Über 111 Millionen Euro für bedrängte Christen

KIRCHE IN NOT legt Jahresbericht für das Jahr 2018 vor

Schwestern aus Burkina Faso danken KIRCHE IN NOT.

Schwestern aus Burkina Faso danken KIRCHE IN NOT.

111,1 Millionen Euro für notleidende, bedrängte und verfolgte Christen: Diese Gesamtsumme an Spenden, Erbschaften und weiteren Einnahmen hat KIRCHE IN NOT im Jahr 2018 erhalten.

Unser Hilfswerk konnte dadurch 5019 Projekte in 139 Ländern unterstützen. Aus Deutschland kamen 10,56 Millionen Euro.

„Wir sind tief bewegt von der Großherzigkeit unserer mehr als 330 000 Wohltäter aus der ganzen Welt. Ihr Opfer und ihr Glaube haben wieder Berge versetzt“, erklärte Thomas Heine-Geldern, der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT, bei der Vorstellung des Jahresberichts.

Der Großteil der Gesamteinnahmen – rund 80 Prozent – floss in missionsbezogene Aufwendungen, also in die konkrete Projektarbeit, sowie in Information, Medienarbeit und Gebetsinitiativen. Den Anteil der Verwaltungskosten betrug 8,5 Prozent der Gesamteinnahmen, 11,4 Prozent flossen in Wohltäterbetreuung und Fundraising. KIRCHE IN NOT hat in 23 Ländern eigene Nationalbüros.

Eine Pfarrei aus Indien dankt für die Unterstützung bei der Anschaffung eines Fahrzeugs, das in der Seelsorge eingesetzt wird.

Eine Pfarrei aus Indien dankt für die Unterstützung bei der Anschaffung eines Fahrzeugs, das in der Seelsorge eingesetzt wird.

Wie in den vergangenen Jahren ging der Großteil der Spenden nach Afrika (27 Prozent) und in den Nahen Osten (25 Prozent).

Seit Beginn des „Arabischen Frühlings“ und dem Ausbruch des Syrienkriegs im Jahr 2011 hat KIRCHE IN NOT in dieser Region rund 99 Millionen Euro für die notleidende Bevölkerung und die Hilfsprojekte der lokalen Kirchen zur Verfügung gestellt, davon mehr als 18 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Nothilfe für vertriebene Christen und Wiederaufbau

Mit zwölf Prozent der im vergangenen Jahr gewährten Hilfen setzte unser Hilfswerk erneut einen Schwerpunkt auf Nothilfe für vertriebene Christen und Wiederaufbau – mit sichtbarem Erfolg. Dank der Hilfe von KIRCHE IN NOT konnte vor allem in der irakischen Ninive-Ebene sowie in weiteren Regionen des Nahen Ostens rund 1500 Häuser und Wohnungen von Christen wiederhergestellt werden.

Kinder, Jugendliche und Ordensschwestern aus Kuba danken für die Hilfe von KIRCHE IN NOT.

Kinder, Jugendliche und Ordensschwestern aus Kuba danken für die Hilfe von KIRCHE IN NOT.

Dementsprechend stehen Syrien (8,6 Millionen Euro) und der Irak (6,5 Millionen Euro) auch an der Spitze der Empfängerländer, gefolgt von Indien (5,2 Millionen Euro), der Ukraine (3,2 Millionen Euro) und der Demokratischen Republik Kongo (2,8 Millionen Euro).

Vor allem Hilfe für Syrien und Irak

Was die Arten der Hilfe angeht, stehen nach wie vor Projekte zum Bau und Wiederaufbau mit einem Gesamtvolumen von über 23 Millionen Euro an erster Stelle, das sind rund 32 Prozent alles bewilligten Hilfen.

2470 Wohnhäuser, Kirchen und Kapellen, Klöster, Priesterseminare und Pastoralzentren konnten damit errichtet oder nach Zerstörungen wiederaufgebaut werden.

Jugendliche aus Georgien danken für die Unterstützung eines Zeltlagers.

Jugendliche aus Georgien danken für die Unterstützung eines Zeltlagers.

Ein essenzieller Bestandteil der Hilfsprojekte ist die Unterstützung armer Priester und ihrer Gemeinden – vor allem in Ländern, in denen die Seelsorger wenig oder gar keinen Lohn erhalten. Dies geschieht vor allem durch Mess-Stipendien, also die freiwillige Gabe für die Feier der heiligen Messe in einem bestimmten Anliegen.

1,5 Millionen Mess-Stipendien für 41 000 Priester

Rund 1,5 Millionen Mess-Stipendien konnten im Jahr 2018 weitergeben werden. Das ist ein Gesamtanteil von über 16 Prozent der Hilfsgelder. Von den Mess-Stipendien profitierten rund 41 000 Priester.

