Gedanken für den Jahreskreis von Pater Werenfried van Straaten:

Zum Monat Juni

Das Leiden der Märtyrer kommt allen zugute

Pater Werenfried

Pater Werenfried.

Unsere verfolgten Brüder sind die Elite der Kirche. Mit ihnen solidarisch zu sein, ist eine Ehrenpflicht, denn im mystischen Leib Christi bilden wir mit ihnen eine übernatürliche Einheit, die tiefer und stärker ist als jede Verbundenheit natürlicher Art.

Wenn ein Glied leidet, dann leiden alle anderen mit. Das Leiden der Märtyrer kommt allen zugute. Daher ist es eine hohe Auszeichnung, um des Namens Jesu willen Schmach zu leiden, mit dem leidenden Herrn verbunden zu sein und an seinem Erlösungswerk teilzunehmen.

Christus ist es ohne Zweifel den verfolgten Christen zu verdanken, dass die Kirche auch in dieser dunklen Zeit die heilige Kirche ist, die trotz des Verrates so vieler ihrer Kinder als Braut Christi Gott wohlgefällig bleibt.

Die ersten Christen waren erfüllt von Ehrfurcht für ihre Brüder, die um Christi willen Verfolgung erlitten. Die Märtyrer waren die allerersten, die als Heilige verehrt wurden. Die heilige Eucharistie wurde auf ihren Gräbern gefeiert, um die geistliche Verbundenheit mit ihrem Lebensopfer zum Ausdruck zu bringen. Von dieser Verbundenheit ist heute leider nur noch wenig zu spüren.

(entnommen aus „Werenfried van Straaten — Bettler für Gott. Autobiographische Aufzeichnungen und ausgewählte Gedanken des Speckpaters”)

7.Nov 2008 17:00 · aktualisiert: 29.Mai 2018 09:18
KIN / S. Stein