Jagt der Liebe nach! Strebt aber auch nach den Geistesgaben, vor allem nach der prophetischen Rede!

1 Kor 14,1

Schulen im Nahen Osten: KIRCHE IN NOT hilft rund 18000 Schülern und Lehrern

Kriege, wirtschaftliche Not und Abwanderung setzen Schulen im Libanon, in Syrien und im Heiligen Land zunehmend unter Druck. KIRCHE IN NOT (ACN) unterstützt deshalb im laufenden Schuljahr mehr als 15.000 Schülerinnen und Schüler an über 200 christlichen Schulen. Auch etwa 2500 Lehrer und Lehrkräfte profitieren von der Hilfe. In diesem und im vergangenen Jahr stellte KIRCHE IN NOT rund 2,6 Millionen Euro für Schulen und Bildungsprojekte im Libanon, in Syrien und im Heiligen Land bereit.

Schulkinder im Libanon danken für die Hilfe von KIRCHE IN NOT.

Libanon: Familien können Schulgebühren nicht mehr bezahlen

Besonders angespannt ist die Situation der Schulen im Libanon. Bereits nach dem Zusammenbruch des Bankensystems 2021 konnten viele Familien die Schulgebühren für ihre Kinder nicht mehr bezahlen. Die jüngsten kriegerischen Auseinandersetzungen haben die Lage weiter verschärft. Vor allem im Süden des Libanon wurden Menschen vertrieben und Lebensgrundlagen zerstört.

Einige Schulen konnten den Unterricht online fortsetzen oder nach dem Waffenstillstand wieder öffnen. Andere blieben aus Sicherheitsgründen geschlossen oder haben kaum noch Schüler, weil deren Familien in andere Landesteile geflohen sind. Für viele Kinder wird es dadurch immer schwieriger, regelmäßig zur Schule zu gehen und zu lernen.

„Libanon befindet sich immer noch im Kriegszustand, und niemand weiß, was passieren wird“, erklärt Marielle Boutros, die für „Kirche in Not“ Hilfsprojekte im Libanon und in Syrien koordiniert. Da Eltern kaum genug Geld hätten, um ihre Familien durchzubringen, könnten sie die Schulgebühren nicht bezahlen. Die Gebühren seien jedoch unverzichtbar, weil sich die Schulen weitgehend selbst finanzieren.

Marielle Boutros, Projektkoordinatorin bei KIRCHE IN NOT für Libanon und Syrien.
Marielle Boutros koordiniert die Hilfsprojekte von KIRCHE IN NOT in Syrien und Libanon.

Gleichzeitig müssten die Gehälter der Lehrer weiterfinanziert werden. Aufgrund der starken Abwanderung gebe es längst nicht mehr genügend qualifizierte Lehrkräfte, so Boutros: „Die Lehrer müssen weiterbezahlt werden, um zu verhindern, dass wir sie verlieren. Denn aufgrund der Abwanderung haben wir nicht mehr so viele talentierte Lehrer wie früher.“

Syrien: Schüler lernen unter schwierigen Bedingungen

Auch für Schulen und Schüler in Syrien bleibt die Situation schwierig. Die Unsicherheit sei dort inzwischen „zur neuen Normalität“ geworden, erklärt Boutros. Vor allem die wirtschaftliche Lage sei weiterhin äußerst angespannt: „Es ist wichtig zu verstehen, dass Syrien die Krise noch nicht überwunden hat.“

Die Hilfe von „Kirche in Not“ soll dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche trotz der schwierigen Lebensbedingungen weiter lernen können und Schulen ihre Bildungsarbeit fortsetzen können.

Vorschulkinder in Syrien.

Heiliges Land: Christliche Schulen für rund 20.000 Schüler

Auch im Heiligen Land unterhalten die christlichen Kirchen ein großes Netzwerk von Schulen. Allein das Lateinische Patriarchat von Jerusalem betreibt in Israel, den Palästinensischen Gebieten und Jordanien 43 Schulen und 35 Kindergärten mit insgesamt rund 20.000 Schülerinnen und Schülern.

Von den anhaltenden Auseinandersetzungen im Heiligen Land sind die christlichen Schulen unmittelbar betroffen – auch bei der Suche nach Lehrern. Im Januar 2026 verabschiedete die israelische Regierung ein Gesetz, das neuen Lehrkräften mit Abschlüssen von Universitäten im Westjordanland untersagt, an Schulen in Israel zu unterrichten.

Eine Schülerin der katholischen Schule im Gazastreifen verfolgt aufmerksam dem Unterricht. Sie sitzt an einem Tisch in einem Klassenzimmer, hält einen Stift und hat ein Buch aufgeschlagen. Screenshot aus einem Video von Pater Gabriel Romanelli, dem Pfarrer der einzigen katholischen Pfarrei im Gazastreifen.
Eine Schülerin der katholischen Schule im Gazastreifen verfolgt aufmerksam dem Unterricht.

Vor Kurzem wurden zudem die Einreiseerlaubnisse für zahlreiche Lehrkräfte, die im Westjordanland leben, nicht verlängert. Christliche Schulen in Israel riefen daraufhin zum Streik auf. In der Folge lenkte die Regierung ein und erneuerte die Einreisegenehmigungen, wenn auch in einigen Fällen nur für wenige Wochen.

Gemeinsam lernen: Christliche Schulen stehen allen Kindern offen

Christliche Schulen im Libanon, in Syrien und im Heiligen Land sind nicht nur für die christlichen Gemeinschaften von großer Bedeutung. Die meisten Einrichtungen stehen auch Kindern anderer Religionen offen. Damit schaffen sie Orte, an denen Schüler gemeinsam lernen und das Zusammenleben verschiedener Religionsgemeinschaften gefördert wird.

Unterstützen Sie mit Ihrer Hilfe christliche Schulen, Schüler und Lehrer im Nahen Osten. Ihre Spende an KIRCHE IN NOT hilft dabei, Bildung und schulisches Lernen auch unter schwierigen Bedingungen zu ermöglichen.


Schlagworte

Das könnte Sie auch interessieren

Nach fast drei Jahren Krieg hat die katholische Schule „Heilige Familie“ in Gaza-Stadt Mitte September wieder mit dem Unterricht für ...
Einen Monat nach dem schweren Erdbeben im Westen Kolumbiens sind die Folgen für die Bevölkerung weiterhin deutlich spürbar. Die katholische ...
Gebetstag für Christen im Heiligen Land in Augsburg Einem Nahen Osten ohne Christen ginge ein Stück Hoffnung und Zukunft verloren. ...
Newsletter

Bleiben Sie gut informiert

Wir informieren Sie in unregelmäßigen Abständen über die Notlage der Weltkirche, geben aktuelle Tipps zu Veranstaltungen, zu Radio- und Fernsehsendungen und neuem Medienmaterial. Sie können sich jederzeit vom Newsletter abmelden.