An dritter und vierter Stelle der Hilfen von KIRCHE IN NOT stehen mit je 12,4 Prozent die Flüchtlings- und Nothilfe sowie die Ausbildungshilfe für angehende Priester und Ordensleute.

Ordensschwestern aus der Ukraine danken allen Wohltätern für die Unterstützung bei der Anschaffung eines Kleinbusses, den sie für Ihre Arbeit benötigen.

Ordensschwestern aus der Ukraine danken allen Wohltätern für die Unterstützung bei der Anschaffung eines Kleinbusses, den sie für Ihre Arbeit benötigen.

2018 hat unser Hilfswerk die Ausbildung von rund 12 000 Priesteramtskandidaten unterstützt, das ist weltweit etwa jeder zehnte. Rund 4400 Priester haben ein Stipendium für ein weiterführendes Studium erhalten.

Einen wichtigen Stellenwert nimmt die Ausbildung von Katecheten und ehrenamtlichen Helfern ein. Über 14 000 Menschen hat KIRCHE IN NOT in diesem Bereich gefördert, das sind über elf Prozent der Hilfen.

Jeder zehnte Seminarist weltweit von KIRCHE IN NOT unterstützt

An sechster Stelle der Projektarten stehen mit rund sieben Prozent Transporthilfen für die pastorale Arbeit. Das betrifft vor allem Regionen, in denen Pfarrgemeinden oder Diözesen sehr weite Gebiete umfassen, wo die Straßen schlecht sind oder geografische Hürden überwunden werden müssen.

Freiwillige der orthodoxen Jugendbewegung danken KIRCHE IN NOT für die Unterstützung ihrer Arbeit.

Freiwillige der orthodoxen Jugendbewegung danken KIRCHE IN NOT für die Unterstützung ihrer Arbeit.

Damit Seelsorger und Helfer zu den Gläubigen kommen können, haben Wohltäter von KIRCHE IN NOT im vergangenen Jahr 370 Autos, 189 Motorräder, 342 Fahrräder, zwei Lastwagen, zwei Busse und zwei Boote finanziert.

Förderung der Medienarbeit und Verteilung religiöser Literatur

Rund fünf Prozent der Hilfen von KIRCHE IN NOT gehen in die Unterstützung der Medienarbeit. Dies umfasst die Förderung christlicher Fernseh- und Radioprogramme, von Internetangeboten sowie christlichen Publikationen. Über 1,1 Millionen Bibeln und weitere religiöse Literatur konnten so im Jahr 2018 gedruckt und verteilt werden.

„Die Zahlen zeigen: KIRCHE IN NOT bleibt verfolgten und bedrängten Christen weiterhin nahe – geistlich wie materiell“, erklärte der Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland, Florian Ripka.

Ordensschwestern und Kinder aus Aleppo/Syrien sagen danke für die Hilfe von KIRCHE IN NOT.

Ordensschwestern und Kinder aus Aleppo/Syrien sagen danke für die Hilfe von KIRCHE IN NOT.

„Dank der Großzügigkeit unserer Wohltäter, denen ich von Herzen danke, können wir den zunehmenden Angriffen auf christliche Minderheiten konkrete Taten der Liebe entgegensetzen.“

Dies zeige sich aktuell etwa nach den tragischen Anschlägen auf Sri Lanka, den zunehmenden Attacken auf Christen in Nigeria und Burkina Faso oder den anhaltenden Repressalien auf religiöse Minderheiten in Pakistan.

„Wir helfen den christlichen Gemeinden, verstärkt Präsenz zu zeigen – auch wenn sie nur eine kleine unterdrückte Minderheit sind“, erklärte Ripka. „Wer unser Werk unterstützt, setzt ein Zeichen: Glaube und Nächstenliebe, haben Macht, den Hass zu besiegen.“

Transparenz ist uns wichtig

Die aktuellen Berichte über die Mittelverwendung, Tätigkeitsberichte und die Ergebnisse der Wirtschaftsprüfung sind auf unserer Internetseite einsehbar. Hier können Sie die Zertifikate und Berichte nachlesen: https://www.kirche-in-not.de/wer-wir-sind/transparenz.

Vielen Dank für Ihre Spenden

Pater Werenfried mit seinem „Millionenhut“.

Pater Werenfried mit seinem „Millionenhut“.

KIRCHE IN NOT wurde 1947 von dem Niederländer Pater Werenfried van Straaten als Hilfsaktion für die deutschen Heimatvertrieben und später für die verfolgten Christen hinter dem Eisernen Vorhang gegründet.

Auf ausdrücklichen Wunsch der Päpste wurden später auch Asien, Afrika und Lateinamerika in die Hilfsprogramme aufgenommen.

Um weiterhin verfolgten und notleidenden Christen helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05

Spenden per PayPal:


Spenden per Sofortüberweisung:

21.Jun 2019 10:01 · aktualisiert: 21.Jun 2019 11:33
KIN / S. Stein