Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das ist der Wille Gottes für euch in Christus Jesus. Löscht den Geist nicht aus! Verachtet prophetisches Reden nicht! Prüft alles und behaltet das Gute! Meidet das Böse in jeder Gestalt!
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Christen gehören in Pakistan zu einer kleinen religiösen Minderheit. Viele Christen leben unter schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen und erfahren Benachteiligung sowie Christenverfolgung im Alltag. Besonders in der Ziegelindustrie sind religiöse Minderheiten überproportional vertreten. Armut und gesellschaftliche Ausgrenzung erschweren es vielen Betroffenen zusätzlich, ihre Rechte durchzusetzen.
Auch christliche Mädchen sind besonderen Gefahren ausgesetzt. Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen minderjährige Christinnen entführt, zur Konversion zum Islam gezwungen und anschließend verheiratet werden. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten betrifft dies jährlich Hunderte Mädchen aus religiösen Minderheiten.
Trotz dieser schwierigen Situation leben Christen ihren Glauben und engagieren sich in ihren Gemeinden. Die Kirche ist für viele Menschen nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch eine wichtige Stütze im Alltag.
Die heutige Situation der Christen in Pakistan hat unterschiedliche Ursachen. Pakistan wurde 1947 zunächst als säkularer Staat gegründet. Unter General Mohammed Zia-ul-Haq setzte jedoch ab Ende der 1970er-Jahre eine starke Islamisierung des Staatswesens ein. Auch das Rechtssystem wurde zunehmend davon geprägt.
Bis heute erfahren religiöse Minderheiten gesellschaftliche und strukturelle Diskriminierung. Christen können aufgrund ihres Glaubens benachteiligt werden, hinzu kommen religiöser Extremismus und ein Klima, in dem Anschuldigungen wegen angeblicher Blasphemie schwerwiegende Folgen haben können.
Besonders gefährlich wird es, wenn persönliche Konflikte religiös aufgeladen werden. Die pakistanische Menschenrechtskommission (Human Rights Commission of Pakistan, HRCP) stellte beispielsweise nach einer Untersuchung des Lynchmordes der 70-jährige Christ Nazir Masih in Sargodha fest, dass möglicherweise ein persönlicher Streit nachträglich in einen Blasphemievorwurf umgedeutet worden war.
ACN hat wiederholt auf Fälle von Diskriminierung aufmerksam gemacht, insbesondere auf die Diskriminierung von Mädchen. Wir bitten alle unsere Freunde und Wohltäter, für diese unschuldigen Opfer zu beten.
Eine zentrale Rolle bei der Christenverfolgung in Pakistan spielen die sogenannten Blasphemiegesetze. Die Entweihung des Korans oder die Beleidigung des Propheten Mohammed können mit lebenslanger Haft beziehungsweise der Todesstrafe geahndet werden. Kritiker weisen insbesondere darauf hin, dass die weit gefassten Vorschriften missbraucht werden können.
Religiöse Minderheiten sind davon überproportional betroffen: Von 2.449 registrierten Blasphemiefällen zwischen 1987 und 2023 betrafen 291 Christen. Insgesamt richteten sich rund 46 Prozent der erfassten Anschuldigungen gegen Angehörige religiöser Minderheiten, obwohl diese nur einen kleinen Teil der Bevölkerung ausmachen.
Schon der Vorwurf der Blasphemie kann lebensgefährlich sein. Zwischen 1994 und 2024 wurden laut dem Religionsfreiheitsbericht von ACN 109 Menschen nach entsprechenden Anschuldigungen außerhalb rechtsstaatlicher Verfahren getötet – darunter 26 Christen. Selbst wer vor Gericht freigesprochen wird, kann anschließend weiterhin bedroht sein und gezwungen werden, unterzutauchen oder das Land zu verlassen.
Wie schwerwiegend die Folgen eines Blasphemievorwurfs sein können, zeigt der Fall des katholischen Ehepaars Shagufta Kausar und Shafqat Emmanuel. Die Eltern von vier Kindern wurden 2013 verhaftet. Ihnen wurde vorgeworfen, blasphemische Textnachrichten verschickt zu haben. 2014 wurden beide zum Tode verurteilt. Das Ehepaar bestritt die Vorwürfe.
Fast sieben Jahre verbrachten Shagufta und Shafqat in der Todeszelle. Erst im Juni 2021 sprach das Oberste Gericht in Lahore beide frei. Heute lebt die Familie aus Sicherheitsgründen an einem geschützten Ort in Europa. Ihr Schicksal macht deutlich, welche existenziellen Folgen ein Blasphemievorwurf für Christen in Pakistan haben kann.
Shagufta Kausar hat KIRCHE IN NOT ihre Geschichte erzählt und berichtet, wie sie die Jahre in der Todeszelle erlebt hat.
