Die Landespatrone der EU-Staaten

Heilige Helfer für ein christliches Europa

Ikone mit Kyrill und Method.

Ikone mit Kyrill und Method.

1980 hat Papst Johannes Paul II. die beiden Slawenapostel Kyrill und Method dem heiligen Benedikt als Konpatrone Europas zur Seite gestellt.

Knapp 20 Jahre später, im Jahr 1999, hat er drei heilige Frauen als Patroninnen Europas proklamiert: Birgitta von Schweden, Katharina von Siena und Edith Stein. Es gibt also insgesamt sechs Europapatrone.

Noch kann man von einem christlichen Europa sprechen, denn das Christentum hat Europas Kultur geprägt und ihm seine Seele gegeben.

Von den 28 Mitgliedsländern der EU haben 16 eine katholische Mehrheit: Belgien, Frankreich, Irland, Italien, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Malta, ÖsterreichPolen, Portugal, die Slowakei, Slowenien, Spanien, die Tschechische Republik und Ungarn.

Die Wallfahrtskirche Maria Schoßberg in der Slowakei.

Die Wallfahrtskirche Maria Schoßberg in der Slowakei.

In sieben Ländern ist die Mehrheit der Bevölkerung protestantisch geprägt: in Dänemark, Estland, Finnland, Großbritannien, Lettland, in den Niederlanden und Schweden.

Vier Staaten sind mehrheitlich orthodox: Bulgarien, Griechenland, Rumänien und Zypern.

Entkonfessionalisierung ist in EU-Ländern

In Deutschland halten sich die Katholiken und Protestanten etwa die Waage. Sie machen jeweils ein Drittel aus, während das andere Drittel konfessionslos ist oder anderen Religionen angehört.

Noch sind in unseren Landschaften zahlreiche Kirchen und Kapellen sichtbar. Die Entkonfessionalisierung ist in anderen EU-Ländern weiter fortgeschritten als in Deutschland, wo durch die Kirchensteuererhebungen zwar die Zahlen der nominellen Kirchenmitglieder bekannt sind, die aber nichts über das tatsächliche Verhältnis der Bürger zur Religion aussagen.

Deckenfresko in der St.-Michael-Kirche in München-Berg am Laim.

Der heilige Erzengel Michael gilt als Patron von Deutschland (Deckenfresko in der St.-Michael-Kirche in München-Berg am Laim).

Seit der Reformation ist die Heiligenverehrung bei den evangelischen Christen verschwunden. Manche Länder sind im 16. Jahrhundert zur Lehre der verschiedenen Reformatoren übergegangen. Wie kann man da heute von Europapatronen oder auch von Landespatronen sprechen?

Patron der Deutschen ist der heilige Michael

Die slowenische katholische Monatsschrift „Ognišče“ hat nach den Landespatronen der einzelnen EU-Staaten geforscht und sie so vorgestellt:

Belgien: Heiliger Josef als Haupt der Heiligen Familie (19. März)
Bulgarien: Heiliger Klemens von Ohrid (27. Juli)
Dänemark: Heiliger Ansgar (3. Februar)

Deutschland: Heiliger Erzengel Michael (29. September)
Estland: Gottesmutter Maria, Heiliger Stanislaus Kostka (15. November)
Finnland: Heiliger Heinrich von Uppsala (19. Januar)

Statue des heiligen Apostels Andreas.

Statue des heiligen Apostels Andreas.

Griechenland: Apostel Andreas (30. November)
Großbritannien: Heiliger Georg (23. April) (England); (Andreas [Schottland], David [Wales])
Irland: Heiliger Patrick (17. März)

Italien: Heilige Katharina von Siena (29. April)
Kroatien: Heiliger Josef (19. März)
Lettland: Muttergottes von Aglona (15. August)

Litauen: Heiliger Kasimir (4. März)
Luxemburg: Heilige Kunigunde (3. März)
Malta: Apostel Paulus (29. Juni)

Niederlande: Heiliger Willibrord (7. November)
Österreich: Heiliger Leopold (15. November)
Polen: Heiliger Stanislaus von Krakau (11. April)

Portugal: Heiliger Antonius von Padua (13. Juni)
Rumänien: Heiliger Niketas (22. Juni)
Schweden: Heilige Birgitta (23. Juli)

Blick auf Santiago de Compostela mit der Kathedrale. Hier befindet sich das Grab des heiligen Jabokus, dem Patron Spaniens.

Blick auf Santiago de Compostela mit der Kathedrale. Hier befindet sich das Grab des heiligen Jabokus, dem Patron Spaniens.

Slowakei: Heiliger Johannes Nepomuk, Muttergottes vom Schoßberg
Slowenien: Heiliger Josef und Mariahilf
Spanien: Apostel Jakobus (27. Juni)

Tschechische Republik: Heiliger Wenzel (28. September)
Ungarn: Heiliger König Stephan (16. August)
Zypern: Heiliger Paulus von Zypern (17. März)

Staatliche Feiertage

(In Frankreich werden regional Heilige verehrt, wie zum Beispiel der Apostel Andreas, Franz von Sales oder der Pfarrer von Ars)

Nur in manchen Ländern sind die Namenstage der Heiligen auch staatliche Feiertage, wie zum das Fest des heiligen Paulus in Malta oder der Wenzelstag in Tschechien.

Statue des heiligen Wenzel.

Statue des heiligen Wenzel in der tschechischen Hauptstadt Prag.

Einige Landespatrone haben dem jeweiligen Land den Glauben gebracht wie der Apostel Paulus in Malta, der heilige Patrick in Irland, Klemens von Ohrid in Bulgarien, Heinrich von Uppsala in Finnland und Ansgar in Dänemark.

In anderen Fällen sind es heilige Herrscher des Landes, die als Landespatrone verehrt werden, wie zum Beispiel König Stephan von Ungarn, der heilige Wenzel in Böhmen, der heilige Leopold in Österreich, der heilige Kasimir in Litauen oder die heilige Kunigunde in Luxemburg.

Der heilige Bonifatius hat zwar den Titel eines Apostels der Deutschen, aber er wird nicht als Landespatron Deutschlands verehrt.

Aus den Anfängen des Christentums sind Landespatrone wie Maria (für Slowenien und Lettland), der heilige Josef (Belgien, Slowenien) und die Apostel Paulus (Malta), Andreas (Griechenland) und Jakobus (Spanien) besonders zu nennen.

Als Papst Paul VI. 1964 den heiligen Benedikt zum Vater des Abendlandes und Patron Europas erklärte, hob er hervor, dass dieser mit Kreuz, Buch und Pflug die Völker Europa vom Mittelmeer bis Skandinavien und von Irland bis in die Weiten Polens prägte.

Rudolf Grulich

 

24.Sep 2018 16:41 · aktualisiert: 17.Okt 2018 10:37
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