Zeitzeugen über Pater Werenfried – Teil 3

Um die Erinnerung an unseren Gründer lebendig zu halten, suchen wir nach Zeitzeugen von Pater Werenfried van Straaten, die Fotos, Dokumente oder Anekdoten im Zusammenhang mit dem Speckpater oder seinem Werk zur Verfügung stellen können.

Wir bitten daher alle, die über eine Begegnung mit Pater Werenfried berichten können, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Herzlichen Dank im Voraus.

Ein großer Zeuge der Liebe

Am 31. Januar starb Pater Werenfried van Straaten, der Gründer und langjährige Leiter des Hilfswerkes “Kirche in Not/Ostpriesterhilfe”. In der Öffentlichkeit wenig bekannt ist die Rolle, die van Straaten für die Entwicklung und Ausbreitung der Fokolar-Bewegung besonders in Deutschland spielte. Ein Nachruf von Aldo Stedile, einem der ersten Fokolare, der fast ein Jahr lang dem“Speckpater” als Chauffeur diente.

Meine erste Begegnung mit Pater Werenfried reicht zurück in das Jahr 1957. Wir hatten in Italien von ihm und seinem Werk gehört. Es war noch die Zeit des Kommunismus, und er war berühmt geworden für die Flüchtlingshilfe die er entlang des eisernen Vorhangs leistete. Mit Hilfe des von ihm gegründeten Bauordens hat er viele Häuser, ja ganze Dörfer aufgebaut, und mit seinen berühmten Kapellenwagen auch die pastorale Versorgung sicher gestellt, solange es noch keine Kirche gab.

Für eine bessere Welt

Wir waren mit ihm in Kontakt gekommen in einer Zeit, in der der Reichtum neuer Charismen in der Kirche zum Vorschein kam. In Italien war das zum Beispiel Pater Lombardi mit seiner Bewegung “Mondo migliore” (für eine bessere Welt), in Deutschland Pater Leppich mit seiner “Aktion 365” oder eben auch der zu jener Zeit bereits berühmte Speckpater, der ganz offensichtlich ein “Charisma” hatte. Schon damals verspürte Chiara Lubich den Wunsch, diese Charismatiker kennen zu lernen und mit ihnen in Beziehung zu treten.

Getroffen von dem, was er unter uns vorgefunden hat, von unserer Spiritualität, unserem “Geist der Einheit”, wandte sich Pater Werenfried nach einem Besuch an unserem Zentrum an Chiara mit einer Bitte: “Das ist es, was ich brauche!” Er habe viele tolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hervorragende Arbeit leisteten. Was ihm fehle, sei eine Spiritualität.“Ich möchte, dass mein Werk eine geistliche Dimension bekommt.” Also bat er Chiara Lubich, einen Fokolar nach Tongerlo zu schicken, dem Sitz seiner Prämonstratenser-Abtei und dem ersten Zentrum seiner karitativen Tätigkeit.

Im Februar 1958 beauftragte Chiara mich, nach Belgien zu gehen und für Pater Werenfried zu arbeiten. Am 6. März 1958 war ich in Belgien; kurz darauf folgten drei weitere Fokolare und ebenso die Fokolarinnen, so dass wir eine Männer- und eine Frauengemeinschaft in Tongerlo eröffnen konnten, die ersten Fokolare außerhalb Italiens.

Eindrucksvoll und anrührend

Wir arbeiteten alle für das Hilfswerk des Speckpaters. Meine Aufgabe bestand darin, sein Chauffeur zu sein. Auf seinen “Betteltouren” kam ich in den acht Monaten dieser Tätigkeit mit ihm durch ganz Nordeuropa. Es war wirklich eindrucksvoll und anrührend zu sehen, mit welcher Leidenschaft und mit welchem Schwung dieser “Bettler Gottes” seinem inneren Auftrag nachging und vor allem zu sehen, welche konkreten Ergebnisse dieser Einsatz brachte. Das war wirklich gelebte, praktizierte Liebe.

1958 war das erste Jahr, in dem ich – wegen der Tätigkeit für Pater Werenfried – an den für uns damals so wichtigen Mariapolis in den Dolomiten nicht teilnehmen konnte. Was mich jedoch tröstete, war der Eindruck, durch den Einsatz mit dem Speckpeter meine“persönliche Mariapoli” auf den deutschen Autobahnen gelebt zu haben.

