Fast ein Drittel aller Priesteramtskandidaten weltweit stammt aus Afrika. Allein in der Erzdiözese Kinshasa befinden sich derzeit mehr als 200 junge Männer in der Priesterausbildung. Zum Vergleich: In ganz Deutschland gab es 2025 54 neue Seminaristen. Der Rektor des Priesterseminars im Erzbistum Kinshasa kennt die Geschichten der Studenten. Einer der von ihnen wollte beispielsweise schon als Kind Priester werden. Er hätte seine Geschwister und Freunde zusammengerufen, um vor ihnen Priester zu spielen.
Es gibt aber auch Kandidaten, die auf schwierigeren Wegen zum Priestertum gelangen. „Jeder Kandidat hat seinen eigenen Weg, seine eigene Geschichte und seine persönliche Erfahrung mit seiner Berufung und seiner Beziehung zu Gott“, sagt der Direktor. „Die Arbeit der Ausbilder besteht darin, die Beweggründe derjenigen zu durchleuchten, die Priester werden wollen. Der Wunsch, Priester zu werden, muss auf dem Wunsch beruhen, dem Evangelium zu dienen.“
Wichtig ist es, den angehenden Priestern eine gute Ausbildung zu vermitteln und sie auf ihrem Weg zu begleiten. Der Direktor sagt: „Es geht dabei nicht nur um das intellektuelle Niveau, sondern auch um das spirituelle und moralische Leben. Sie brauchen eine angemessene und konsequente Ausbildung, um den Herausforderungen der heutigen Welt gewachsen zu sein.“
Aber um die Seminaristen ausbilden zu können, werden finanzielle Mittel gebraucht. Die Kirche in Afrika ist reich an Berufungen, aber arm an Geld.