zurückgezogen. Sie sind frei von Erdhaftem und offen für das Reich Gottes. Ihnen sind die Tore zum Reichtum der Seele geöffnet.

Trotz ihrer Kleinheit sind sie innerlich groß. Von der Warte Gottes aus betrachten sie das Geschehen auf der Erde, denn Gott hat ihnen geoffenbart, was er den Hochmütigen vorenthält. Sie wissen genau, um was es geht. Sie sind die stillen Wächter mit weltumspannendem Blick.

Durch klare geistige Entscheidungen lassen sie ihr Lichtlein auch in der zunehmenden Finsternis dieser Zeit nicht ausgehen. Sie sind eine kleine Herde und werden leicht übersehen. Ihr stiller Einsatz in Gebet und Sühne gilt nichts gegenüber der lauten Geschäftigkeit in Kirche und Welt. Gott aber ist nicht im Lärm, sondern in der Stille.

Beten wir, dass Gott seiner Kirche mehr Kleine und Arme im Geiste, mehr Beter und Bußfertige, mehr Demut und mehr Stille schenken möge.

(entnommen aus “Werenfried van Straaten — Bettler für Gott. Autobiographische Aufzeichnungen und ausgewählte Gedanken des Speckpaters”)

7.Nov 2008 17:00 · aktualisiert: 17.Aug 2016 12:04
KIN / S. Stein