Gedanken für den Jahreskreis von Pater Werenfried van Straaten:

Zur Fastenzeit 

Arm oder reich für die Ewigkeit?

Pater Werenfried

Pater Werenfried.

Warum braucht dein Kind nicht vor Hunger umzukommen? Warum verlierst du deine Stellung nicht, wenn du am Sonntag in die Kirche gehst? Warum lebst du nicht abgeschnitten und getrennt von allen, die dir teuer sind? Ich weiß es nicht, und du weißt es auch nicht. Es ist ein Geheimnis. Wir sind nicht besser als die anderen, und dennoch haben wir es besser.

Wir, die kleine Minderheit, die in Frieden und Wohlstand leben, haben einen ganz anderen Weg zum Himmel als die übergroße Mehrheit, die in Not und Angst, in Schmerzen und Hunger zugrunde geht.

Aber ich glaube, dass diese Geplagten in alle Ewigkeit glücklich sein werden, weil sie die Geringsten der Seinen und somit Gottes liebste Kinder sind. Nach einer kurzen Weile des Leidens wird Gott selbst ihre Tränen trocknen,

weil sie dem Schmerzensmann gleichförmig geworden sind. Wir aber sind arm für die Ewigkeit, weil wir ein so unscheinbares Stückchen von Jesu Kreuz zu tragen haben. Deshalb wird Gott uns in der Nächstenliebe auf die Probe stellen.

Wenn wir nicht mit Händen voll Güte und Trost zu unseren Brüdern gehen, die jetzt für unsere Sünden gekreuzigt werden, wenn wir geizen mit unserem Überfluss, wenn wir nicht alles, was wir entbehren können, für die Armen und Verfolgten hergeben, wenn wir in unserer Hilfsbereitschaft nicht viel heroischer werden, . . . dann müssen wir bangen um unsere ewige Seligkeit!

(entnommen aus „Werenfried van Straaten — Bettler für Gott. Autobiographische Aufzeichnungen und ausgewählte Gedanken des Speckpaters”)

7.Nov 2008 17:00 · aktualisiert: 9.Feb 2017 10:57
KIN / S. Stein