Siehe, nun mache ich etwas Neues. Schon sprießt es, merkt ihr es nicht? Ja, ich lege einen Weg an durch die Wüste und Flüsse durchs Ödland. 

Jes 43,19

Kolumbien: KIRCHE IN NOT sagt Nothilfe nach schwerem Erdbeben zu

Nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien bereitet KIRCHE IN NOT (ACN) Nothilfen für die betroffenen Gebiete vor. Das internationale Hilfswerk steht in direktem Kontakt mit den Bischöfen in den Katastrophengebieten, um das Ausmaß der Schäden und den dringendsten Hilfsbedarf zu ermitteln. Die Unterstützung soll über die Strukturen der katholischen Kirche vor Ort geleistet werden.

Das Erdbeben der Stärke 7,4 hatte Kolumbien am vergangenen Montag erschüttert. Besonders betroffen sind der Westen und das Zentrum des Landes. Nach aktuellen Medienberichten kamen mehr als 200 Menschen ums Leben; die Opferzahlen dürften angesichts der laufenden Such- und Rettungsarbeiten noch steigen. Das Epizentrum lag bei San José del Palmar im Departamento Chocó, rund 400 Kilometer westlich der Hauptstadt Bogota.

Eine durch das Erdbeben beschädigte Marienstatue ©ACN

Bistum Istmina-Tadó: „Starkes und langanhaltendes Erdbeben“

San José del Palmar gehört zum Bistum Istmina-Tadó. Dessen Bischof Mario de Jesús Álvarez Gómez schilderte gegenüber ACN die ersten Eindrücke: „Es war ein sehr starkes und langanhaltendes Erdbeben.“ Wohnhäuser sowie kirchliche Einrichtungen seien beschädigt, berichtete der Bischof: „Die Dächer mehrerer Kirchen sind eingestürzt. Glücklicherweise fanden zu diesem Zeitpunkt dort keine Gottesdienste statt.“

Nach den bislang vorliegenden Informationen scheinen die Schäden in San José del Palmar und Istmina begrenzt zu sein. Aus dem benachbarten Bistum Quibdó liegen jedoch Berichte über erhebliche Schäden in mehreren Pfarreien und über Todesopfer vor. Vertreter des Bistums besuchen derzeit die betroffenen Gebiete, um sich ein genaueres Bild von der Lage und den Bedürfnissen der Bevölkerung zu machen.

„Wir versuchen, mit den anderen Diözesen Kontakt aufzunehmen. Im Moment sind wir weiterhin dabei, den Hilfsbedarf zu ermitteln“, erklärte Bischof Álvarez. Sobald diese Informationen vorliegen, wird ACN die kirchliche Nothilfe unterstützen.

Schäden durch das Erdbeben vom 10. August in Kolumbien: die Pfarrkirche und das Pfarrhaus der Pfarrei Unsere Liebe Frau von Guadalupe in Quibdó, Chocó.
Beschädigtes Pfarrzentrum im Bistum Quibdó. ©ACN

Kirche in Kolumbien ist für viele Menschen die erste Anlaufstelle

Wie bei vielen Naturkatastrophen gehört die Kirche auch in Kolumbien zu den ersten Anlaufstellen für die betroffene Bevölkerung. Bereits in den ersten Stunden nach dem Erdbeben begannen Priester, Ordensfrauen und Freiwillige in den Pfarreien damit, Betroffene zu unterstützen. Sie bieten Schutz und Unterkunft, leisten Beistand und stehen den Menschen seelsorglich zur Seite.

Die Katastrophe in Kolumbien ereignete sich weniger als zwei Monate nach den schweren Erdbeben im benachbarten Venezuela. Auch dort unterstützt ACN die katholische Kirche bei der Bewältigung der Folgen. Dank der Spenden von Wohltätern aus verschiedenen Ländern konnte das Hilfswerk bereits erste Hilfsmaßnahmen ermöglichen. Auch hier ist eine langfristige Unterstützung geplant. Dazu gehört unter anderem der Wiederaufbau schwer beschädigter Kirchen und kirchlicher Gebäude.


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