Christenverfolgung kennt keine Grenzen

KIRCHE IN NOT hilft weltweit, „Brücken der Liebe” zwischen den Menschen bauen

Beisetzung eines Opfers, das beim terroristischen Überfall auf eine Kirche in Dablo (Burkina Faso) ums Leben kam.

Beisetzung eines Opfers, das beim terroristischen Überfall auf eine Kirche in Dablo (Burkina Faso) ums Leben kam.

Eine Prozession wurde für Katholiken im Norden von Burkina Faso zur tödlichen Falle: Am 13. Mai, einem Fatimatag, stoppten Terroristen eine Gruppe von Gläubigen der Pfarrei Singa.

„Die Menschen dachten, sie würden entführt, aber sie wurden erbarmungslos hingerichtet“, erklärt Bischof Justin Kientega (Bistum Ouahigouya). Vier Gläubige starben.

Nur einen Tag vorher hatte eine Terroristen-Gruppe in Dablo eine Sonntagsmesse überfallen – sechs Tote, unter ihnen der Gemeindepriester. Und das Morden mutmaßlich islamistischer Gruppen in Burkina Faso geht weiter.

Der islamistische Terror ist neben einem übersteigerten Nationalismus und dem Allmachtsanspruch autoritärer Regime eine der Hauptursachen für die Verfolgung religiöser Minderheiten.

In vielen Ländern weltweit werden Christen verfolgt und benachteiligt

In vielen Ländern weltweit werden Christen verfolgt und benachteiligt

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT. Terror und Verfolgung treffen alle religiösen Gruppen, die Christen oft mit besonderer Härte.

Christenverfolgung spielt sich oft unbeobachtet ab

Sie haben keinen politischen Fürsprecher, gelten wegen ihrer weltweiten Vernetzung als besonders „verdächtig“ oder gehören unter den von Terroristen identifizierten Feinden zur meist gehassten Gruppe – mit augenscheinlich steigender Tendenz: So konnte es eine geschockte Weltöffentlichkeit am Ostersonntag erleben, als auf Sri Lanka Bomben die Festtagsfreude zerrissen.

Kreuz in der zerstörten koptischen Kathedrale in Luxor.

Kreuz in der zerstörten koptischen Kathedrale in Luxor.

Was an Ostern die Gemüter vieler Menschen bewegte, spielt sich oft unbeachtet ab:

  • Attacken islamistischer Truppen auf Missionsstationen in der Zentralafrikanischen Republik,
  • Bombenanschläge auf eine Kathedrale im Süden der Philippinen,
  • Übergriffe nationalistischer Hindus auf katholische Schulen in Indien,
  • Angriffe von muslimischen Fulani-Nomaden auf christliche Bauern in Nigeria.

Das ist nur ein kleiner Auszug der antireligiösen Übergriffe, von denen KIRCHE IN NOT erfahren hat – alle aus diesem Jahr. 2019 ist bereits jetzt eines der blutigsten Jahre für Christen.

Christenverfolgung kennt keine Grenzen, kein Erbarmen, keine Pause. Politische, ökonomische und religiöse Faktoren gehen vielerorts eine tödliche Verbindung ein.

Bischof Joseph Tobji in der zerstörten maronitischen Kathedrale in Aleppo.

Bischof Joseph Tobji in der zerstörten maronitischen Kathedrale in Aleppo.

Oft genügt schon das Tragen eines Kreuzes oder ein falscher Verdacht, wie der Fall der Pakistanerin Asia Bibi zeigt. Sie musste wegen angeblicher Blasphemie über acht Jahre in der Todeszelle verbringen, bevor sie rehabilitiert wurde. Doch noch zahlreiche weitere „Asia Bibis“ sitzen nach wie vor in pakistanischen Gefängnissen.

Brücken der Liebe bauen

„Brücken der Liebe bauen“, um der Verfolgung etwas entgegenzusetzen: Das versucht KIRCHE IN NOT zusammen mit anderen Organisationen – durch Gebet, Information, Hilfe. Es sind „Brücken der Liebe“, die keine Einbahnstraße sind. Das wird jedem Beobachter bewusst, der erlebt, wie Christen an allen genannten Orten ihren Glauben leben und bezeugen – trotz allem.

So haben die Katholiken Burkina Fasos nur wenige Tage nach den blutigen Überfällen zu Hunderten am Abschlussgottesdienst des westafrikanischen Bischofstreffens teilgenommen. Auch am Dialog mit den muslimischen Nachbarn halten sie fest.

Gruppenfoto im Priesterseminar in Jos/Nigeria.

Gruppenfoto im Priesterseminar in Jos/Nigeria.

In Nigeria sind Gottesdienste, Priesterseminare und Klöster voll. „Unsere Priesteramtskandidaten müssen damit rechnen, als Märtyrer zu sterben. Aber sie sind fest entschlossen“, sagt der Regens eines nigerianischen Priesterseminars.

Volle Priesterseminare in Nigeria

In Syrien und im Irak gilt die erste Sorge der Christen beim Wiederaufbau ihren Kirchen und Gemeindezentren. Was manche Europäer die Stirn runzeln lässt, ist für die Christen dort ein Zeichen ihrer Identität, des wiederaufgenommenen sozialen Lebens.

Am 13. Mai 2017, ein halbes Jahr nach dem Ende des Dauerfeuers, zogen die Katholiken im syrischen Aleppo in einer Prozession durch die Stadt.

Zeremonie zu Beginn der Wiederaufbauarbeiten in der syrisch-katholischen Kirche von Karakosch.

Zeremonie zu Beginn der Wiederaufbauarbeiten in der syrisch-katholischen Kirche von Karakosch.

Alles hatte ihnen der Krieg genommen, aber den Glauben nicht – und auch nicht die Liebe, die gerade die Kirchen zu Anlaufstellen für die notleidende Bevölkerung macht, Christen wie Muslime. Religionsfreiheit ist ein bedrohtes Gut.

Für Religionsfreiheit einsetzen

Die Entschlossenheit der Verfolgten ist der Motor, der uns im Einsatz für dieses Menschenrecht Antrieb geben kann.

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2.Jul 2019 09:44 · aktualisiert: 11.Jul 2019 09:15
KIN / S. Stein