Nichtsdestoweniger hatten es diese Touren in sich. Ich erinnere mich noch gut, wie wir nach einer seiner Predigten im Wiener Stephansdom nachts gegen drei Uhr mit dem Auto aufbrachen, um am Abend in Venlo in den Niederlande zu sein, wo er auch schon einen Gottesdienst mit “Bettelpredigt” zu halten hatte. Wir erlaubten uns nur eine kurze Mittagspause in der Nähe von Limburg und waren am Abend rechtzeitig in Holland.

“Man spürte, dass man es bei ihm mit einem Mann Gottes zu tun hatte”

Nach der langen Fahrt wollte ich mich kurz vor der Messe noch ein paar Minuten hinlegen. – Ich wachte erst am nächsten Morgen um elf Uhr wieder auf, begrüßt von einem herzlichen Lachen des Speckpaters, der sich über meine Überraschung köstlich amüsierte.

Natürlich lernt man sich bei solchen Reisen gut kennen. Pater Werenfried hatte einen durchaus starken Charakter: Wenn er von etwas überzeugt war, dann konnte er auch mit aller Entschiedenheit dafür eintreten und kämpfen. Doch er war sich sicher, dass Gott dieses Hilfswerk wollte, und so setzte er sich bisweilen auch gegen heftige Widerstände durch. Wie auch immer: Man spürte, dass man es bei ihm mit einem Mann Gottes zu tun hatte. Daher war für mich das Zusammensein mit ihm eine große geistliche und menschliche Lektion.

Nach und nach lernten wir in Belgien dann über die Mitarbeiter von Pater Werenfried hinaus weitere Personen kennen, so dass um die beiden Fokolare eine eigenen Kommunität entstand. Das war dann der Grund, warum ich nach einem knappen Jahr meine Chauffeurstätigkeit wieder aufgab, um mich der wachsenden Fokolar-Bewegung widmen zu können. Aus dem selben Grund verlegten wir dann auch die Fokolare – Frauen und Männer – nach Brüssel, wobei uns Pater Werenfried bei der Wohnungssuche und der Einrichtung sehr unterstützte. Als Chauffeur kam ein anderer Fokolar aus Italien zum Speckpater.

Kontakte zur Fokolar-Bewegung

Unsere Ankunft in Brüssel sprach sich schnell herum. Und da im Jahr zuvor schon eine erste Gruppe von Deutschen aus Münster in der Dolomiten-Mariapoli gewesen war, lud uns der damalige Leiter des dortigen Studienseminars, Hans Heilkenbrinker, nach Münster ein. Bereits am 29. Juni 1958, dem Fest der Apostel Peter und Paul, sprachen wir vor einigen hundert Personen in Münster von unserem Ideal der Einheit; und so kam die Bewegung nach Deutschland.

Auch dabei spielte der Speckpater wieder eine wichtige Rolle. Anfang 1959 erhielt er am Stadtrand von Köln, in Köln-Longerich ein Haus, von dem aus er seine Deutschland-Aktivitäten koordinieren wollte. Und auch hier bat er Chiara, zwei Fokolar-Gemeinschaften hinzuschicken und ihnen dieses Haus anzuvertrauen.

So war Pater Werenfried letzten Endes auch an der Eröffnung der beiden ersten Fokolare in Deutschland maßgeblich beteiligt. Bis Anfang 1960 hatten wir dann schon Kontakte in ganz Deutschland geknüpft, sogar in der DDR, so dass wir auch in West-Berlin ein Fokolar eröffneten, von wo aus der Kontakt in den Osten damals noch relativ unkompliziert möglich war.

Unendliche Dankbarkeit

Als ich mich am vergangenen 17. Januar dem Weg zur Feier des 90. Geburtstages von Pater Werenfried befand, sind mir diese Zusammenhänge noch einmal sehr deutlich vor Augen gestanden. “Sieh einmal an, wie sich die Werke Gottes verbreiten!”, sagte ich mir. Sie gehen nicht voran, weil die Menschen es sich ausdenken; er selbst bringt seine Werke weiter.

Durch Pater Werenfried – nicht nur durch seine Initiative, sondern auch durch seine sehr konkrete materielle Unterstützung – ist unsere Bewegung nach Belgien, Holland und Deutschland gekommen, und von da aus dann auch nach Österreich und in die Schweiz. Mich erfüllte das schon damals, und jetzt nach seinem Tod noch mehr, mit unendlicher Dankbarkeit seiner Person gegenüber.

Der Kontakt mit ihm ist über all die Jahre beständig geblieben. Auch in seiner neuen Zentrale in Königstein im Taunus waren Fokolarinnen und Fokolare in seinem Hilfswerk beschäftigt.

