Terror in Burkina Faso

Kirchen sollen bewacht werden

Bischof erlässt Sicherheitsmaßnahmen für Mitarbeiter

Sicherheitskontrolle vor einer Kirche in Lahore.

Bischof Kientega aus Burkina Faso fordert Wachdienste für Kirchen, wie zum Beispiel hier in Lahore/Paksitan.

Nachdem in einer Pfarrei seines Bistums Ouahigouya im Norden von Burkina Faso am 13. Mai vier Gläubige getötet wurden, hat Bischof Justin Kientega umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen für die Gläubigen und pastoralen Mitarbeiter seiner Diözese erlassen.

Der Überfall ereignete sich in der Pfarrei „Unsere Liebe Frau“ in Singa. „Die Menschen wurden von Terroristen angegriffen, als sie an einer Prozession zu Ehren der Muttergottes teilnahmen“, erklärte Bischof Kientega im Gespräch mit KIRCHE IN NOT. „Sie dachten, sie würden entführt, aber sie wurden erbarmungslos hingerichtet.“

Nur einen Tag zuvor hatten Terroristen im Ort Dablo im Bistum Kaya sechs Menschen bei einem Sonntagsgottesdienst getötet, unter ihnen den 34-jährigen Priester Simeon Yampa.

Das Land wird aktuell von einer Welle der Gewalt überzogen, die ab 2015 eingesetzt hat. Medienberichten zufolge wurden seither bei Angriffen rund 400 Menschen getötet.

Trauer und Entsetzen bei der Beisetzung der Opfer eines Anschlags auf eine Kirche am 12. Mai in Burkina Faso.

Trauer und Entsetzen bei der Beisetzung der Opfer eines Anschlags auf eine Kirche am 12. Mai in Burkina Faso.

Die von Bischof Kientega erlassenen Sicherheitsmaßnahmen spiegeln die angespannte Situation wider: Um nicht zur Zielscheibe von Terroristen zu werden, legte der Bischof den Priestern nahe, Soutane und Priesterkragen nicht jederzeit offen zu tragen.

Weiterhin empfiehlt er seinen Mitarbeitern, bei dienstlichen Fahrten in die oft weit entlegenen Pfarrgebiete keine größeren Fahrzeuge zu benutzen, die Fahrtroute häufig zu wechseln, in Zeiten mit höherem Verkehrsaufkommen zu reisen und Nachtfahrten zu vermeiden. Gemeindetreffen und Gottesdienstzeiten sollen nicht lange im Voraus bekanntgegeben werden.

Fahrtrouten wechseln, Nachtfahrten vermeiden

Ähnlich wie in anderen Regionen Afrikas oder Asiens fordert der Bischof vor den Kirchen Wachdienste einzurichten, um die Gläubigen bei Gefahr schneller warnen zu können. Der Bischof ruft in seiner Botschaft an die pastoralen Mitarbeiter auch dazu auf, die Dauer von Gottesdiensten und anderen Feiern zu begrenzen.

Christen aus der Gemeinde Dablo/Burkina Faso bei einer Prozession.

Christen aus der Gemeinde Dablo/Burkina Faso bei einer Prozession.

Besonders besorgt zeigt sich Kientega um die Katecheten. Sie leben und arbeiten oft in abgelegenen Gebieten und sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt.

Seit Jahresbeginn sind in Burkina Faso bereits drei Geistliche bei terroristischen Übergriffen getötet worden, so Ende April der Pfarrer einer protestantischen Gemeinde mit seinen Kindern.

Bischof sorgt sich besonders um Katecheten

Am 17. Mai war ein Salesianerpater im Bezirk Bobo-Dioulasso einem weiteren Mordanschlag zum Opfer gefallen, dem jedoch nach KIRCHE IN NOT vorliegenden Informationen kein islamistischer Hintergrund zugrunde liegt.

Bischof Justin Kientega (2. v. r.) assistiert bei einer kirchlichen Trauung.

Bischof Justin Kientega (2. v. r.) assistiert bei einer kirchlichen Trauung.

Bischof Kientega rief im Gespräch mit KIRCHE IN NOT dazu auf, verstärkt für das westafrikanische Land zu beten.

Für Burkina Faso beten

Seine Botschaft mit den Sicherheitsvorkehrungen schließt der Bischof ebenfalls mit einer Gebetsbitte: „Möge der Herr unserem Land Frieden schenken. Möge er unsere Stärke und Stütze in dieser Zeit der Prüfung sein. Er schenke unseren Märtyrern die ewige Ruhe. Ihr vergossenes Blut möge eine Quelle des Friedens und der geistlichen Fruchtbarkeit sein.“

Helfen Sie den Christen in Burkina Faso

Junge Mutter aus Burkina Faso mit einem Kind.

Junge Mutter aus Burkina Faso mit einem Kind.

KIRCHE IN NOT unterstützt in Burkina Faso den Bau von Kirchen und Gemeindehäusern, die Ausbildung und den Lebensunterhalt von Priestern und Ordensleuten, Transportmittel für die Seelsorge, die Verbreitung von religiösen Schriften für die Katechese und die katholische Medienarbeit.

Um die christliche Minderheit in Burkina Faso weiterhin unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder online oder auf folgendes Konto:

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22.Mai 2019 08:53 · aktualisiert: 22.Mai 2019 16:36
KIN / S. Stein