Heilige Birgitta: Wegweisende Patronin für Europa

Am 23. Juli ist der Gedenktag der heiligen Birgitta von Schweden

Schwedische Flagge.

Schwedische Flagge.

Birgitta wurde 1303 als Tochter eines Reichsrates in Finstad bei Uppsala in Schweden geboren.

Mit ihrem Mann Ulf Gudmarsson hatte sie vier Söhne und vier Töchter, darunter Katharina von Schweden, die auch heiliggesprochen wurde. Als Hofmeisterin des Königs Magnus Eriksson hatte Birgitta im Land großen Einfluss.

Nach einer Pilgerreise auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela und dem Tod ihres Mannes hatte sie zahlreiche Christus-Visionen und schrieb diese auf.

In den Offenbarungen erkannte Birgitta die Berufung als Braut Christi und göttliches Sprachrohr: Sie sollte einen neuen Orden gründen und ein Kloster im schwedischen Vadstena am Vätternsee errichten.

Kloster Vadstena in Schweden.

Kloster Vadstena in Schweden.

Der Orden des Allerheiligsten Erlösers ist heute weitläufig als Birgittenorden bekannt. Im Jahr 1349 pilgerte Birgitta nach Rom. Hier gründete sie ein Hospiz für schwedische Pilger und bemühte sich um die Rückkehr der Päpste von Avignon nach Rom. Birgitta starb am 23. Juli 1373 in Rom.

Birgittenorden breitete sich in ganz Europa aus

Ein Jahr später wurden die sterblichen Überreste in das Kloster Vadstena übertragen. Papst Bonifatius IX. sprach Birgitta am 7. Oktober 1391 heilig.

Der Birgittenorden breitete sich nach dem Tod der Gründerin in ganz Europa aus. In der Neuzeit erlitt der Orden zwar durch die Reformation schwere Rückschläge, doch ist er heute außer in Europa auch in Indien und Mexiko mit Klöstern vertreten.

Birgitta liegt im Kloster Vadstena begraben.

Birgitta liegt im Kloster Vadstena begraben.

In Deutschland gab es Birgittenklöster unter anderem in Kaldenkirchen (heute Nettetal) am Niederrhein, Köln und Maihingen im Landkreis Donau-Ries.

Manche fielen schon der Reformation zum Opfer, wie zum Beispiel in Lübeck und Stralsund. Andere wurden im Dreißigjährigen Krieg zerstört, wie zum Beispiel Gnadenberg in Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz.

Lange Zeit war Altomünster im Landkreis Dachau das einzige Birgittenkloster in Deutschland. Im Jubiläumsjahr des 700. Geburtstages der heiligen Birgitta von Schweden entstand 2003 im Bremer Schnoor-Viertel wieder ein Kloster, das von einem Seitenzweig des Ordens gegründet worden ist.

Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs ist der Birgittenorden auch wieder in Estland vertreten. Hier befand sich 150 Jahre lang bei Tallinn das zweitgrößte Kloster des Ordens.

Birgittenkloster im Bremer Schnoor-Viertel

Um 1400 gegründet blieb es in der Reformation der katholischen Kirche treu, bis es im Livländischen Krieg vor 450 Jahren von den Russen zerstört wurde. Der Stadtteil Pirita, in dem sich die Ruinen des Klosters befinden, ist nach der heiligen Birgitta benannt.

Kinder aus Estland lesen in der Kinderbibel von KIRCHE IN NOT.

Kinder aus Estland lesen in der Kinderbibel von KIRCHE IN NOT.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion kamen wieder Birgittinnen aus Schweden nach Estland. Sie hatten zunächst in der Altstadt von Tallinn ein kleines Haus. Sie bauten neben der Ruine in Pirita ein neues Kloster mit einem Gästehaus. Die neun Schwestern kommen aus Mexiko, Indien, Italien und Schweden.

Patronin Europas

Am 1. Oktober 1999 ernannte der heilige Papst Johannes Paul II. neben Katharina von Siena und Edith Stein auch Birgitta von Schweden zur Patronin Europas. Bereits im Jahr 1980 stellte schon der Heilige Vater die Slawenapostel Kyrill und Methodius dem heiligen Benedikt als Co-Patrone Europas zur Seite.

Mit der heiligen Birgitta wies der Papst darauf hin, dass auch Skandinavien durch seine Christianisierung vor über eintausend Jahren in die europäische Völkerfamilie aufgenommen wurde.

23.Jul 2018 08:17 · aktualisiert: 23.Jul 2018 08:51
KIN / S. Stein