Unglaubliche Hingabe für Gott

Als er dann nach dem Zusammenbruch des Kommunismus seine Hilfstätigkeit auch auf andere Länder, vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika ausweitete, unterstützte er unsere Arbeit auch in diesen Ländern immer sehr großzügig, nicht zuletzt weil er auch in unserer Bewegung ein Werkzeug gesehen hat für das, was letztlich sein zentrales Anliegen war: die Liebe Christi in der Welt zu verbreiten.

Meine zentrale Erfahrung mit Pater Werenfried war die, mit einem Mann zusammensein zu dürfen, der wirklich ein Mann Gottes war und mit einer unglaublichen Hingabe für Gott und für die anderen lebte.

Aldo Stedile

Eine Hand wäscht die andere

Ich bin ein Westflame aus Belgien, Jahrgang 1937. 1960 kam ich zum ersten Mal nach Tongerlo und habe dort ein paar Tage in der Halle gearbeitet. Im gleichen Jahr kam ich zum ersten Mal nach Deutschland, um beim Bauorden zu arbeiten, wie auch in den folgenden Jahren.

1962 bin ich bei den Oblaten in Korbeek-Lo eingetreten und 1965 ging ich nach Königstein, um bei meinem Mitbruder Pater Rik van Dun zuerst in der Werkstatt zu arbeiten. Später habe ich als Frater bei den Volkmissionen Hausbesuche gemacht und auch schon die ersten Predigten gehalten. Nach meiner Priesterweihe war ich bis zum Ende der Volksmissionen als Prediger eingesetzt. Bei der Auflösung des Kapellenwagenwerks war ich noch dabei. Anschließend wurde ich Ökonom in Korbeek-Lo, und das wusste auch Werenfried.

Er rief an und fragte, ob ich zusammen mit Pater Herman Litfin in Deutschland auch Bettelpredigten halten könnte. So reiste ich wieder durch Deutschland und auch einige Male durch Flandern. 1970 kam ich dann als Kaplan nach Weilmünster und bin inzwischen Dekan geworden. Als Kaplan und auch später, als ich Pfarrer war, ließ Werenfried nicht locker:“Kannst Du Sonntag mitfahren zum Predigen?” So war er eben. Da mein Vorgänger noch hier wohnte und rüstig war, übernahm er die Gottesdienste am Wochenende für mich. Er war als Rucksackpriester auch bereits für Pater Werenfried im Einsatz gewesen.

Pater Herman Hostens, Weilmünster

Gebet eines toten Jungen

Es war im Jahr 1956 oder 1957. Ich war damals in unserer Nördlinger Niederlassung stationiert, als in Nördlingen der “Speckpater” angesagt war. Die katholische Kirche Sankt Salvator füllte sich bis auf den letzten Platz.

Pater Werenfried sprach so faszinierend, dass die Leute nur Auge und Ohr zu sein schienen. Auch ich selber war so “mit dabei”, dass man mir meine Betroffenheit äußerlich anmerken konnte, wie mir hinterher einige Mitschwestern bestätigten.

Er schilderte unter anderem, wie er in einer Ortschaft seiner Heimat für die deutschen Flüchtlinge und Ausgebombten nach dem Krieg gebettelt hat. Gerade dieser Ort hatte aber durch die deutsche Besatzung während des Krieges Schlimmstes erdulden müssen: Zivilisten – alte Männer und Knaben – die erreichbar waren, wurden von deutschen Militärs erschossen.

“Er bewegte die Leute zu Versöhnung und Barmherzigkeit”

Pater Werenfried war dieses Verbrechen bekannt. Er wagte es trotzdem, die Leute dieses Ortes um Spenden für notleidende Deutsche zu bitten. Es muss ihm gelungen sein, mit seiner ihm eigenen Überzeugungskraft die Leute zu Versöhnung und Barmherzigkeit zu bewegen, denn viele Frauen des Ortes kamen – wenn auch im Schutze der Dämmerung – und brachten in Schürzen ihre Gaben.

Ein solches Beispiel tat natürlich auch bei den Nördlingern seine Wirkung: Nach der Predigt erhielt der “Speckpater” am Ausgang der Kirche allerlei Spenden in seinen “Millionenhut” hinein. Am nächsten Tag brachte die Nachbarin unseres Klosters, deren 17-jähriger Sohn kurz zuvor überraschend gestorben war, Kleidungsstücke ihres Jungen zu Pater Werenfried. Klaus war Ministrant in unserem Kloster gewesen und hatte einmal geäußert: “Ich kann kein Priester werden, aber ich bete, dass es andere werden.”

