“Not der Ukrainer ist Appell an unsere Nächstenliebe”

KIRCHE IN NOT begrüßt Aufruf von Papst Franziskus

Papst Franziskus grüßt die Menschen auf dem Petersplatz.

Papst Franziskus auf dem Petersplatz.

Unser Hilfswerk KIRCHE IN NOT begrüßt den Aufruf von Papst Franziskus zur Solidarität mit den Christen in der Ukraine.

In einer Ansprache am Sonntag nach Ostern sagte er: „Ich denke (…) an das Drama derer, die unter der Gewalt in der Ukraine leiden.“ Er erinnerte an die tausenden Todesopfer und wies auf das Schicksal der Menschen hin, die in dem seit Jahren schwelenden Konflikt Heimat, Hab und Gut verloren haben. „Betroffen sind vor allem die Kinder und alten Menschen. Ich begleite sie ständig mit meinen Gedanken und mit meinem Gebet“, sagte der Papst. Um den Menschen in der Ukraine beizustehen, rief Franziskus für den 24. April eine Sonderkollekte in allen katholischen Kirchen Europas aus.

„Wir freuen uns sehr, dass Papst Franziskus das Schicksal unserer Glaubensgeschwister in der Ukraine wieder medial präsent macht“, sagte die Geschäftsführerin der deutschen Sektion von KIRCHE IN NOT, Karin Maria Fenbert. Das Hilfswerk ist seit vielen Jahren vor Ort aktiv. Es fördert unter anderem den Bau und die Renovierung von Kirchen und Klöstern, die Ausbildung von Priestern und Katecheten sowie die Arbeit der Pfarrgemeinden und leistet Hilfe für Bedürftige.

„Die Kirche in der Ukraine gehört zu denen, die wir am meisten unterstützen“, erklärte Fenbert. Dafür gebe es gute Gründe: „Nach Jahrzehnten des Kommunismus sind nach wie vor nicht nur viele Kirchen in einem desolaten Zustand, auch viele Menschen sind geistlich heimatlos. Zum anderen ist die erschreckende Not der Menschen ein lauter Appell an unsere christliche Nächstenliebe“, so Fenbert.

Betende Frau aus dem Bistum Odessa-Simferopol in der Ukraine.

Betende Frau aus der Ukraine.

So zum Beispiel auf der Krim, wo es nach wie vor zu Gefechten kommt. Die Lage vieler Familien dort sei dramatisch, so Weihbischof Jacek Pyl aus Odessa-Simferopol: „Die Preise für Lebensmittel sind dramatisch gestiegen. Die Menschen können sich das nicht leisten, denn die wenigsten haben Arbeit.“ Die Wirtschaft sei aufgrund des Konflikts zusammengebrochen, auch die Häfen – einst Arbeitsplatz tausender Krim-Bewohner – seien weitgehend geschlossen. Mit Hilfe von KIRCHE IN NOT beschafft das Bistum Medikamente und Lebensmittel, um das Überleben der Ärmsten zu sichern und ihnen eine Perspektive in ihrer Heimat zu geben.

Doch je länger der Konflikt dauert, desto mehr Menschen fliehen. Zum Beispiel nach Lemberg (L´viv) in der Westukraine. Das dortige Erzbistum hat Suppenküchen eingerichtet und verteilt Nahrungsmittel an Flüchtlinge und Bedürftige – ungeachtet ihrer Konfession. Da viele Menschen traumatisiert sind, Familienmitglieder verloren haben oder sich um ihre Angehörigen in der Armee sorgen, sei die pastorale Begleitung genauso wichtig wie die materielle Hilfe, betont der Erzbischof von Lemberg, Mieczyslaw Mokrzycki: „Die Familien von Soldaten versorgen wir nicht nur mit Nahrungsmitteln, sondern betreuen sie auch seelsorglich.“

Benediktinerinnen von Zhytomir arbeiten in der Paramentenwerkstatt.

Benediktinerinnen von Zhytomir arbeiten in der Paramentenwerkstatt.

Dass der Mensch nicht nur vom Brot allein lebt, davon zeugen Klöster und Ordensleute. Das geistliche Leben der 20 Benediktinerinnen von Zhytomir in der Ostukraine zieht viele Menschen an, besonders junge Frauen. Sie machen Exerzitien im Kloster oder suchen den geistlichen Rat der Schwestern. Das Kloster leitet auch eine Kunstschule für Kinder. Ebenso gibt es Werkstätten für die Herstellung liturgischer Gewänder oder für Ikonenmalerei sowie eine Hostienbäckerei. Das sichert den Schwestern ein Leben am Existenzminimum. KIRCHE IN NOT unterstützt dieses geistliche Zentrum seit fast drei Jahrzehnten.

Menschen Nahrung für den Glauben geben – das steht auch bei einem Projekt der ukrainisch griechisch-katholischen Erzeparchie Kiew im Mittelpunkt. Sie umfasst große Teile der Zentralukraine, rund 24.000 Gläubige werden dort von nur 43 Priestern betreut. Der Rektor des Kiewer Priesterseminars, Petro Zhuk, spricht von einem „Missionsterritorium“, zumal viele Menschen nach den Jahrzehnten des Kommunismus erst langsam in das kirchliche Leben hineinwachsen müssten.

Jugendliche beim Zeltlager der Erzeparchie Kiew.

Jugendliche beim Zeltlager der Erzeparchie Kiew.

„Eine der wichtigsten und erfolgreichsten Früchte unserer Arbeit sind die christlichen Sommerlager für Jugendliche“, erklärt Zhuk. Jahr für Jahr nehmen rund 1300 junge Menschen daran teil. Dabei steht neben der erlebten Gemeinschaft auch die Glaubensunterweisung im Vordergrund. Die Früchte sprächen für sich, freut sich Petro Zhuk: „Die Jugendlichen wurden zu den aktivsten Pfarreimitgliedern, zu überzeugten Christen und bekamen eine solide Grundlage für ein erfülltes Leben nach der christlichen Morallehre. Diese pastorale Arbeit wäre ohne die Wohltäter von KIRCHE IN NOT nicht möglich.“

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8.Apr 2016 09:37 · aktualisiert: 9.Apr 2016 15:25
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