Katholiken in einer Kirche angegriffen

Gasflasche explodierte während einer heiligen Messe in der Stadt Aleppo

Zerstörte Kirche in Aleppo (Foto: KIRCHE IN NOT/Melkitische Erzdiözese Aleppo).

Zerstörte Kirche in Aleppo (Symbolbild, Foto: KIRCHE IN NOT/Melkitische Erzdiözese Aleppo).

Unbekannte haben am Sonntag die römisch-katholische Gemeinde St. Franziskus in Aleppo (Syrien) während einer heiligen Messe angegriffen.

Wie der Pfarrer der Gemeinde, Pater Ibrahim Alsabagh OFM, gegenüber KIRCHE IN NOT mitteilte, haben Unbekannte eine Gasflasche auf das Dach der Pfarrkirche geschleudert.

Bei dem Angriff wurden sechs Menschen leicht verletzt, das Gotteshaus wurde schwer beschädigt. Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich 400 Gläubige in der Kirche.

„Als ich gerade die heilige Kommunion austeilte, fing plötzlich die Kirche an zu beben. Es ist so viel Bauschutt in das Innere des Gotteshauses herabgefallen, dass wir uns vor lauter Staub überhaupt nicht mehr sehen konnten“, sagte der Franziskaner.

Pater Alsabagh zeigte sich erleichtert, dass die Gasflasche erst wenige Sekunden nach dem Aufprall explodierte, als sie bereits vom Kuppeldach herabgerollt war. Dadurch wurde das Dach der Kirche von der völligen Zerstörung verschont. „Wenn die Kuppel eingestürzt wäre, wäre der große Leuchter zu Boden gestürzt und hätte mindestens zehn Menschen getötet. Ich habe meiner Gemeinde gesagt, dass der Mantel der Jungfrau Maria uns beschirmt hat“, sagte der Pfarrer.

Franziskanerpater Ibrahim Alsabagh (vorne, Foto: privat).

Franziskanerpater Ibrahim Alsabagh (vorne, Foto: privat).

Er vermutet, dass der Angriff von der Altstadt Aleppos aus erfolgt ist, die von verschiedenen Dschihadisten-Gruppen besetzt wird. Bei früheren Angriffen auf die Kirche St. Franziskus seien nur die benachbarten Häuser beschädigt worden.

Als mögliches Motiv der Angriffe sieht Pater Alsabagh seine Bemühungen um den interreligiösen Dialog zwischen Christen und Muslimen in Syrien an. „Jemand möchte jeden Versuch von Versöhnung und Öffnung verhindern“, sagt der Pfarrer.

Außerdem sei die Kirche der Franziskaner die einzige in der Umgebung, wo noch Gottesdienste stattfinden. Dies mache sie zu einem bevorzugten Ziel von Dschihadisten. Auch nach dem Angriff werde die Franziskuskirche weiter genutzt.

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KIN / S. Stein