Opfer – Eucharistie – Apostolat

Vor 15 Jahren wurde der Kroate Ivan Merz seliggesprochen

Kathedrale von Banja Luka, der Geburtsstadt von Ivan Merz.

Kathedrale von Banja Luka, der Geburtsstadt von Ivan Merz.

2003 besuchte Papst Johannes Paul II. ein zweites Mal Bosnien und Herzegowina, um in Banja Luka den kroatischen Laien Ivan Merz am 23. Juni seligzusprechen.

Merz wurde am 16. Dezember 1896 in Banja Luka im heutigen Bosnien und Herzegowina geboren. Hans Merz, der sich später Ivan nannte, besuchte das dortige Gymnasium, das er 1914 abschloss. Anschließend begann er ein Studium der Literaturwissenschaft in Wien.

Leider musste er dieses wegen des Ersten Weltkriegs unterbrechen, den er wurde als Soldat an der Front in Italien eingesetzt.

Nach dem Krieg setzte er sein Studium in Wien fort und beendete es in Paris. Seit 1922 war er Französischlehrer in Zagreb, wo er auch promovierte. Am 10. Mai 1928 starb er mit nur 31 Jahren.

Junge Kroaten bei einem Besuch in Rom.

Junge Kroaten bei einem Besuch in Rom.

Der Erste Weltkrieg hatte ihn zu einer tiefen Gläubigkeit gebracht. Er arbeitete aktiv als Laie in der Kirche und nahm sich zum Wahlspruch „Opfer – Eucharistie –Apostolat“. Ivan Merz gilt als einer der Vorkämpfer für die liturgische Bewegung in Kroatien und als Begründer der Katholischen Aktion in seiner Heimat, für die er sich als Autor in verschiedenen Zeitschriften einsetzte.

Er war ein gläubiger Mensch und des innerlichen Gebetes. Seine Ideen wirkten auch nach seinem Tod in verschiedenen katholischen Gruppierungen fort.

Die Kathedrale von Zagreb.

Die Kathedrale von Zagreb.

1958 wurde der Seligsprechungsprozess eröffnet. Seine Gebeine wurden 1977 in die Herz-Jesu-Basilika in Zagreb übertragen, in der er die letzten sechs Jahre seines Lebens regelmäßig gebetet hatte.

Kroatische Kirchenkreise hofften, dass der Papst bereits im Jahr 2002 zur Seligsprechung nach Zagreb kommen würde, was aber durch seinen schwachen Gesundheitszustand nicht möglich war.

Obgleich Ivan Merz in der kroatischen Hauptstadt begraben liegt, legte der Papst Wert darauf, die Seligsprechung in Banja Luka vorzunehmen. Dies geschah im Juni 2003, als Johannes Paul II. die Bischofsstadt von Bischof Franjo Komarica  besuchte und die Seligsprechung vornahm.

In Italien ist bereits die erste Kapelle zu Ehren des seligen Ivan Merz eingeweiht worden, und zwar in den Alpen bei Trient, wo der Selige im Ersten Weltkrieg Soldat war. Auf der Hochebene des Monte Lefre bei Villa Agnedo weihte Bischof Luigi Bressan das kleine Gotteshaus mit einem Bildnis von Ivan Merz.

St.-Markus-Kirche in Zagreb.

St.-Markus-Kirche in Zagreb.

Die Arbeiten für die Kapelle begannen schon 2003 im Jahr der Seligsprechung. Am Bau arbeiteten viele Freiwillige mit. Pfarrer Don Lucio Tomaselli, der Initiator der Kapelle, erinnerte bei der Einweihung daran, dass in österreichischer Zeit im 19. Jahrhundert nicht nur Deutsche, sondern auch Italiener nach Bosnien auswanderten und dort bis zum Zweiten Weltkrieg lebten.

Die Pfarrei Villa Agnedo half auch seit 1995 den Kriegsopfern in Bosnien. In einer italienischen Broschüre stellte Don Lucio die Persönlichkeit des Seligen vor und sprach die Hoffnung aus, dass nun der Ort, der im Ersten Weltkrieg umkämpft wurde, mit seiner Kapelle ein Ort der Versöhnung und Annäherung der Völker werde.

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KIN / S. Stein