Schwester M. Angela Erdt, Augsburg

Eine schwierige Frage

Als Pater Werenfried Anfang der Sechzigerjahre in der Hl. Kreuz Kirche in Osnabrück predigte und für die Ostpriesterhilfe sammelte, zählten Helfer mit mir als Kaplan, begeistert von der Predigt, die Kollekte. Danach unterhielten wir uns noch über Pater Werenfrieds anschauliche Worte im Kampf gegen den dialektischen Materialismus. Plötzlich tauchte der“Speckpater” selbst im Pfarrbüro auf. Spontan ergriff ich seinen vor mir liegenden Millionenhut, setzte ihn auf und fragte: “Na, Herr Pater, was ist wertvoller: Was bisher in Ihrem Hut war, oder was jetzt drin ist?” Mit wenigen Worten entwand sich Pater Werenfried der Falle und blieb seinem Kampf gegen den Materialismus treu.

Pfarrer Winfried Pietrek, Lippstadt

Aus dem Leben eines Baugesellen

Im Jahre 1956 studierte ich als Angehöriger des Jesuitenordens katholische Theologie an der ordenseigenen Hochschule in St. Georgen in Frankfurt am Main. Nach Beendigung des Sommersemesters warb Ende Juli ein Vertreter des 1953 von dem belgischen Prämonstratenserpater Werenfried van Straaten gegründeten Bauordens unter uns Studierenden freiwillige Helfer an für einen vierzehntägigen Arbeitseinsatz in der Bruder-Klaus-Siedlung in Köln-Mülheim.

Spontan sagten mit mir noch drei weitere Jesuitenfratres zu, war doch dieser Einsatz für uns eine willkommene Gelegenheit, dem Einerlei des klösterlichen Studienbetriebes – wenn auch nur für kurze Zeit – zu entfliehen und anderen Mitmenschen unentgeltlich beim Bau ihres Eigenheimes zu helfen.

Am Sonntag, den 19. August, fuhren wir frohgemut mit der Bundesbahn von Frankfurt nach Köln-Deutz, von dort mit der Straßenbahn zum Neurather Weg, und nach einigem Hin und Her fanden wir schließlich die Bruder-Klaus-Siedlung. Nach herzlicher Begrüßung durch ein für die Organisation des Arbeitseinsatzes zuständiges Mitglied des Bauordens wurden wir zusammen mit noch zehn anderen“Baugesellen” in einem noch nicht bewohnten Neubau am Solothurner Weg einquartiert. Für Verpflegung und Unterkunft war bestens gesorgt.

Denkwürdige Tage in Köln

Montags in der Frühe begannen wir dann, nachdem wir passende Arbeitskleidung erhalten hatten, pünktlich um acht Uhr mit der Arbeit. Mit noch vier anderen Baugesellen wurde ich einer Maler- und Anstreicherfirma zugeteilt, deren Meister uns verschiedene Arbeiten zuwies. So durfte ich zehn Arbeitstage lang die Sockel der gerade fertiggestellten, aber noch nicht bewohnten Einfamilien-Reihenhäuser am Bruder-Klaus-Platz anstreichen, während die anderen mit Innenarbeiten beschäftigt wurden. Bei dieser Arbeit vergingen die Tage sehr schnell.

Am ersten Wochenende bummelten wir durch Köln und sahen uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt an. Während der zweiten Arbeitswoche wurde am Mittwoch, den 29. August, in Köln der 77. deutsche Katholikentag eröffnet, zu dem rund 800 000 Menschen aus ganz Deutschland kamen. Da wir donnerstags und freitags nachmittags nicht zu arbeiten brauchten, konnten wir einige Veranstaltungen dieser denkwürdigen Tage miterleben. So fand unser zweiwöchiger Arbeitseinsatz noch einen würdigen Abschluß.

Auf dem Weg nach Frankfurt besuchte ich am zweiten Wochenende meine Mutter, die damals in Siegburg wohnte und sich sehr freute, ihren Jüngsten nach einem Jahr Abwesenheit wiederzusehen. Sonntags nachmittags fuhr ich dann per Anhalter nach Frankfurt zurück, wo ich in der klösterlichen Stille viel Zeit hatte, die während des Bauordeneinsatzes gewonnenen Eindrücke zu verarbeiten.

Karl-Heinz Scherr, Köln

Brief eines guten Freundes

Lieber Pater Werenfried!
Zum 25-jährigen Jubiläum Ihrer Arbeit für die Kirche in Not darf ich ihnen die herlichsten Glückwünsche übermitteln, vor allem aber unser aller Dank an Sie und Ihre Mitarbeiter. Wer sich noch der Gründungsjahre erinnert, der Flüchtlingsnot in allen Bereichen menschlicher Existenz, kann nur mit Bewunderung auf den “Speckpater” blicken, der mit seinem Hut so viel Not angegangen und im Glauben an die Vorsehung und die Barmherzigkeit der Menschen gelindert hat.

