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Christenverfolgung in der Türkei

Christenverfolgung in der Türkei

Religionsgemeinschaften in der Türkei

Der größte Teil der Muslime in der Türkei sind Sunniten. Vor allem im Osten der Türkei gibt es auch eine kleine Minderheit von Schiiten. Eine bedeutende Minderheit unter den Muslimen bilden die Aleviten, über deren Anteil es aber sehr unterschiedliche Schätzungen gibt, die von einem Viertel bis möglicherweise sogar einem Drittel aller Muslime ausgehen. In offiziellen Statistiken werden die Aleviten nicht eigens ausgewiesen. Das Alevitentum ist eine im 13. und 14. Jahrhundert entstandene islamische Glaubensrichtung mit engen Verbindungen zum schiitischen Islam. In ihrer Lehre und in ihrer Glaubenspraxis unterscheidet sich die alevitische Religion sehr deutlich vom sunnitischen Islam.

Viele Sunniten bezweifeln daher, dass es sich beim Alevitentum überhaupt um eine islamische Glaubensrichtung handelt. Auch manche Aleviten betrachten das Alevitentum nicht als eine islamische, sondern als eine eigenständige GlaubensrichTürkei 227 tung. Viele Sunniten begegnen dem Alevitentum mit Misstrauen, weshalb Aleviten im Alltag oft diskriminiert und benachteiligt sind. Von staatlicher Seite wird das Alevitentum nicht als eigenständige Glaubensgemeinschaft anerkannt, auch ihre Gebetshäuser werden nicht als solche respektiert. Die Aleviten bekommen keinerlei staatliche Unterstützung. An den Schulen gibt es keinen alevitischen Religionsunterricht.

Eine verschwindend kleine Minderheit stellen mit einem Anteil von etwa 0,2 Prozent die Christen dar. Ihre Gesamtzahl dürfte bei etwa 150 000 bis 200 000 liegen. Exakte Zahlen sind nicht verfügbar. Darunter sind unter anderem rund 60 000 bis 90 000 armenisch-orthodoxe Christen, gut 50 000 Katholiken, etwa 20 000 syrisch-orthodoxe Christen, rund 7000 Christen in protestantischen und freikirchlichen Gemeinden und weniger als 3000 griechisch-orthodoxe Christen. Noch kleiner sind die anderen christlichen Gemeinschaften, darunter syrisch-katholische, chaldäische oder maronitische Christen. Zu beachten ist, dass ein Teil der aus dem Irak oder aus Syrien vertriebenen Christen in der Türkei Zuflucht gesucht hat.

Außerdem gibt es das Phänomen der sogenannten „Geheimchristen“ (auch Kryptochristen genannt). Dabei handelt es sich um Nachkommen von Christen, die während des Völkermords an den Armeniern (1915/1916) den Islam nur äußerlich angenommen haben, um sich vor Tod, Vertreibung und Verfolgung zu schützen. In den betroffenen Familien wurde das Bewusstsein der ursprünglichen religiösen Zugehörigkeit zum Teil an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Oft sind die heutigen Nachfahren aber säkularisiert und ihrer ursprünglichen christlichen Identität entfremdet

Einwohner

80 Millionen

Religionszugehörigkeit

99 % Muslime
0,2 % Christen
0,8 % Sonstige
Detaillierte Informationen zur Christenverfolgung in der Türkei und der aktuellen Situation im Land finden Sie in unserem Länderbericht „Christenverfolgung in der Türkei“ und dem Gesamtbericht „Christen in großer Bedrängnis“.

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