„Bombardierungen reichen nicht”

Patriarch der Chaldäer zum internationalen Militäreinsatz gegen den IS

Patriarch Louis Rafael Sako.

Patriarch Louis Rafael Sako.

„Die Terrormiliz IS ist ein Krebsgeschwür und eine Bedrohung für uns alle – in West und Ost.“ Dies erklärte der Patriarch der chaldäisch-katholischen Kirche, Louis Rafael Sako aus Bagdad, gegenüber KIRCHE IN NOT bei einer Tagung zum Thema Christenverfolgung in Rom.

Er sei skeptisch, ob die begonnene Militäroffensive in Syrien und im Irak in dieser Form erfolgreich sein könne: „Bombardierungen reichen nicht. Sie werden den IS zwar schwächen, aber nicht endgültig besiegen“, warnte Sako. Aus seiner Sicht könne dies nur durch den Einsatz von Bodentruppen erreicht werden.

„Die Vereinten Nationen müssen endlich gemeinsam handeln“, betonte der Patriarch. Es gelte den Terror aber nicht nur militärisch zu bekämpfen. Wichtig sei auch, den Zugang der Terrormilizen zu ihren Geldquellen zu unterbinden. Die Unterstützer des IS seien mit aller rechtsstaatlichen Härte zu verfolgen und vor ein internationales Gericht zu stellen.

Diese Kirche in Syrien wurde durch die Terrorgruppe IS in die Luft gejagt (Foto: CAPNI).

Diese Kirche in Syrien wurde durch die Terrorgruppe IS in die Luft gejagt (Foto: CAPNI).

Die Weltgemeinschaft müsse Druck auf die islamischen Länder des Nahen Ostens ausüben, denn sie böten durch ihre Politik den Extremisten oft Nährboden und Schutz. „Muslimische Staats- und Religionsführer müssen religiös motivierte Gewalt ächten und das Recht auf Glaubens- und Gewissensfreiheit anerkennen“, erklärte Sako.

So werde den islamistischen Extremisten die ideologische Grundlage entzogen. Auch gelte es, die enge Verflechtung von Politik und Religion in den Ländern des Nahen Ostens zu lockern. Nur so hätten Minderheiten wie die Christen eine Chance auf volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Ein Containerdorf für Flüchtlinge bei Erbil, das durch KIRCHE IN NOT ermöglicht wurde (Foto: KIRCHE IN NOT/Anton Fric).

Ein Containerdorf für Flüchtlinge bei Erbil, das durch KIRCHE IN NOT ermöglicht wurde (Foto: KIRCHE IN NOT/Anton Fric).

Sako dankte den westlichen Staaten für ihre Solidarität in der Flüchtlingskrise. Gleichzeitig bat er aber darum, die Hilfe für die Menschen in den Herkunftsländern nicht zu vernachlässigen. Nur das könne eine weitere Abwanderung verhindern. „Wir sind auf Hilfe von Staaten und Hilfswerken wie KIRCHE IN NOT angewiesen. Nur sie können die humanitäre Katastrophe abwenden.“

Die chaldäisch-katholische Kirche ist eine mit Rom unierte Ostkirche. Sie zählt rund 550 000 Gläubige, die meisten davon kommen aus dem Irak. Sitz des Patriarchen ist Bagdad. Louis Rafael Sako hat das Amt seit 2013 inne und ist mit KIRCHE IN NOT sehr verbunden.

So können Sie helfen:

KIRCHE IN NOT unterstützt seit vielen Jahren die Christen im Nahen Osten. Mit Beginn der Flüchtlingskrise infolge des IS-Terrors wurde diese Hilfe massiv ausgebaut. Um den Menschen zu ermöglichen, in ihrer Heimat zu bleiben, wurden zum Beispiel im Irak Containerdörfer für Flüchtlinge errichtet, Schulen für Flüchtlingskinder gebaut sowie Lebensmittel bereitgestellt.

Um weiter in der Krisenregion helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online oder an:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Flüchtlingshilfe

Die dargestellten Projekte sind Beispiele unserer Arbeit. Ihre Spende wird diesen oder ähnlichen Projekten zugutekommen und die pastorale Arbeit von KIRCHE IN NOT/Ostpriesterhilfe ermöglichen.

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KIN / S. Stein