Wenn auch der Heilige Stuhl, um die Konstanz Ihres Werkes sicherzustellen, Sie nach Rom berufen und in einer Organsation alle Ihre Aktivitäten zusammengefasst hat, lebt doch Ihr mutiger Geist in dem Werk weiter, ganz gleich welche verschiedenen Überschriften im Laufe der 25 Jahre Ihre Wirksamkeit andeuten wollten.

“Ihr Ruf nach Spenden wird gehört”

Niemand hätte geglaubt, dass auf die Notrufe von Tongerlo hin das katholische Volk in den Zeiten großer Verwirrung als Echo der Liebe hundert Millionen  Dollar spenden würde, noch, dass aus dem einen Mann mehr als 500 000 Mitarbeiter und Freunde werden könnten.

Wenn auch Deutschland lange Jahre der Hauptnutznießer Ihrer Caritas gewesen ist, so freut es mich umso mehr, dass laut Ausweis des Jahresberichtes unsere Heimat an der Spitze der 13 Länder steht, in denen Ihr Ruf nach Spenden gehört wird.

Lassen Sie sich nicht stüren durch Stimmen, die Sie politischer Ziele bezichtigen. Sie sind und bleiben ein Mann der Kirche, der leidenden und liebenden.

Julius Kardinal Döpfner (1913-1976), Erzbischof von München und Freising, im Jahr 1972

“Er war wie Jesus”

Nachdem ich mit meinen Eltern 1952 in die USA ausgewandert war, kam ich als 19-Jährige zurück nach Deutschland. Ich bin in Columbus im US-Staat Ohio aufgewachsen und besuchte ein katholisches Gymnasium und High School. Meine Eltern, die aus Stettin an der Oder (heute: Szczecin / Polen) stammten, erhielten seit den 60er-Jahren das “Echo der Liebe”.

Darin entdeckten sie eine Anzeige für eine Hilfe für die Ostpriesterhilfe in Neu-Ulm. Sie schrieben daraufhin Pater Litfin. Im Oktober 1966 kam ich dorthin und absolvierte ein “Soziales Jahr”. In jenem Herbst traf ich Pater Werenfried van Straaten und sah ihn bei einem “Kreuzzug” in Ravensburg.

Wenn ich heute Leuten von ihm erzähle, sage ich immer, dass ich zwei Personen in 60 Jahren getroffen habe, die wie Jesus waren – am meisten aber Pater Werenfried. Ich war ein Teenager aus Amerika, und in Pater Liftins Wohnzimmer grüßte er mich als ob er mich schon ewig kenne.

“Ein charismatischer Prediger”

Ich kann mich an folgende Szene erinnern: ich saß auf der Couch und hatte meine Hände hinter dem Sofa. Pater Litfins Schwester saß zwischen mir und Werenfried. Pater Werenfried hielt die ganze Zeit meine Hand, während die ganze Zeit viele Leute zu Besuch ins Wohnzimmer kamen. Es war eine unausgesprochene Kommunikation vorbehaltloser Liebe; ich fühlte, wie es sich angefühlt haben muss, wenn man von Jesu Armen gehalten wurde.

Später am Abend sang er ohne Instrumente für uns das Lied “Sag mir, wo die Blumen sind”. Es war so bewegend, ich kann es heute immer noch hören. (…) Er war der erste echte charismatische Prediger, den ich getroffen hatte.

Nach meinen Erfahrungen mit der Ostpriesterhilfe in Deutschland stellte ich mir viele Fragen über die Katholische Kirche. Ich bin heute in einer nicht-konfessionsgebundenen Vereinigung in Ohio. Daran ist nicht van Straaten Schuld, sondern eher der Lebensstil von Pater Litfin und die “Religiosität” der Kirche in Deutschland. Es war, wie Jesus zu den Pharisäern sagte: Ihr seid wie geweißte Gräber, wunderschön von außen, aber gammelig von ihnnen. (…)

Wir müssen uns selber fragen, wo würde Jesus sein, wenn er mit uns heute leben würde: in den schönen Büros oder unter Armen, Gefangenen oder in Krankenhäusern – all die orte, die Pater Werenfried van Straaaten besuchte.

Gott segne Ihre Arbeit

Maria Spiess aus Delaware, Ohio

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Zeitzeugen – Teil 1

Zeitzeugen – Teil 2

30.Jun 2009 14:28 · aktualisiert: 30.Jul 2015 14:30
KIN / S. Stein