Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder und führt euer Leben in Liebe, wie auch Christus uns geliebt und sich für uns hingegeben hat als Gabe und Opfer, das Gott gefällt! 

Eph 5,1-2

Heiliges Land: Gemeinsam gegen Diskriminierung und Abwanderung von Christen

„Der Lebensraum für Christen wird immer kleiner“, warnt Bernard Poggi, Rektor des Priesterseminars des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem in Beit Jala bei Bethlehem. Beim Gebetstag von KIRCHE IN NOT (ACN) am 13. September 2026 in Augsburg berichtete er von den Belastungen der Gemeinden – und von ihrem Willen, zu bleiben.

Christen im Heiligen Land wollen in ihrer Heimat bleiben. Doch Gewalt, Diskriminierung und wirtschaftliche Not nehmen vielen Familien die Perspektive. Ihre Spende an KIRCHE IN NOT hilft, die Kirche vor Ort zu stärken und an der Seite der Menschen zu stehen. Damit christliches Leben dort Zukunft hat, wo das Christentum seinen Ursprung hat.

Warum Christen im Heiligen Land ihre Heimat verlassen

Straßensperren, fehlende Arbeitsgenehmigungen, Einschüchterungen und nicht zugängliche landwirtschaftliche Flächen erschweren den Alltag. Für viele christliche Eltern wird die Frage immer drängender: Wie können wir unseren Kindern hier eine sichere Zukunft bieten?

Bernard Poggi, Leiter des Priesterseminars in Beit Jala bei Bethlehem.

„Niemand muss den Christen ausdrücklich befehlen, das Land zu verlassen“, erklärt Poggi. Die Summe der Belastungen mache das Bleiben zunehmend schwierig. „Wenn eine Familie schließlich zu dem Schluss kommt, dass sie nur durch Weggehen ihren Kindern eine sichere Zukunft ermöglichen kann, dann ist Auswanderung keine wirklich freie Entscheidung mehr.“

Hilfe für Christen im Heiligen Land muss deshalb über das Überleben in der nächsten Krise hinausgehen. Familien brauchen Sicherheit, Bildung, ein Einkommen und eine Perspektive in ihrer Heimat.

Diskriminierung und Gewalt setzen Christen unter Druck

Besonders besorgt ist Poggi über die zunehmende Gewalt. Er verweist auf Taybeh, das letzte vollständig von Christen bewohnte Dorf im Westjordanland. Angriffe auf Felder, Fahrzeuge, Häuser und Kirchen gefährden die Lebensgrundlagen der Bewohner.

Auch in Jerusalem erleben Christen Anfeindungen. Poggi berichtet von einem Besuch mit jungen Seminaristen aus den Palästinensischen Gebieten. Für viele war es die erste Gelegenheit, die nur wenige Kilometer entfernten Heiligen Stätten zu besuchen. Unterwegs wurden sie wegen ihrer sichtbar getragenen Kreuze von Kindern angespuckt.

Vertreter christlicher Konfessionen bei einem gemeinsamen Gebet in Taybeh, das mehrfach von militanten jüdischen Siedlern attackiert wurde. © Lateinisches Patriarchat von Jerusalem

Solche Erfahrungen hinterlassen Spuren. Diskriminierung und Einschüchterung verstärken das Gefühl, in der eigenen Heimat keinen sicheren Platz mehr zu haben.

Ohne Arbeit fehlt christlichen Familien die Zukunft

Eine der größten Gefahren für die christliche Präsenz ist die wirtschaftliche Not. Im Raum Bethlehem lebten viele Christen vom Pilger- und Tourismussektor. Dessen Einbruch trifft Reiseführer, Händler, Kunsthandwerker und Hotelangestellte. Auch junge Hochschulabsolventen finden kaum berufliche Perspektiven.

Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und fehlende Arbeitsgenehmigungen verschärfen die Lage. Dabei sind die christlichen Gemeinschaften in Jerusalem, Bethlehem und anderen Orten wirtschaftlich, kirchlich und familiär eng miteinander verbunden.

Ein traditioneller Handwerker in Bethlehem stellt Kreuze aus Olivenholz her.

„Ein Arbeitsplatz ermöglicht einer Familie zu bleiben“, betont Poggi. Die Unterstützung von lokalem Handwerk, Landwirtschaft und Unternehmen kann deshalb entscheidend dazu beitragen, die Abwanderung zu bremsen.

Gaza: Jede christliche Familie zählt

Besonders dramatisch ist die Situation im Gazastreifen. Nach lokalen Angaben lebten dort vor Kriegsbeginn etwa 1000 Christen. Ende 2025 waren es nur noch 541. „Bei einer Gemeinschaft dieser Größe zählt jede Familie“, sagt Poggi.

Die katholische Pfarrei Heilige Familie und die griechisch-orthodoxe Pfarrei St. Porphyrius bleiben dennoch Orte der Zuflucht. Sie stehen Menschen unabhängig von ihrer Religion bei. Ihr Einsatz zeigt, wie wichtig die christlichen Gemeinden für die gesamte Gesellschaft sind.

Ein Junge aus der katholischen Pfarrei in Gaza betet (Foto: Pfarrei Heilige Familie. Gaza)
Eine Junge betet in der Pfarrkirche Heilige Familie in Gaza-Stadt.
© Pfarrei Heilige Familie Gaza

Ihre Hilfe stärkt die Christen im Heiligen Land

Poggi appelliert an die Unterstützer von KIRCHE IN NOT, Strukturen zu stärken, die Christen ein dauerhaftes Leben in ihrer Heimat ermöglichen. Dazu gehören Schulen, Pfarreien, Wohnungen und Kliniken ebenso wie Stipendien, Gehälter und Unterstützung bei den Lebenshaltungskosten.

Auch die Ausbildung von Lehrern, Seminaristen, Priestern, Ordensleuten und jungen Verantwortungsträgern muss weitergehen. Sie werden gebraucht, um Gemeinden zu begleiten, Bildung zu ermöglichen und Menschen in Not beizustehen.

Trotz aller Belastungen erlebt Poggi lebendige Gemeinden und große Hoffnung. Die Christen im Heiligen Land halten Schulen, Kliniken und Heiligtümer offen und setzen sich für ihre Mitmenschen ein.

„Bitte helft uns nicht nur, die nächste Krise zu überleben“, bittet er. „Helft der Kirche, damit die nächste Generation im Heiligen Land bleiben kann!“

Unterstützen Sie die Kirche im Heiligen Land mit Ihrer Spende. Helfen Sie mit, christlichen Familien Halt und Perspektiven zu geben.


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