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Nordkoreas Hauptstadt wird der Gottesmutter geweiht

Nordkoreas Hauptstadt wird der Gottesmutter geweiht

Initiative um Frieden und Aussöhnung zwischen beiden Landesteilen

10.07.2020 aktuelles
Die Diözese Pjöngjang in Nordkorea wird Unserer Lieben Frau von Fatima geweiht. Dies kündigte Andrew Kardinal Yeom Soo-jung, Erzbischof der südkoreanischen Hauptstadt Seoul, an.

 

Anlass war eine heilige Messe zum Gedenken an den Beginn des Korea-Krieges vor 70 Jahren. Die Ankündigung fällt in eine Zeit, in der sich die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea erneut verschärfen. Ein konkreter Zeitpunkt für die Weihe ist nicht bekannt.

Yeom Soo-jung erinnerte bei der Gedenkmesse an die rund drei Millionen Toten des Koreakrieges, der am 25. Juni 1950 ausgebrochen ist und offiziell bis heute andauert, da es keinen Friedensvertrag zwischen Nord- und Südkorea gibt.

Andrew Kardinal Yeom Soo-jung, Erzbischof von Seoul und Apostolischer Administrator von Pjöngjang.
Der Kardinal ging auch auf das Schicksal der Flüchtlinge aus dem kommunistischen Norden, das „Drama der auseinandergerissenen Familien“ und die anhaltende Christenverfolgung in Nordkorea ein. Die Weihe an die Gottesmutter von Fatima solle die Bitte auf Aussöhnung und Frieden zum Ausdruck bringen.

 

Bitte um Aussöhnung und Frieden

Die Ankündigung ist wohl auch in Zusammenhang mit den jüngsten Konfrontationen auf der koreanischen Halbinsel zu sehen. So hat das nordkoreanische Regimes erneut alle Kommunikationskanäle mit dem Süden gekappt.

Am 16. Juni wurde in der Grenzstadt Kaesong das innerkoreanische Verbindungsbüro gesprengt. Es war erst 2018 im Zuge einer vorsichtigen Annäherung errichtet worden. Die erneute Konfrontation schürt einmal mehr die Angst vor einer militärischen Eskalation.

Statue der Gottesmutter von Fatima.
Die südkoreanische Bischofskonferenz hat als geistliche Begleitung für den Friedensprozess eine tägliche heilige Messe für den Frieden initiiert, die seit Dezember vergangenen Jahres bis Ende November gefeiert wird.

 

Tägliche heilige Messen für den Frieden

Auch die Verehrung der Gottesmutter von Fatima ist ein fester Bestandteil beim Gebet um die Aussöhnung der beiden Staaten: Regelmäßig finden an der Grenze zu Nordkorea Marienwallfahrten und Gottesdienste statt, die der deutsche Missionar Prälat Anton Trauner (1922-2017) maßgeblich mitinitiiert hatte.

Der südkoreanische Kardinal Yeom Soo-jung ist neben seiner Aufgabe als Erzbischof von Seoul auch als Apostolischer Administrator im nordkoreanischen Hauptstadtbistum Pjöngjang eingesetzt – ein Amt, das jedoch aufgrund der anhaltenden Verfolgung faktisch kaum ausgeübt werden kann.

Marienstatue nahe der Grenze von Nordkorea und Südkorea. Sie schaut Richtung Norden und symbolisiert den Wunsch nach Frieden und Einheit.
Die Diözese Pjöngjang wurde erst 1962 offiziell errichtet, ihr erster Bischof Francis Hong Yong-ho wurde vom kommunistischen Regime im selben Jahr verschleppt und vom Heiligen Stuhl 2013 für tot erklärt.

 

Nordkorea: Gefährlichstes Land, um Christ zu sein

Nordkorea gilt „allgemein als das gefährlichste Land der Welt, um Christ zu sein“, stellt die im Oktober 2019 erschienene Dokumentation „Verfolgt und vergessen?“ von KIRCHE IN NOT fest. Zeugenaussagen von Flüchtlingen weisen darauf hin, dass viele Christen in Lagern interniert werden.

Diesem Bericht zufolge könnte es „zwischen 50 000 und 70 000 Christen in diesen Lagern geben“, was etwa der Hälfte der Gefangenen entsprechen würde. „Hinrichtungen, Zwangsarbeit, Folter, Hunger, sexuelle Gewalt und Zwangsabtreibungen“ seien einige der Übergriffe, denen Christen ausgesetzt sind, wenn sie in das engmaschige Überwachungsnetz des nordkoreanischen Regimes geraten.

DVD-Tipp

Ein zweiteiliges Interview mit dem deutschen Korea-Missionar Anton Trauner und sein Fatima-Apostolat für den Frieden finden Sie in der Mediathek „katholisch.tv“ von KIRCHE IN NOT:
Interview mit dem deutschen Korea-Missionar Anton Trauner (Teil 1)
Interview mit dem deutschen Korea-Missionar Anton Trauner (Teil 2)

 

Sie können das gesamte Interview auch kostenlos auf DVD bestellen:
KIRCHE IN NOT Deutschland
Lorenzonistraße 62
81545 München
Telefon: 089 – 6424888-0
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

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