Sri Lanka: Trauer und Solidarität nach Osteranschlägen

 KIRCHE IN NOT schreibt an die Bischofskonferenz von Sri Lanka und sichert Solidarität zu

Malcolm Kardinal Ranjith leitet die Trauerfeierlichkeiten.

Malcolm Kardinal Ranjith leitet die Trauerfeierlichkeiten. Foto: R Pradeep & T Sunil

„Die Welt ist am Ostermorgen mit den furchtbaren Nachrichten von den Bombenattacken erwacht …, die vor allem die christliche Gemeinschaft, aber auch internationale Touristen getroffen haben.“ Mit diesen Worten hat sich der Generalsekretär der Internationalen Päpstlichen Stiftung „Kirche in Not“, Philipp Ozores, in einem Kondolenzschreiben an die Bischofskonferenz von Sri Lanka gewandt.

„Unschuldige, die die Auferstehung Jesu feiern wollten“

„Wir teilen mit Ihnen den Schock und die tiefe Trauer über den Schmerz und die Not, die den unschuldigen Opfern zugefügt wurde, besonders den Menschen, die sich versammelt hatten, um die Auferstehung Jesu Christi zu feiern“, schreibt Ozores weiter. „Kirche in Not“ stehe solidarisch an der Seite Christen Sri Lankas: „Zusammen mit allen unseren Wohltätern versichern wir sie vor allem unserer Gemeinschaft im Gebet während dieser Zeit des Schmerzes, des Verlusts und der nationalen Trauer.“

Bei acht nahezu zeitgleichen Bombenanschlägen am Ostermorgen waren nach aktuellen Polizeiangaben mindestens 253 Menschen getötet und über 500 verletzt worden. Die Zahl der Getöteten hat sich damit gegenüber ersten Meldungen nochmals erhöht. Die meisten Toten und Verletzten gab es bei Selbstmordanschlägen auf zwei katholische und eine protestantische Kirche, in denen sich die Menschen zu Ostergottesdiensten versammelt hatten.

Beisetzung von Opfern der Bombenattacke auf die St.-Sebatianus-Kirche in Negombo.

Beisetzung von Opfern der Bombenattacke auf die St.-Sebatianus-Kirche in Negombo. Foto: R Pradeep & T Sunil

Die Regierung von Sri Lanka macht die einheimische Islamistengruppe „National Thowheeth Jama‛aath“ (NTJ) für den Anschlag verantwortlich; es gab mehrere Festnahmen. Am Dienstag reklamierte die Terrormiliz „Islamischer Staat“ den Anschlag für sich. Derweil erhärteten sich laut der Ermittlungsbehörden die Anzeichen, wonach die Bombenattacken als Rache für das Massaker im neuseeländischen Christchurch konzipiert waren. Mitte März hatte dort ein 28-jähriger Mann in zwei Moscheen 49 Menschen getötet.

Polizeischutz für Kirchen und Ausgangssperren

Mittlerweile haben „Kirche in Not“ auch Bilder von den ersten Beisetzungen der Getöteten auf Sri Lanka erreicht. Der 23. April war von der Regierung als nationaler Trauertag ausgerufen worden. Für das ganze Land wurden der Notstand und Ausgangssperren verhängt. Davon berichtet auch Bischof Harold Anthony Perera aus Kurunegala, das rund 100 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Colombo liegt.

Kardinal Ranjith tröstet Hinterbliebene des Terroranschlags

Kardinal Ranjith tröstet Hinterbliebene des Terroranschlags. Foto: R Pradeep & T Sunil

Perera schreibt an „Kirche in Not“: „Die Sicherheitskräfte haben mich aufgefordert, das Haus nicht mehr zu verlassen. Alle unsere Kirchen werden von der Polizei bewacht.“ Die Situation sei „unvorstellbar“. Die Anschläge hätten nicht nur die Christen, sondern die gesamte Gesellschaft getroffen: „Alle Menschen guten Willens in unserer Nation trauern aus tiefstem Herzen.“

Der Bischof bedankte sich auch bei „Kirche in Not“ für die Gebete und die Unterstützung: „Wir schätzen Ihre Gebete in diesem Moment der Trauer und der Sorge sehr. Danke für Ihre Solidarität!“

Weitere Hintergrundinformationen zur Lage in Sri Lanka liefert der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ von „Kirche in Not“: https://religious-freedom-report.org/de/pdf_de/?pais=1851. Den gesamten Bericht mit 196 Länderporträts gibt es unter: www.religionsfreiheit-weltweit.de

„Kirche in Not“ steht der christlichen Minderheit in Sri Lanka seit Jahren bei. So hat das Hilfswerk zum Beispiel den Wiederaufbau zerstörter Kirchen nach dem Bürgerkrieg unterstützt. Aktuell fördert „Kirche in Not“ unter anderem die kirchliche Bildungs- und Beratungsarbeit, Versöhnungsinitiativen zwischen den Volksgruppen und das kirchliche Leben in Pfarreien, Klöstern und Priesterseminaren. Diese Unterstützung gehen nach den Anschlägen intensiv weiter. Dazu bittet „Kirche in Not“ um Spenden – entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München
IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05
Verwendungszweck: Sri Lanka

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24.Apr 2019 14:28 · aktualisiert: 26.Apr 2019 08:22
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