Islamistische Gewalt nimmt weiter zu

Kirche hilft in Nigeria dort, wo staatliche Unterstützung ausbleibt

Der Priester Williams Kaura Abba besucht Verletzte in einem Krankenhaus.

Der Priester Williams Kaura Abba besucht Verletzte in einem Krankenhaus.

„Nigeria ist aktuell das Land, das am meisten vom islamistischen Terror heimgesucht wird. Es ist sozusagen die neue ,Hoffnung‛ der Fundamentalisten.“

Dies erklärte der Priester Joseph Bature Fidelis bei einem Treffen mit europäischen Botschaftsvertretern beim Heiligen Stuhl Ende März in Rom. Die Begegnung wurde von KIRCHE IN NOT“ organisiert.

„Zu den Attacken von Boko Haram sind jetzt noch die Übergriffe der Fulani-Hirten hinzugekommen“, sagte Fidelis, der aus dem Bistum Maiduguri im Nordosten Nigerias stammt.

In den vergangenen Wochen haben dramatische Berichte aus dem Land unsre Hilfswerk erreicht. Im Bundesstaat Kaduna wurden nach Angaben lokaler Kirchenvertreter mehr als 130 Menschen von Angehörigen des mehrheitlich muslimischen Stammes der Fulani ermordet. Andere Quellen sprechen von höheren Opferzahlen.

Williams Kaura Abba organisiert in Kajuru die Verteilung von Lebensmitteln an Menschen, die vor den Angriffen der Fulani geflohen sind.

Williams Kaura Abba organisiert in Kajuru die Verteilung von Lebensmitteln an Menschen, die vor den Angriffen der Fulani geflohen sind.

Über 10 000 Menschen sind wegen der Überfälle geflohen. Rund 150 Häuser wurden zerstört, wie der Priester Williams Kaura Abba aus Kaduna KIRCHE IN NOT berichtet: „Die Tötungswelle begann am 10. Februar, als die Fulani im Dorf Ungwan Barde nahe der Stadt Kajuru zehn Christen ermordeten – darunter eine schwangere Frau.“

Gewaltsame Übergriffe und schwere Misshandlungen

Abba berichtete KIRCHE IN NOT über einen fünfjährigen Jungen, der bei den Übergriffen durch die Fulani schwer verwundet wurde.

„Zuerst haben sie versucht, ihn mit Pistolen zu töten und dann mit einer Machete, aber Gott hat ihn zum Glück beschützt“, schilderte der Priester. Daraufhin malträtierte ihn ein Hirte mit Stockschlägen. Jetzt sei der Junge gelähmt, erklärte Abba.

Ein verletzter Mann, der bei einem Angriff der Fulani schwer verwundet wurde.

Ein verletzter Mann, der bei einem Angriff der Fulani schwer verwundet wurde.

„Dieses arme Kind hat auch eine seiner Schwestern bei der Attacke verloren, und seine Mutter kämpft nach wie vor im Krankenhaus um ihr Leben.“

Die Brutalität der Fulani sei unvorstellbar, so Abba, der auch das fehlende Eingreifen der Regierung kritisiert: „Weder der Gouverneur von Kaduna noch ein anderer Regierungsvertreter hat bislang die Betroffenen besucht oder mit den Angehörigen gesprochen.“

Kirche kümmert sich um Betroffene und Hinterbliebene

Allein die Kirche kümmere sich um die Menschen. Priester und Gemeindemitglieder bringen die Menschen ins Krankenhaus, organisieren Medikamente und kümmern sich um Hinterbliebene.

Christen protestieren am 19. März in der Hauptstadt Abuja gegen die Attacken der Fulani. Auf dem Transparent steht: „Stoppt des Kajuru-Massaker jetzt“.

Christen protestieren am 19. März in der Hauptstadt Abuja gegen die Attacken der Fulani. Auf dem Transparent steht: „Stoppt des Kajuru-Massaker jetzt“.

Am 19. März fand eine Demonstration gegen die Tötungen in der Hauptstadt Abuja statt, an der sich zahlreiche Christen beteiligten. Bei der Kundgebung richtete Abba einen Appell an die Demonstranten, den er gegenüber KIRCHE IN NOT wiederholte.

„Wir können nicht schweigen, wenn unsere Mitmenschen abgeschlachtet werden. Wenn wir das retten wollen, was von unserer Menschlichkeit noch übrig ist, dann müssen die Regierungsbehörden furchtlos ihre Pflicht erfüllen“, sagte er.

Helfen Sie den Menschen in Nigeria

Ein Junge aus Nigeria macht mit seinen Händen das Herzsymbol.

Ein Junge aus Nigeria macht mit seinen Händen das Herzsymbol.

Für KIRCHE IN NOT ist Nigeria eines der Schwerpunktländer auf dem afrikanischen Kontinent.

Unser Hilfswerk finanziert in Nigeria unter anderem die Versorgung von mittellosen Familien, die bei Terrorattacken ihre Angehörigen verloren haben, sowie kirchliche Flüchtlingslager.

Um den Christen Nigerias weiterhin beistehen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder online oder auf folgendes Konto:
Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Nigeria

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2.Apr 2019 14:16 · aktualisiert: 2.Apr 2019 14:17
KIN / S. Stein