„Ich bereue nicht, Asia Bibi verteidigt zu haben”

KIRCHE IN NOT hat Anwalt der pakistanischen Katholikin getroffen

Saif Ul-Malook, Anwalt von Asia Bibi.

Saif Ul-Malook, Anwalt von Asia Bibi.

Trotz anhaltender Bedrohungen gegenüber seiner Person würde Saif Ul-Malook, der Verteidiger der in Pakistan der Blasphemie beschuldigten und kürzlich freigesprochenen Katholikin Asia Bibi, immer wieder Christen verteidigen, die der Blasphemie beschuldigt werden.

Das betonte der muslimische Anwalt bei einem Treffen mit einer Delegation von KIRCHE IN NOT in Lahore (Pakistan). „Wenn jemand meine Hilfe braucht, gebe ich meine juristische Unterstützung, egal welchem Glauben die Person angehört“, sagte er.

Der Fall der Katholikin Asia Bibi hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Sie wurde wegen einer mutmaßlichen Beleidigung des Propheten Mohammed zum Tod verurteilt. Im muslimisch geprägten Pakistan herrscht ein strenges Blasphemiegesetz.

Die wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilte pakistanische Katholikin Asia Bibi (Foto: British Pakistani Christian Association).

Die wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilte pakistanische Katholikin Asia Bibi (Foto: British Pakistani Christian Association).

Der Anwalt Saif Ul-Malook hatte Pakistan nach der Aufhebung des Todesurteils gegen Asia Bibi am 31. Oktober vergangenen Jahres verlassen, kehrte aber kürzlich zurück, um bei der Anhörung anwesend zu sein, als das Oberste Gericht einen Antrag, die früheren Gerichtsentscheidungen zu überprüfen, diskutierte und letztlich ablehnte.

„Freunde fürchten, mit mir getötet zu werden”

Nach seiner Rückkehr sehe er sich Bedrohungen ausgesetzt, sagte Ul-Malook. „Ich bin ein wandelnder Toter. Man beschuldigt mich, dass ich ein schlechter Muslim sei, weil ich eine christliche Frau verteidigt habe, die der Blasphemie beschuldigt war.

Meine Freunde und Kollegen haben Angst, mit mir im Auto zu fahren, weil sie fürchten, dass sie zusammen mit mir getötet werden“, gestand er.

Joseph Nadeem (rechts) mit Eisham Ashiq und Ashiq Masih, Tochter und Ehemann von Asia Bibi.

Joseph Nadeem (rechts), der sich um die Familie von Asia Bibi kümmert, mit Eisham Ashiq und Ashiq Masih, Tochter und Ehemann von Asia Bibi.

Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT Italien berichtete Ul-Malook von den Haftbedingungen von Asia Bibi. Sie hätte acht Jahre lang in einem acht Quadratmeter großen Zimmer leben müssen. Zwei Mal am Tag durfte sie jeweils für eine halbe Stunde diesen Raum verlassen. Zum aktuellen Aufenthaltsort von Asia Bibi machte er keine Angaben.

„Mein Wunsch ist ein Treffen mit Papst Franziskus”

Sein größter Wunsch sei es nun, Papst Franziskus zu begegnen. Der Heilige Vater hatte sich in der Vergangenheit für die Freilassung von Asia Bibi eingesetzt.

Trotz der aktuellen Drohungen steht für Saif Ul-Malook fest: „Mein Leben ist zwar zerstört, aber ich habe niemals bereut, Asia Bibi verteidigt zu haben.“

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KIN / S. Stein