Gedanken für den Jahreskreis von Pater Werenfried van Straaten:

Zu Ostern

Was sucht ihr die Lebenden bei den Toten?

Pater Werenfried

Pater Werenfried.

Wir müssen den lebendigen Christus suchen, wie die Frauen, die am Ostermorgen zum Grab kamen. Auch zu uns sagen die Engel: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?” (Lk 24,5). Nein, sucht nicht das Leben bei den Toten, bei denen, die keine Liebe haben und im Grab ihres Egoismus begraben sind.

Der Mensch kann nur leben durch die Liebe. Und alles Unrecht auf Erden, alles Elend, alle Angst und aller Terror, alle Verfolgung und Unterdrückung, alle Kriege und Verbrechen sind nur möglich durch Mangel an Liebe.

Denn welch schreckliche Pläne die Tyrannen und Diktatoren unserer Zeit auch schmieden mögen, die Ursache liegt immer bei den Toten. Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Bei denen, die nur für sich selbst, für ihr Geld, ihren Besitz und Genuß leben?

Lasst den auferstandenen Christus in euch herrschen, damit ihr durch seine umgestaltende Kraft neue Menschen werdet. Sucht nicht das Leben bei den Toten, bei den Egoisten. Handelt nach Jesu Wort: „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander!” (Joh 13,34).

Dann werdet ihr neue Menschen – wie Petrus, Johannes, die Frauen, die Emmausjünger. Sie hatten keine Angst mehr, sie legten Zeugnis ab, sie hatten die Liebe.

(entnommen aus „Werenfried van Straaten — Bettler für Gott. Autobiographische Aufzeichnungen und ausgewählte Gedanken des Speckpaters”)

7.Nov 2008 17:00 · aktualisiert: 10.Apr 2017 15:15
KIN / S. Stein