Christen in Pakistan sind täglich von Diskriminierung, Gewalt und Verfolgung betroffen. Ein Bericht der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der pakistanischen Bischofskonferenz dokumentiert schwere Menschenrechtsverletzungen gegen Christen in Pakistan im Jahr 2025 und zeigt, welchen Herausforderungen die christliche Minderheit im Alltag ausgesetzt ist.
Wie schnell Blasphemievorwürfe in offene Gewalt umschlagen können, zeigte sich im August 2023 in Jaranwala in der Provinz Punjab. Nachdem zwei Christen beschuldigt worden waren, den Koran geschändet zu haben, griff ein Mob die christliche Gemeinschaft an. Mindestens 22 Kirchen wurden zerstört und mehr als 90 Häuser in Brand gesetzt. Hunderte Menschen beteiligten sich an den Ausschreitungen.
Im Mai 2024 wurde der 70-jährige Christ Nazir Masih nach einem Blasphemievorwurf von einem Mob brutal angegriffen. Auch sein Haus wurde geplündert und sein Geschäft angezündet. Wenige Tage später starb er an seinen Verletzungen.
Solche Ereignisse zeigen, dass Christen nicht nur mit rechtlicher und gesellschaftlicher Diskriminierung konfrontiert sind. Anschuldigungen können ganze Familien und christliche Gemeinden in Gefahr bringen.
Christen machen nur einen kleinen Teil der pakistanischen Bevölkerung aus. Laut dem Religionsfreiheitsbericht 2025 von KIRCHE IN NOT sind rund 1,7 Prozent der Bevölkerung in Pakistan Christen.
Christen bilden in Pakistan eine kleine religiöse Minderheit und sind gesellschaftlicher und struktureller Diskriminierung ausgesetzt. Besonders die Blasphemiegesetze stellen eine Gefahr dar, dass entsprechende Anschuldigungen missbraucht werden können und mitunter Gewalt durch aufgebrachte Menschenmengen auslösen. Auch Armut, religiöser Extremismus sowie Entführungen und Zwangskonversionen christlicher Mädchen verschärfen die Situation.
Auf dem Papier garantiert die pakistanische Verfassung das Recht, die eigene Religion zu bekennen, auszuüben und zu verbreiten. Pakistan hat sich zudem durch internationale Abkommen zur Achtung der Religionsfreiheit verpflichtet. In der Praxis bestehen jedoch erhebliche Einschränkungen.
Gleichzeitig gibt es vorsichtige positive Entwicklungen. Reformen im Bildungsbereich sollen nicht-muslimischen Kindern ermöglichen, Unterricht über ihre eigene Religion zu erhalten. 2024 verurteilte die pakistanische Nationalversammlung zudem den Anstieg von Lynchmorden und forderte einen besseren Schutz religiöser Minderheiten.
Dennoch bleiben Blasphemievorwürfe, Gewalt, Diskriminierung und mangelnde Strafverfolgung große Herausforderungen für die Religionsfreiheit in Pakistan. Gerade deshalb benötigen christliche Gemeinden Unterstützung, damit sie ihren Glauben leben und auch in schwierigen Zeiten bei den Menschen bleiben können.
Ja. Christen dürfen ihren Glauben grundsätzlich praktizieren. Die pakistanische Verfassung garantiert jedem Bürger das Recht, seine Religion zu bekennen, auszuüben und zu verbreiten sowie religiöse Einrichtungen zu unterhalten. In der Praxis sind Christen jedoch mit Diskriminierung und erheblichen Einschränkungen ihrer Religionsfreiheit konfrontiert.
Die sogenannten Blasphemiegesetze sind Bestimmungen des pakistanischen Strafgesetzbuches, die unter anderem die Entweihung des Korans und die Beleidigung des Propheten Mohammed unter Strafe stellen. Problematisch ist, dass Blasphemievorwürfe immer wieder missbraucht werden. Angehörige religiöser Minderheiten sind trotz ihres geringen Bevölkerungsanteils überproportional häufig von entsprechenden Anschuldigungen betroffen.
Die Strafe hängt vom jeweiligen Vorwurf ab. Die Entweihung des Korans kann mit lebenslanger Freiheitsstrafe, die Beleidigung des Propheten Mohammed mit der Todesstrafe geahndet werden. Darüber hinaus kann bereits ein Blasphemievorwurf die Betroffenen in Lebensgefahr bringen: In Pakistan kam es wiederholt zu Lynchjustiz und anderen Gewalttaten gegen Beschuldigte.
Viele Christen in Pakistan leben unter schwierigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen. Religiöse Minderheiten sind überproportional in schlecht bezahlten Tätigkeiten vertreten und erleben Benachteiligungen unter anderem im Bildungs- und Arbeitsleben. Gleichzeitig ist die katholische Kirche im Land aktiv und unterstützt die Gläubigen durch Seelsorge, Bildung und soziale Angebote.