KIRCHE IN NOT startet Wiederaufbauprogramm für Aleppo

KIRCHE IN NOT unterstützt eines der wenigen intakten Krankenhäuser

Zeichen der Hoffnung im zerstörten Homs.

Zeichen der Hoffnung im zerstörten Homs.

Das weltweite päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT unterstützt den Wiederaufbau der syrischen Stadt Aleppo. Das Programm besteht aus sieben Einzelprojekten. Für die notleidende Bevölkerung in Syrien hat das Hilfswerk darüber hinaus 32 Projekte neu aufgelegt. Insgesamt fördert „Kirche in Not“ damit im laufenden Jahr über 120 Einzelmaßnahmen in Syrien mit einer Gesamtsumme von sieben Millionen Euro.

Aleppo gehört zu den vom Krieg am meisten betroffenen Städten des Landes. Monatelange tobten vor allem in den östlichen Bezirken schwere Kämpfe. Seit Anfang 2017 schweigen dort die Waffen. Rund ein Drittel der Gebäude in der Stadt sind zerstört. Auch zahlreiche Kirchen – Symbole für die jahrhundertealte christliche Tradition der Stadt – sind schwer getroffen.

Kirchen geben Hoffnung auf Rückkehr

„Die Kirchen sind so etwas wie Leuchttürme im Meer. Sie vermitteln Sicherheit und Hoffnung. Das gesamte soziale Leben spielt sich in den Kirchengemeinden ab“, erklärte Dr. Andrzej Halemba, Projekt-Referent für den Nahen Osten bei KIRCHE IN NOT. Das Hilfswerk hat die Wiederherstellung von drei Kathedralen in sein Programm aufgenommen: der armenisch-katholischen, der maronitischen und der syrisch-katholischen. „Sie spiegeln die verschiedenen christlichen Traditionen und Riten. Außerdem geht von den wiederaufgebauten Kirchen eine wichtige Signalwirkung aus: Die vertriebenen Christen können den ersten Schritt Richtung Rückkehr wagen“, sagte Halemba.

Nicht auf Bänken, sondern auf Schutt kniet, wer in der zerstörten armenisch-katholischen Kathedrale von Aleppo derzeit betet.

Nicht auf Bänken, sondern auf Schutt kniet, wer in der zerstörten armenisch-katholischen Kathedrale von Aleppo derzeit betet. Foto: Ismael Martinez Sanchez/KIRCHE IN NOT

KIRCHE IN NOT hat auch Hilfen für die Renovierungsarbeiten in einem Zentrum für autistische Kinder zugesagt, das von Missionsfranziskanerinnen geleitet wird. Da während des Krieges das Gebäude nicht beheizt werden konnte, haben sich Feuchtigkeit und Schimmel ausgebreitet. „Die Gesundheit der 15 betreuten Kinder ist dadurch in ernster Gefahr. Wir müssen schnell handeln“, erklärte Halemba. Darüber hinaus unterstützt das Hilfswerk den Wiederaufbau von Pfarrsälen und eines Biblischen Zentrums.

Hilfen für Lebensmittel, Medizin und Wohnen

Auch die Hilfsprogramme für vertriebene Christen gehen unvermindert weiter, die KIRCHE IN NOT seit 2011 in Aleppo und anderen syrischen Städten zusammen mit den örtlichen Kirchen ins Leben gerufen hat. „Wir wollen, dass die Menschen in ihre Häuser zurückkehren können. Es ist noch viel zu tun, damit das möglich wird“, erklärte Halemba. Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen sind über 13 Millionen Menschen in Syrien auf humanitäre Hilfe angewiesen. „Vielfach sind die Kirchen die einzigen Anlaufstellen, nicht nur für die Christen“, erläuterte Halemba. Die Ortskirchen können diesen Andrang von Notleidenden nicht allein bewältigen.

KIRCHE IN NOT unterstützt den Wiederaufbau in Homs.

KIRCHE IN NOT unterstützt den Wiederaufbau in Homs. Foto: Ismael Martinez Sanchez/KIRCHE IN NOT

Eine Vielzahl der neu bewilligten Projekte von KIRCHE IN NOT widmen sich der Versorgung der notleidenden Bevölkerung: So werden in Homs Mietbeihilfen für 340 Familien finanziert, in Aleppo erhalten weitere 700 Familien eine regelmäßige ärztliche Versorgung, und in Latakia an der Mittelmeerküste ist im nächsten halben Jahr für über 1700 mittellose Familie ein monatlicher Zuschuss für die Beschaffung von Lebens- und Arzneimitteln gesichert.

„Das Leid in Syrien hört nicht auf. Ohne Hilfe aus dem Ausland verstärkt sich die Perspektivlosigkeit immer mehr“, sagte Halemba. „Die Zukunft dieser Menschen liegt in unseren Händen. Wir tragen Mitverantwortung!“

Helfen Sie den Menschen in Aleppo

Um weiter das Überleben der Christen und die karitative Arbeit der Kirchen in Syrien sichern zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder online oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Syrien

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Schlagworte:
Aleppo · Lebensmittel · Medizin · Wiederaufbau · Wohnung
9.Okt 2018 09:16 · aktualisiert: 10.Okt 2018 11:26
KIN / A. Blumberg